Logo

FacebookShare on Facebook

Object Description

Mehrfach schon hatte sich Klee mit technischen Sujets wie beispielsweise Straßenlaternen befasst, als er im Sommer 1913 Telegrafenmasten und elektrische Oberleitungen ins Bild setzte. Die linearen Strukturen der Verbindungsdrähte gliedern die Bildfläche in spitz zulaufende Segmente, Bogenschwünge scheinen von Wegen und Rasenflächen abgeleitet zu sein. Mit den hell leuchtenden Porzellanisolatoren wirken die Leitungsstangen wie Bäume, die Stadt wie ein blühender Garten. Das grafische Muster der Bildarchitektur ist mit Aquarellfarben in Grün, Ocker, Mauve und Violett übergangen. Die Begegnung mit Kubismus und Expressionismus hat hier deutlich ihre Spuren hinterlassen. 1911 hatte Klee August Macke und Wassily Kandinsky kennengelernt, im Jahr darauf Franz Marc. Ihrer Künstlervereinigung Der Blaue Reiter schloss sich Klee bald an. 1912 besuchte er Robert Delaunay in Paris und sah in den dortigen Galerien Originale von Picasso und Braque, deren kubistische Darstellungsweise zu Hause in München, wie er notierte, „von den Gaffern als typisch schwabingisch bezeichnet“ wurde. | Dieter Scholz