Logo

Die Gefangennahme Christi


FacebookShare on Facebook

Object Description

Die Zeichnung und zwei weitere Varianten des Themas, ebenfalls im Kupferstichkabinett Berlin (KdZ 5683 recto und verso, KdZ 6334 recto), bereiten neben weiteren zehn Studien drei gleich komponierte, gemalte Versionen der Gefangennahme Christi von 1620 vor (Prado, Madrid; Minneapolis Institute of Arts; Bristol City Museum). 
Nach der ersten Ideenskizze (KdZ 6334) entstanden Einzelstudien zu den Jüngern (KdZ 5683 recto). Ein rückseitiger Entwurf (KdZ 5683 verso) wandelt die Komposition ab, während das dritte Blatt (KdZ 1340) als Variation die Lichtführung erprobt. Die freie Skizze in Feder und Pinsel vereinfacht die bisher als Querformat angelegte Komposition und komprimiert sie in ein Hochformat, das er auch für die Gemälde wählt. Die zentrale Figurengruppe bleibt im Vergleich zu KdZ 5683 verso erhalten, aber die Gesten der Figuren werden verändert. Am Rand links beugt sich Petrus über Malchus, den Diener des Hohepriesters Kaiphas, und schlägt ihm mit seinem Schwert das rechte Ohr ab. Durch eine Berührung Jesu wird der Verletzte auf der Stelle geheilt. Diese beiden Figuren sind auf KdZ 5683 verso nur sehr kursorisch angedeutet und werden hier ausgeformt. Der kühne Einsatz von Lavierung und Deckweiß suggeriert das flackernde Licht der Fackeln während der nächtlichen Gefangennahme im Garten Gethsemane.
Auf der Rückseite dieser Zeichnung (KdZ 1340 verso) wiederholt van Dyck mehrere Köpfe der Szene, darunter Petrus und Malchus.  
Die Zeichnungen offenbaren van Dycks Experimentierfreude und veranschaulichen den kreativen Prozess, sie wirken roh und lebendig, konzentrieren sich auf das Notwendige und sind zugleich von höchster Emotionalität geprägt.