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Object Description

Nach der Überlieferung soll das Relief aus dem sog. Weißen Kloster stammen, das der berühmte koptische Mönchsvater Apa Schenute von Atripe (gest. 466) bei Sohag in Oberägypten gegründet hatte. Möglicherweise hat aber erst der mit koptischen Buchstaben in die Sockelleiste eingeritzte Name »Apa Schenute« zu dieser Herkunftsangabe geführt. Schenute ist frontal unter einer Bogenarchitektur stehend wiedergegeben. Er trägt die Mönchstracht, wie er sie in seinen eigenen Klosterregeln beschreibt: eine lange Tunika, einen Gürtel, ein Untergewand, eine große Mönchskapuze, die über den Schultern liegt, eine Ziegenhaut an der rechten Körperhälfte und ein langes Band über der linken Schulter. Das stark verriebene Antlitz lässt noch den langen spitzen Bart, eine große Haarlocke und die Andeutung von Augenschlitzen erkennen.
Mit Ausnahme der architektonischen Rahmung entbehrt das Relief aller Motive, die an christlich-ägyptischen Grabdenkmälern die selige Entrücktheit der Verstorbenen und die erhoffte Errettung aus dem Tode versinnbildlichen. Es ist somit nicht sicher, ob das Relief des Apa Schenute ein Grabdenkmal war oder als Verehrungs- und Erinnerungsbild diente, zumal ein Nimbus (Heiligenschein) als Zeichen erworbener Heiligkeit fehlt. Die sorgfältige Herrichtung der Säulen und der Arkaden sowie der stilistische Gegensatz von Figur und Umrahmung würden einer Entstehung der Stele bald nach dem Tod des Apa Schenute nicht widersprechen.