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Gefangennahme Christi


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Object Description

Die Zeichnung und zwei weitere Varianten des Themas, ebenfalls im Kupferstichkabinett Berlin (KdZ 5683 recto und verso, KdZ 1340 recto und verso), bereiten neben weiteren zehn Studien drei gleich komponierte, gemalte Versionen der Gefangennahme Christi von 1620 vor (Prado, Madrid; Minneapolis Institute of Arts; Bristol City Museum). 
Nach dieser ersten Ideenskizze entstanden Einzelstudien zu den Jüngern (KdZ 5683 recto). Ein rückseitiger Entwurf (KdZ 5683 verso) wandelt die Komposition ab, während das dritte Blatt (KdZ 1340 recto) als Variation die Lichtführung erprobt. Auf der Rückseite dieser Zeichnung (KdZ 6334 verso) entwarf van Dyck eine Kreuztragung.
Der erste Entwurf wurde locker mit der Feder skizziert und anschließend mit dem Pinsel überarbeitet. In der Forschung wird er zwei Jahre früher als die ausgeführten Gemälde, auf 1618, datiert. Van Dyck wandelt im Lauf der Vorbereitung die Komposition radikal ab: Aus einem Quer- wird ein Hochformat, Jesus rückt ganz nach rechts, während die Soldaten von links herandrängen. Auch wählt er für die Gemälde einen anderen, dramatischeren Moment der Handlung, den Wangenkuss des Judas.
Diese Zeichnungen für dasselbe Projekt offenbaren van Dycks Experimentierfreude und veranschaulichen den kreativen Prozess, sie wirken roh und lebendig, konzentrieren sich auf das Notwendige und sind zugleich von höchster Emotionalität geprägt.