Object Description
Der grobschlächtige Riegelmechanismus besteht aus einer kastenförmigen Falle, die ursprünglich mit Hilfe von Nägeln auf dem Türblatt oder der Türfüllung angebracht war. In die Falle greift ein kreuzförmiger Riegel ein, durch den die Verriegelung erfolgen konnte. Falls die beiden Teile so zusammengehören, fehlt auf jeden Fall noch eine Arretierung für den Riegel, der sonst leicht herausfallen konnte.
Der Riegel ist mit linear eingravierten, diagonal durchkreuzten Rechtecken geschmückt. Auf der Falle ist in zarten Punktlinien ein mittleres Chi-Rho, umschlossen von einem Kreis, dargestellt. Es wird flankiert durch zwei naiv gezeichneten Personen in langem gegürteten Gewand, mit einem Schild in der einen, einem Speer oder Schwert in der anderen Hand.
Das Alter des Schlosses kann nicht näher bestimmt werden. Die Ikonografie greift auf das Motiv des von Engeln flankierten Christusmonogramms zurück, das aus frühchristlicher Zeit bekannt ist. In ihrer zarten Technik unterscheidet sie sich so von der groben Machart des Riegelmechanismus, dass beide kaum gleichzeitig entstanden sein können. Wann die Verzierung angebracht wurde, ist ungewiss.