Porträt einer Frau in Bluse und Rock mit Halstuch und schwarzer Bänderhaube
Object Description
Die im Profil gezeigte Frau trägt eine weiße Bluse mit großem Fallkragen; die kurzen Ärmel fallen bauschig und sind in einem schmalen Bund zusammengefasst. Um Nacken und Schultern liegt ein rotes, mit Fransen und Blumenstickerei geschmücktes Dreieckstuch, welches in zwei Zwipfeln vorne in den Schoß fällt. Dazu trägt sie einen blauen, in Falten gelegten Rock.
Die schwarze Bänderhaube wird über einem spitz zulaufendem Gupf am Hinterkopf (über einem Haarknoten) gebunden und fällt von dem Kopfteil in Zipfeln links und rechts über die Schulter nach vorne und üblicherweise in zwei weiteren Zipfeln auf den Rücken. Die Zipfel sind je mit einer schwarzen Borte gesäumt. Die Haare bleiben, mit Ausnahme des Haarteils, unbedeckt.
Das Kopftuch erinnert im Aufbau, jedoch nicht in der hier dargestellten Trageweise, an die schwarzen Seidentaft-Kopftücher Oberösterreichs (s. Lipp 1980, S. 128ff., ab ca. 1840). Folgte man dieser Verortung und den weiteren Kleiderdetails handelte es sich um eine Festtagskleidung aus dem bäuerlichen Kontext.
Stellt die Dame eine Trägerin aus Franken oder aus der Oberpfalz dar, so kann von einer evangelischen Gewandung ausgegangen werden (Hinweis von Monika Hoede). Die Bänderhauben in der Oberpfalz und Franken sind meist aus schwarzem Seidenmoirée mit vier Bändern, zwei davon im Nacken und zwei vorne herabfallend.
Text: S. de Günther
Die schwarze Bänderhaube wird über einem spitz zulaufendem Gupf am Hinterkopf (über einem Haarknoten) gebunden und fällt von dem Kopfteil in Zipfeln links und rechts über die Schulter nach vorne und üblicherweise in zwei weiteren Zipfeln auf den Rücken. Die Zipfel sind je mit einer schwarzen Borte gesäumt. Die Haare bleiben, mit Ausnahme des Haarteils, unbedeckt.
Das Kopftuch erinnert im Aufbau, jedoch nicht in der hier dargestellten Trageweise, an die schwarzen Seidentaft-Kopftücher Oberösterreichs (s. Lipp 1980, S. 128ff., ab ca. 1840). Folgte man dieser Verortung und den weiteren Kleiderdetails handelte es sich um eine Festtagskleidung aus dem bäuerlichen Kontext.
Stellt die Dame eine Trägerin aus Franken oder aus der Oberpfalz dar, so kann von einer evangelischen Gewandung ausgegangen werden (Hinweis von Monika Hoede). Die Bänderhauben in der Oberpfalz und Franken sind meist aus schwarzem Seidenmoirée mit vier Bändern, zwei davon im Nacken und zwei vorne herabfallend.
Text: S. de Günther