Polizist
Object Description
Hanson wurde in den späten 1960er-Jahren – mitten in Zeiten der Pop-Art – durch seine hyperrealistischen Skulpturen bekannt. 1951 hatte er das Studium der Bildhauerei an der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills, Michigan, abgeschlossen. Lange suchte er nach einer für ihn geeigneten bildhauerischen Ausdrucksform und passenden Materialien. 1958 lernte er durch den deutschen Bildhauer Georg Grygo Polyesterharz und Glasfaser als Werkstoffe kennen, die er ab 1961 erprobte, indem er mittels eines komplexen Verfahrens Abformungen von Menschen herstellte. Daraus schuf er täuschend echt wirkende Figuren und thematisierte über sie den Alltag der amerikanischen Unter- und Mittelschicht voller Resignation, Leere und Einsamkeit. Nachdem er zunächst auch unverhohlene Gewalt zeigte, konzentrierte sich Hanson ab 1970 auf subtilere Möglichkeiten, Sozialkritik zu formulieren. In seiner tadellosen Sheriff-Uniform und mit verschränkten Armen scheint der ruhige, kräftige „Policeman“ seine Umgebung zu überwachen. Doch bei genauerem Hinsehen verrät sein ausdrucksloser Blick, der auf einen unbestimmten Punkt im Raum gerichtet ist, Langeweile und Indifferenz, letztlich eine existenzielle Leere. Hansons Arbeiten werden als treffende Verkörperungen des alltäglichen Lebens in einer unruhigen Epoche betrachtet, als die Idee des amerikanischen Traums an Überzeugungskraft verloren hatte. | Francisca Cruz