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Drei Studien von Isabel Rawsthorne


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Object Description

Vom Autodidakten, der Ende der 1920er-Jahre mit dem Malen begann, entwickelte sich Bacon nach 1945 zu einem der wichtigsten britischen Maler des 20. Jahrhunderts. Seine gegenständlichen Motive sind durch Abstraktionsprozesse entstellt und zeugen oft von der Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Thema des gequälten und verängstigten Menschen. Seit 1964 porträtierte er die Malerin Isabel Rawsthorne (1912–1992) in mehreren Bildserien, die nach Fotovorlagen entstanden. Während Bacon ihren Kopf zumeist in Frontal- oder Seitenansicht wiedergab, setzte er hier drei Porträts von ihr auf einer einzigen Bildfläche miteinander in Beziehung. Rechts greift die in blauer Bluse und beigem Rock Dargestellte den Schlüssel in der weißen Tür. Links ist ein Porträt von ihr auf die längsgestreifte Tapete genagelt. In der Öffnung zwischen Wand und Tür erscheint ihre Figur in Gegenrichtung mit geschlossenen Augen. Die ungewöhnliche Komposition basiert auf einem Foto, das Bacon in dem Buch „Materialisations-Phänomene. Ein Beitrag zur Erforschung der mediumistischen Teleplastie“ von Albert von Schrenck-Notzing gefunden hatte, das 1914 auf Deutsch und 1920 auf Englisch erschienen war. Das am 11. August 1911 aufgenommene Foto zeigt einen ausgestreckten Arm und hinter einem Vorhang das Gesicht von Marthe Béraud alias Eva Carrière, die damals vorgab, als Medium in hypnotischer Trance „Teleplasma“ hervorzubringen, eine schleierartige Substanz, die sich später als zerkautes, aus dem Mund hervortretendes Papier entpuppte. Das amorphe Gebilde am unteren Rand von Bacons Gemälde dürfte sich darauf beziehen. | Dieter Scholz