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Porträt Gerhard Rudolf Meyer


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Object Description

Nach seiner Emeritierung von der Kunsthochschule in Weißensee, an der er 20 Jahre gelehrt hatte, arbeitete Drake ab 1969 freischaffend in Berlin-Wilhelmshagen. Als Nationalpreisträger der DDR und Mitglied der Akademie der Künste (Ost) war er ein gefragter, dem sozialistischen Realismus zugeordneter Bildhauer. Mehrfach wurde er beauftragt, bedeutende Persönlichkeiten der DDR zu porträtieren. So schuf Drake 1976 die bronzene Büste des Archäologen Gerhard Rudolf Meyer (1908–1977) für die Staatlichen Museen zu Berlin, deren Generaldirektor der Dargestellte seit 1958 bis zu seinem unerwarteten Tod war. Meyer war seit 1951 auch Direktor des Vorderasiatischen Museums im Pergamonmuseum und verantwortete dessen Wiederaufbau mit der während des Zweiten Weltkrieges in die Sowjetunion verbrachten, 1958 zurückgegebenen Sammlung. Meyers großes Engagement bei den Wiederaufbauarbeiten brachten ihm den Beinamen „Der Bauherr“ in Anlehnung an diese Bezeichnung für mesopotamische Herrscher ein. Seit 1961 war Meyer Professor an der Humboldt-Universität und kulturpolitisch aktiv, sowohl als stellvertretender Vorsitzender des Kulturbundes der DDR als auch von 1963 bis 1977 als Mitglied der Volkskammer. Anders als bei den Darstellungen von Karl Marx (B III 24) und Hồ Chí Minh (B II 35) ist der Porträtierte nur bis zum Hals, ohne Schulterpartie dargestellt. Indem er das Gesicht mit seinem Ausdruck würdiger Strenge in den Mittelpunkt stellte, betonte Drake die Intellektualität und Konzentration des Wissenschaftlers. | Uta Caspary