Roma-Mädchen mit Ziegen
Object Description
„Zigeunerin mit Ziegen“ entstand
während Paulys mehrmonatigem Aufenthalt im spanischen Guadix im Jahr 1929. Das
Gemälde zeigt einen frontal in die Bildfläche gesetzten Frauenakt, der die Betrachter:innen unvermittelt anblickt. Die umgebenden Tiere und das im Hintergund durch wenige
diagonal verlaufende Linien angedeutete bergige Weideland weisen auf das ländliche
Lebensumfeld der Abgebildeten hin. Dabei handelt es sich um ein Mädchen namens
Iduvirgen, das von Pauly bevorzugt porträtiert wurde. Die Künstlerin beschreibt
ihr Modell als „braunes, breitgesichtiges, trauriges Zigeunermädchen von 15
Jahren. […] Sie [hat] einen wunderhübschen, festen, zierlichen, braunen Körper.
Ich male sie in verschiedenen Stellungen oben in der Bergeinsamkeit. […] Dass
ich Akt male, muss ich vor allen verheimlichen, und dem Zigeunermädchen zuliebe
sagen, dass ich alles aus der Phantasie male“ (Charlotte E. Pauly, Sonnenstufen
[1949], zit. nach Johanna Brade, Die glückliche Halbinsel: Spanien in Bildern und
Texten. Charlotte E. Pauly, Ausst.-Kat., Görlitz, 2000, S. 46). | Irina Hiebert Grun