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Object Description

Drake schuf ab den späten 1920er-Jahren zahlreiche Tierplastiken, die zu seinem Erfolg besonders ab 1950 beitrugen. In ländlichen Verhältnissen in Westfalen aufgewachsen, hatte er zunächst eine Schuhmacher- und Holzschnitzerlehre absolviert. Erst ab einem Alter von 24 Jahren, von 1927 bis 1929, konnte er mithilfe eines bescheidenen Stipendiums die Kunstgewerbeakademie in Dresden besuchen. Im Dresdner Zoo zeichnete er Tiere aus fernen Ländern, die ihn seit seiner Kindheit faszinierten. Die Blätter, von denen er später einen Großteil zerstörte, und plastischen Studien aus jener Zeit legten den Grund für seine Tierplastiken. Mit großem Einfühlungsvermögen in die instinktgeleiteten Bewegungsmuster und die gattungseigenen Charakteristika hat Drake die Kraft und Anmut der Tiere in den Mittelpunkt gestellt. Ob Raubkatzen oder Huftiere, immer gab er die Tiere durch fließende Bewegungsverläufe und Drehungen lebendig wieder. Bei der Bronze „Jaguar“ ist die katzentypische Mischung aus momentaner Anspannung und geschärfter Beobachtung eingefangen. Der leicht gesenkte Kopf des Tieres bewegt sich gegenläufig zu dessen in äußerster Spannung aufgestelltem, fast unnatürlich gebogenem Schwanz. Trotz kräftiger Bauch- und Rückenmuskulatur sind die Rippen sichtbar. Den „Jaguar“ zeigte Drake 1930 in der Weihnachtsausstellung des Lippischen Künstlerbundes in Detmold mit beachtlichem Erfolg. Im Anschluss waren die Kleinbronze und weitere Arbeiten beim Verein Berliner Künstler zu sehen. Der hauskatzengroße „Jaguar“ ist der Vorgänger des „Jaguar“ in Lebensgröße von 1938 (Nachguss ca. 1960) im Park an der Amalienstraße in Berlin-Weißensee. | Uta Caspary