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Object Description

Die Prinzipien der dadaistischen Fotomontage (vgl. „Schnitt mit dem Küchenmesser […]“, NG 57/61) übertrug Höch auch auf die Malerei. Eine kurze Begegnung mit Max Ernst, dessen Kunst sie sich zeit ihres Lebens verbunden fühlte, 1920 in Berlin mag ihre surrealistisch-assoziativen Bildfindungen begünstigt haben. Wie in „Die Mücke ist tot“ (B 68/5) sind auch hier verschiedene Gegenstände in einem bühnenartigen Bildraum verteilt. Die breite, sich bis an den oberen Bildrand ziehende Treppe lässt sich als „Scala Santa“ deuten: 1920 war Höch über die Alpen bis nach Rom gewandert, um Abstand von Raoul Hausmann zu gewinnen. Sie besuchte die Sehenswürdigkeiten der Stadt, zu denen auch die „Heilige Stiege“ der Lateranbasilika gehört. Auf dieser der Legende nach aus Jerusalem stammenden Treppe soll Jesus die ersten Schritte auf seinem Kreuzweg gegangen sein. Tatsächlich ist im Vordergrund des Gemäldes eine schwarze Figur mit Lendentuch und übereinandergelegten Füßen zu erkennen, die an Jesus erinnert. Die zweigeteilte Maske könnte auf das ambivalente Verhalten des verheirateten Hausmann anspielen, die darunter ausgebreitete Meterware auf Höchs Stoffdruckentwürfe für den Ullstein-Verlag hinweisen. Am oberen Ende der Treppe ist das Dilemma angedeutet, in dem sich die Künstlerin befand, zwischen Kindergebären (Höch hatte zweimal abgetrieben) und weiter Welt. Dazwischen das erotische Drama: eine großformatige Blüte vor einer phallusartigen Kürbisfrucht, eingespannt zwischen „Natur“ (in Form dreier wurzelschlagender Bäume) und „Stadt“ (in Gestalt eines eiffelturmartigen Strommastes und eines unter einer Käseglocke platzierten Flugzeugs). | Kyllikki Zacharias