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Städtische Straße im Winter


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Object Description

1917 war Purrmann nach Berlin umgezogen. Im darauffolgenden Winter hielt er mehrfach einen Blick auf die noch vorstädtische, mit Villen bebaute, leicht verschneite Hundekehlestraße, seinem neuen Wohnort, mit dem backsteinroten neugotischen Rathaus Schmargendorf im Hintergrund fest (WVZ Billeter/Lenz 2004, 1917, 1–4). Eine Farbstudie (Privatbesitz) deutet die räumliche und farbige Situation in wenigen Strichen an. Aber auch die bildmäßig ausgeführten Arbeiten unterscheiden sich voneinander: Die starkfarbige Variante in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen erscheint wie in der Untermalung belassen. Ein Bild in Privatbesitz ist wie das ähnliche Werk der Nationalgalerie ausgeführter und gedämpfter in der Farbgebung. Letzteres war in der ersten Einzelausstellung der Werke Purrmanns 1918 in der Galerie von Paul Cassirer in Berlin zu sehen. Anlässlich dieser Ausstellung veröffentlichte Carl Glaser in der Zeitschrift „Kunst und Künstler“ den ersten ausführlichen, sehr wertschätzenden Beitrag über den Maler. Darin thematisiert er mehrfach die gleichzeitigen und gleichwertigen unterschiedlichen Malweisen: „Der Ahnungslose gerät leicht in die Gefahr, verschiedene Stadien einer künstlerischen Entwicklung zu vermuten, wo es sich nur um verschiedene Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks handelt. […] Das eine wie das andere Bild versucht, das farbige System einer natürlichen Gegebenheit in der Fläche auszubreiten, durch künstlerische Organisation der farbigen Erscheinung ein Gleichnis zu schaffen“ (Carl Glaser, Hans Purrmann, in: Kunst und Künstler, 16. Jg. [1918], S. 460, 462). | Angelika Wesenberg