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Eröffnung der Staatsoper durch Wilhelm Pieck


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Object Description

Die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, 1741–1743 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff unter Friedrich dem Großen errichtet, war im Zweiten Weltkrieg zunächst 1941 beschädigt und nach der umgehenden Instandsetzung im Februar 1945 abermals schwer beschädigt worden. Nach dem Krieg wurde die Oper durch Richard Paulich ab 1951 noch einmal aufgebaut und am 4. September 1955 als „Deutsche Staatsoper“ eröffnet. Tübke arbeitete zu dieser Zeit als Assistent an der Hochschule für Gestaltung und Buchkunst in Leipzig. Sieben Jahre zuvor hatte er das Kunststudium ebendort beendet, um zunächst ein Studium der Kunsterziehung und Psychologie in Greifswald anzuschließen. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralhaus für Laienkunst in Leipzig hatte er sich 1954 entschlossen, freischaffender Künstler zu werden und war in den Verband der Bildenden Künstler eingetreten. Im Oktober 1955 erhielt er vom Kulturfonds der DDR den Auftrag, das Gemälde aus Anlass des 80. Geburtstages des Staatspräsidenten Wilhelm Pieck zu malen. Es zeigt eine dicht gedrängte Festgesellschaft im Foyer der Oper. Die düstere Atmosphäre steht in eigenartigem Gegensatz zum feierlichen Anlass. Dunkle Töne – Schwarz, Petrolblau, Altrosa – dominieren, dazwischen flackern bleiche Inkarnate, weiße Hemdbrüste und Tüllroben. Etwa zwanzig Personen, zumeist porträthaft individuell geschildert, stehen um den Präsidenten und seine Frau, einige haben noch die Hände zum Applaus gehoben. | Oliver Seifert