Meine Eltern (III)
Object Description
Sitte schuf in den 1960er- und 1970er-Jahren insgesamt vier Bildnisse seiner Eltern. Zwei davon befinden sich im Bestand der Nationalgalerie, „Meine Eltern von der LPG“ (A IV 24) von 1962 und das vorliegende Gemälde „Meine Eltern III“ von 1966/1967. Anders als die ersten beiden Elternbildnisse aus den Jahren 1962 und 1963 (Kunstmuseum Moritzburg Halle) ist das dritte Doppelporträt der Serie von 1966/1967 in einer wesentlich expressiveren Formensprache gehalten. Wie in den ersten beiden Bildnissen werden die Eltern, Elisabeth und Josef Sitte, im Kontext ihrer Tätigkeit für die LPG dargestellt. Entsprechend der ersten Version und anders als in der zweiten zeigt Sitte sie nicht bei der Arbeit. Die beiden sitzen, gut gekleidet, im Garten nebeneinander auf zwei Stühlen vor einer Leine mit frischer weißer Wäsche. Elisabeth Sitte hält als Referenz auf ihre Tätigkeit in der Hühnerzucht ein weißes Huhn auf dem Schoß, während Josef breitbeinig und mit gefalteten Händen entspannt die Betrachtenden anschaut. Auffällig sind die großen, stark ausgearbeiteten Hände der beiden, die auf ihre langjährige körperliche Arbeit verweisen. Das Gemälde ist, ebenso wie die anderen drei der Serie, mehr als nur das Bildnis der Eltern, es ist zugleich das Porträt einer Gesellschaft, ein Bekenntnis zur Arbeiterklasse und zum Sozialismus. | Maike Steinkamp