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Object Description

Mit provokant offener Bluse, kurzem Kleid und einem demonstrativen, den Betrachter:innen zugewandten Blick malte Grundig seine Freundin Gerda Laube, wie sie mit ihm auf den Elbwiesen liegt. Dabei gab er sich und seine Partnerin weniger als Individuen wieder, sondern vielmehr als Vertreter einer Klasse: des Proletariats. Die Derbheit der nahezu bildfüllenden neusachlich-veristischen Darstellung des Paares konterkarierte er mit den sorgfältig, geradezu in altermeisterlich-volkstümlicher Genauigkeit gemalten Blumen und Gräsern. Es war genau diese Kombination, die der Dresdner Kritiker Will Grohmann 1925 an dem Bild lobte: „Von Grundig sind Gemälde da, deren Farben- und Formenklang auf die Möglichkeit einer Durchdrigung veristischer mit romantischen, rousseauhaften Elementen hinweist“ (Will Grohmann, Dresdner Ausstellungen, in: Der Cicerone, 17. Jg., H. 18 [1925], S. 913 f.). Grohmann hatte das „Liebespaar“ auf einer der letzten regelmäßigen Ausstellungen der Dresdner Sezession gesehen, der auch Grundig für kurze Zeit angehörte. Der Künstler hatte das großformatige Bild während seiner Studienzeit an der Dresdner Kunstakademie (1922–1927) gemalt, wo er um 1922 in Kontakt mit Otto Dix gekommen war, dessen veristisch-sozialkritischer Stil ihn stark beeinflusste. Das Gemälde gehört zu einem Konvolut von Arbeiten Grundigs, das in den 1960er-Jahren teilweise aus Mitteln des Kulturfonds der DDR für die Nationalgalerie (Ost) finanziert wurde. Die Ankäufe zeigen die zunehmende Akzeptanz der sogenannten proletarisch-revolutionären Kunst der Vorkriegszeit in der DDR. | Maike Steinkamp