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Porträt Ho Chi Minh


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Object Description

Drake schuf ab den 1930er-Jahren viele Porträtbüsten von Familienangehörigen, Künstlerkollegen und bekannten Persönlichkeiten. Als anerkannter Vertreter des sozialistischen Realismus sowie als Professor und Leiter der Abteilung Plastik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee war Drake nicht nur 1955/1956 auf Studienreise in China, sondern hielt sich im Herbst 1958 auch für mehrere Wochen in der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) auf. Dort hatte er Gelegenheit, den 1945–1969, somit während des Indochinakrieges gegen Frankreich (1946–1954) wie auch während des Vietnamkrieges (1955–1975) amtierenden Präsidenten Hồ Chí Minh (1890–1969) kennenzulernen. Der Staatsmann saß Drake an mehreren Tagen Modell, sodass dieser die etwas überlebensgroße Büste in Hanoi weitgehend vollenden und 1959 in Bronze gießen lassen konnte. Drake modellierte Hồ Chí Minh in strenger Frontalität mit hohem, schlanken Kopf und kräftigem Hals auf einem schmalen Gewandsockel. Der Porträtierte strahlt gleichermaßen Güte und Strenge, Würde und Entschlossenheit aus. Aufgrund seines Einsatzes für die Befreiung Vietnams von der französischen Kolonialherrschaft gilt der Kommunist Hồ Chí Minh neben Mao Zedong und Che Guevara als einer der bedeutendsten Praktiker des modernen Guerillakampfs. Hồ Chí Minh war für seine Integrität und einen bescheidenen Lebensstil bekannt. So lebte er etwa in einer Hütte neben dem Regierungsgebäude, setzte sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie für die politische Teilhabe von Bauern ein. Viele internationale Befreiungsbewegungen, darunter auch die westliche 1968er-Bewegung, sahen in Hồ Chí Minh ein revolutionäres Vorbild. Von dem Bildnis wurden sechs Güsse gefertigt; drei davon befinden sich in Vietnam, ein Guss in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und einer in der Akademie der Künste, Berlin. | Uta Caspary