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Object Description

Im Jahr 1929 befasste sich Pauly mit dem soeben erschienenen Gedichtband „Romancero gitano“ („Zigeunerromanzen“) von Federico García Lorca. Seine Verse, in denen die Sinti und Roma, damals „Zigeuner“ genannt, als Verkörperung des spanischen Volkstums besungen werden, beeindruckten die Künstlerin so nachhaltig, dass sie eine Übersetzung ins Deutsche anfertigte. Noch im selben Jahr reiste sie nach Andalusien, um die dort lebenden Sinti und Roma kennenzulernen und malerisch zu porträtieren. Mehrere Monate verbrachte sie in Guadix, einer Stadt am nördlichen Rand der Sierra Nevada. In der Tradition der romantischen Verklärung dieser Bevölkerungsgruppe stehend glaubte Pauly, hier ursprüngliche, freie und edle Menschen gefunden zu haben. Im Kontrast zur modernen Zivilisation, der die Künstlerin einen Verfall humanistischer Werte attestierte, offenbarte sich ihr im „einfachen“ Landleben der Sinti und Roma, ein „Naturschutzpark menschlicher Eigenschaften“ (Charlotte E. Pauly, Die glückliche Halbinsel, Straßburg 1928, o. S.). Das vorliegende Gemälde steht exemplarisch für Paulys Vorgehen, die von ihr porträtierten Menschen in zumeist ruhenden Posen und erdiger Farbigkeit inmitten ihres natürlichen Lebensumfeldes darzustellen. | Irina Hiebert Grun