Lustige Vorgänge
Object Description
Asger Oluf Jørgensen nannte sich ab 1945 Asger Jorn. Er betrachtete die vereinfachte Form als praktischer auf der internationalen Bühne. Meist betitelte er seine Werke in der Sprache des Landes, in dem sie entstanden waren, oder in erfundenen Sprachen, wie er sie etwa in James Joyces 1939 veröffentlichten Roman „Finnegans Wake“ vorfand. Diese Herangehensweise spiegelt sein Interesse am Internationalismus wider sowie seinen spielerischen und experimentellen Umgang mit Kunst und Sprache. Zu den häufig für Titel verwendeten Sprachen gehören neben seiner Muttersprache Dänisch auch Französisch, Englisch, Italienisch, Niederländisch und Deutsch. Die beiden expressiv-emotionalen Gemälde „Lustige Vorgänge“ und „Gitterleute“ entstanden in München, als Jorn sich über Weihnachten und Neujahr 1957/1958 im Haus des Galeristen und Sammlers Otto van de Loo aufhielt. Die herzliche, ausgelassene Stimmung und die bodenständige bayerische Volkskultur amüsierten ihn derart, dass die von ihm ersehnte „Orgie des Malens“ tatsächlich stattfand: Während dieser kurzen, äußerst produktiven Phase soll Jorn 24 Leinwände bemalt haben (Brief Jorn an Otto van de Loo, 12.12.1957, in: Guy Atkins, Asger Jorn. The Crucial Years: 1954–1964, London 1977, S. 40, Anm. 2). Das humorvolle, verspielte Gemälde „Lustige Vorgänge“ mit seinen leuchtenden Farben und dynamischen Formen stellt eine karikaturhafte Figur in den Mittelpunkt. Im Gegensatz dazu dominiert in dem engen, aus Grün, Blau, Rot und Weiß komponierten Farbraum von „Gitterleute“ eine mit harten schwarzen Linien gezeichnete, käfigartige Struktur. | Catherine Nichols