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Tafel 5: Felsenlandschaft aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland


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Object Description

In felsiger Landschaft – frei nach Sandro Botticellis Illustration zum 18. Gesang von Dantes „Inferno“ – treten die neun Musen auf. Rechts neben ihnen begehen unter einem in kosmischer Umwälzung begriffenen Himmel Eva und Adam die Ursünde am paradiesischen Baum der Erkenntnis. Es folgen die mühsame Arbeit auf steinigem Acker, der Brudermord Kains und schließlich der an der Bundschuh-Fahne auf Umsturz sinnende Bauer mit den gleichsam pfingstlich erleuchteten Humanisten, die gegen die scholastischen „Dunkelmänner“ kämpfen. Im unteren Register tritt neben die biblisch-mythische Geschichte eine historisch soziale Allegorie: An drei Tischen verspielen Klerus, Adel und Bürgertum das Land. Rechts davon ziehen die Schmeichler gemäß dem Sprichwort einen Fuchsschwanz durch die Welt („Den Fuchsschwanz streichen“). Ganz rechts bricht der Tod den Stab, und Herr „Jedermann“ (nach Hans Sachs, „Von dem sterbenden reichen Menschen, Hekastus genannt“, 1539) kommentiert vor einer Galgenszene (althochdeutsch „galgo“ = [Hinrichtungs-]Pfahl, also Kreuz) und einem Maibaum (Lebensbaum) die sich nun von Neuem abwickelnde „frühbürgerliche Revolution“. Der Idealist Tübke hatte in seinem Wandbild für die Leipziger Universität „Arbeiterklasse und Intelligenz“ die DDR als eine „zweite Frührenaissance“ sehen wollen. Der Skeptiker Tübke malte das Panorama von Bad Frankenhausen. | Oliver Seifert