Logo

Porträt Frau D.


FacebookShare on Facebook

Object Description

Dieser lebensgroße Bronzekopf entstand zwischen 1931 und 1932 in Berlin. Die Dargestellte ist Hilde Jacobsen, die Drake 1935 heiratete. Ein weiterer Guss des „Porträt Frau D.“ befindet sich im Staatlichen Museum Schwerin. Drake ist mit diesem Frauenbildnis ein subjektives und zugleich zeitloses Werk gelungen. Plastisch fließend und dabei straff geformt arbeitete er die physiognomischen Wölbungen – Kinn, Wangen, Stirn – fast geometrisch heraus. Die flach an den Kopf gelegten Haare betonen die Schädelform. Der ernste Blick mit von den Oberlidern ein wenig verdeckten Augen und die herben Gesichtszüge verleihen dem Porträt Eigensinn und eine natürlich wirkende Introvertiertheit. 1929 war Drake von Dresden nach Berlin gezogen mit der Aussicht, in Wilhelm Gerstels Klasse an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst aufgenommen zu werden, was sich jedoch bei der Aufnahmeprüfung zerschlug. Einzig mit Fürsprache Georg Kolbes arbeite er von nun an als freischaffender Bildhauer. Kolbe verschaffte ihm Zugang zum Verein Berliner Künstler, bei dem Drake erstmals 1931 ausstellte und 1936 Mitglied wurde. In den 1930er-Jahren erhielt er kaum Aufträge. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mithilfe erster Preise bei Wettbewerben des finanzkräftigen Vereins Berliner Künstler. Seine hier porträtierte Frau erwarb „das Fehlende“, wie Drake rückblickend schrieb, durch „Bürotätigkeit“ (zit. nach: Heinrich Drake, hg. von Heinz Lüdecke, Dresden 1958, S. 6). Hilde Drake erkrankte im Sommer 1943 an einem organischen Nervenleiden, an dem sie im März 1958 starb. | Uta Caspary