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Object type: Armreif (Kleinkunst / Schmuck / Armschmuck)
Fragment eines Armreifes mit D-förmigem Querschnitt
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Fast unscheinbar, dennoch beeindruckend elegant wirkt das Fragment eines breiten Armreifs aus hochpoliertem Achat mit einer holzähnlichen Maserung. Der Schmuck gehörte zur Grabausstattung eines Nebengrabes des Königs Djer, der in der 1. Dynastie, ca. 3000 v. Chr., regierte. Der Armreif stammt aus der Sammlung von Émile Amélineau, der zwischen 1897 und 1898 auf dem Friedhof von Umm el-Qaab bei Abydos, einem Areal etwa 1,5 km vom Fruchtland entfernt, in der Wüste Mittelägyptens gelegen, Ausgrabungen durchgeführt hat. Bei den Gräbern handelt es sich um rechteckige Kammern, die im Boden eingelassen sind und deren Wände aus ungebrannten Nilschlammziegeln bestehen. Im Zentrum des Grabes des Djer befindet sich eine große Grabkammer, die zudem mit einem Holzschrein ausgestattet war und in der die Bestattung des Königs lag. Die Kammer wurde durch eine massive Holzbalkenkonstruktion abgedeckt, über der noch im oberen Teil der Grube ein flacher, von Ziegelmauern eingefasster Sandtumulus aufgehäuft war. Die Kombination von Grabgrube und Aufschüttung nach vollzogener Bestattung wird als symbolische Andeutung eines Urhügels verstanden. An der Ostseite oder auf dem Tumulus befand sich vermutlich eine Opferstelle, die möglicherweise durch ein Stelenpaar mit dem Namen des Grabbesitzers gekennzeichnet war. Umgeben ist dieses Grab von 338 Nebenkammern, in denen neben Funddepots wohl außerdem Mitglieder des Hofes beigesetzt worden sind. Diese waren durch Stelen von Frauen und Männern, darunter auch kleinwüchsige Menschen sowie Hunden gekennzeichnet. Gräberfelder gleich dem von Abydos können als gesellschaftlicher Spiegel verstanden werden, die wie in diesem Fall die Herausbildung einer sozialen Elite im frühen Ägypten belegen. Dazu gehört neben der Größe der Grabstätten die umfangreicher werdende Ausstattung. Es sind nun vermehrt Luxusgegenstände zu verzeichnen und nicht nur Gebrauchsgüter. Zu den Luxusgütern zählt ebenfalls der Armreif, der auf Grund seines Materials, aber auch der qualitätvollen Verarbeitung, eine Besonderheit darstellt. Er gehört zu einer begrenzten Gruppe an größeren Schmuckstücken, die aus Achat gefertigt wurden. So wurde im Zuge von jüngsten Nachgrabungen in der Sandverfüllung in der Grabkammer des Königs Djer ein vergleichbares Stück gefunden. Womöglich handelt es sich sogar um ein anpassendes Fragment. (J. Helmbold-Doyé)
Armring
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Armring stammt aus einem Grab in dem drei Personen beigesetzt wurden, deren Körper in Tierhäute und Matten eingewickelt waren. Auf dem Friedhof von El-Kubanieh-Süd, in der Nähe der südlichen Stadt Assuan, sind ägyptische neben nubischen Bestattungen der sogenannten A-Gruppe zu finden. Eine Unterscheidung der Ethnien einzig auf Grundlage der Beigaben ist nicht möglich und kann somit auch für diesen Fall nicht entschieden werden. Insgesamt fanden sich in dem Grab sechs Armringe, die ein paarweises Tragen wahrscheinlich machen. (J. Helmbold-Doyé)
Fragment eines Armreifens mit Darstellungen von Kapriden und Pflanzen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Fragment eines Armreifs wurde am 27. Dezember 1911 von Ludwig Borchardt im Brunnen des Hauses N 48.18 zusammen mit Gerätebruchstücken und Scherben aufgefunden. Die Darstellung zeigt springende und laufende Kapriden, welche sich zwischen verschiedenen Pflanzen jeweils gegen den Uhrzeigersinn bewegen. Das Schmuckstück ist ein außerordentlich filigranes Exemplar hochwertiger Pasteneinlage. Die Darstellung der vielfältigen Pflanzen und Paarhufer entspricht den Anspielungen im großen Aton-Hymnus des Echnaton. Aus: Seyfried, F.; Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 254 (Kat.-Nr. 36).
Armreif
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Reif stammt aus dem sogenannten Friedhof N aus dem unternubischen Aniba – ein Ort, der heute durch den Nasser-Stausee überflutet ist. In der einfachen Grabgrube war ein Individuum beigesetzt, dessen Alter und Geschlecht unbekannt sind. Die Hockerstellung des Skelettes sowie die Beigaben verweisen auf ein Mitglied der sogenannten nubischen C-Gruppe. Als Schmuck trug der Verstorbene diesen Reif zusammen mit einem weiteren an seinem rechten Unterarm. (J. Helmbold-Doyé)
Armreif
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Armbänder wurden von Frauen und Männern im Alltag getragen und waren von Anbeginn der ägyptischen Geschichte Teil der Grabausstattung einer Elite-Bestattung. In der Regel wurden sie aus Muscheln oder Schalen von Weichtieren gefertigt. In der 1. und 2. Dynastie wurden Armreife außerdem aus gewöhnlichem Gestein sowie aus Edelsteinen hergestellt. Das Objekt aus Grauwacke stammt aus dem Antikenhandel, kann aber vermutlich ebenfalls mit der königlichen Nekropole von Abydos verbunden werden. (J. Jancziak)
Armreif
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der an einer Seite offene, ovale Armreif wurde von Hermann Junker in einem sogenannten Tumulus, d. h. Rundgrab, im Friedhof von Toschke gefunden, das nur wenige Beigaben enthielt. Neben einer Kette ist ein zweiter Armreif gleicher Form dokumentiert, die womöglich paarweise getragen wurden. Es handelt sich hierbei um ein übliches Design, das in den Gräbern der nubischen Kultur gefunden wurde, die als C-Gruppe tituliert wird. (J. Helmbold-Doyé)
Armreif
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der offene Armreif wurde in einer ovalen Grabgrube innerhalb des nubischen Friedhofs von Toschke gefunden. Außer dieses Armreifs sind keine weiteren Beigaben nachgewiesen. Der Ausgräber, Hermann Junker, nahm auf Grund seiner geringen Größe an, dass es sich hierbei um ein Schmuckstück einer Kinderbestattung gehandelt hat. (J. Helmbold-Doyé)