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Object type: Buchobjekt
Psaligraphische Skulptur
Kunstbibliothek
Im Jahr 1973 begann Helfried Hagenberg seine Werkreihe Psaligraphische Skulpturen. Der Seitenblock von handelsüblichen Geschäftsbüchern der Marke Ekaha, im gleichbleibenden kleinen Format 21,5 cm x 15,5 cm, mit karierten Seiten in unterschiedlicher Seitenzahl, wurde von ihm jeweils in verschiedene geometrische Formen geschnitten. Dafür wurde jede einzelne Seite anders eingeschnitten und erst die Schichtung der Seiten, meistens bei der Öffnung der Buchmitte, ergibt die psaligrafische Skulptur. Bei dem vorliegenden Buch wurden in Seiten im Block in die Form eines Spitzkegels geschnitten.
Mumifiziertes Buch
Kunstbibliothek
Der Performance-Künstler Servie Janssen hat durch Feuer und weitere, nicht dokumentierte Verfahren ein Buch mumifiziert und es in einen Acrylglasbehälter luftdicht eingeschlossen. Auf dem Buch im Glaskasten liegt ein mit Bleistift beschriebenes, ausgerissenes Kalenderblatt.
Telefonbuch
Kunstbibliothek
Für das Buchobjekt wurde ein alter industrieller Werkstelefonhörer mit seinem elektrischen Anschlusskabel auf den verschraubten Buchblock eines amtlichen Telefonbuchs montiert, das Kabel ist durch den Buchblock gezogen. Es wurde dafür das Amtliche Fernsprechbuch 36 aus dem Jahr 1972-1973 benutzt. Der Künstler mit dem Pseudonym "Dr. Panthel" konnte bislang nicht identifiziert werden.
Ode an die Nation
Kunstbibliothek
Für das Buchobjekt Ode an die Nation hat Wil Frenken sechzehn Stofftücher, auf das Buchformat zugeschnittene Baumwollbezüge, so genannte Dauneninlets, mit jeweils zwei Abdrücken eines in schwarzer Druckerfarbe eingefärbten Buches bearbeitet. Diese Stofftücher sind zwischen zwei Holzleisten geklemmt und verschraubt. Als Druckstock verwendete Frenken eine Ausgabe des Buches Grillparzers sämtliche Werke, das 1882 im Verlag Cotta in Stuttgart erschienen war. Das Buch ist in das zu einer Tasche vernähten, dritte Tuch eingefügt und gehört zu dem Buchobjekt. Wil Frenken hat für seine druckgraphische Reihe der "Umgebungsdrucke" verschiedenste Gegenstände des Alltags eingefärbt und auf Tuch abgedruckt, dazu zählen Türen, Stühle, Violinen und Bücher.
Soft Story (1)
Kunstbibliothek
Das "weiche" Buchobjekt von Alice Kochs (eigentlich Alice Schorbach) besteht aus einem Einband, überzogen mit rosafarbener Folie aus Kunststoff. Die Innenseiten sind mit Schaumstoff beklebt und ein quadratisches Schaumstoffobjekt, das in rosafarbener Folie vernäht wurde, ist eingelegt worden. Im Verlag von Rolf Kuhn sind 30 Exemplare erschienen, hier ist es die Nummer 5.
Strandszene
Kunstbibliothek
Eine Ausgabe des fünften Bandes von Meyers Konversationslexikon mit den alphabetischen Lexikoneinträgen von "Nordkap" bis "Schönbein" wurde von Hubertus Gojowczyk von hinten vernagelt. Von vorne wurde das Fragment einer Plastikpuppe, ein kleiner Arm mit ausgestreckter Hand, in den Buchdeckel montiert.
Buchobjekt, Serie 1967
Kunstbibliothek
Dietrich Helms hat für seine Serie von Buchobjekten aus dem Jahr 1967 vorgefundene Versandhauskataloge, Kriminalromane und Telefonbücher bearbeitet. Die Umschläge der Drucksachen wurden von ihm entfernt und durch mehrfaches Falten der einzelnen Seiten der Buchblock in eine zylindrische Form gebogen. Dietrich Helms hat für seine gefalteten Buchobjekte ein "Rezept" aufgeschrieben, dass implizit auch die Möglichkeit der eigenen Anfertigung von solchen Buchobjekten nach seinem Rezept eröffnet: "Man nehme einen Versandhauskatalog, reiße die steifen Einbanddeckel ab, knicke jede Blattseite in der Mitte um und stecke die Außenkante jeweils nach innen fest, man wiederhole dann die Prozedur: knicke jede schon gefaltete Seite noch einmal um und stecke den Außenrand wieder in der Buchmitte fest." (Dietrich Helms 1967)
Big Purple Story (5)
Kunstbibliothek
Das Buchobjekt von Alice Kochs (eigentlich Alice Schorbach) besteht aus einem Einband, überzogen mit einer lilafarbenen Folie aus Kunststoff, dessen Innenseiten mit einer entfaltbaren, großen Folie in gleicher Farbe beklebt sind. Im Verlag von Rolf Kuhn sind 30 Exemplare erschienen, hier ist es die Nummer 5.
Knowledge from a-z
Kunstbibliothek
Das Buchobjekt von Alice Kochs (eigentlich Alice Schorbach) besteht aus einer auffaltbaren Mappe in scharzem Leineneinband mit alphabetischem Register. In jedes zweite Registerfach ist ein zerknülltes und gefaltetes schwarzes Seidenpapier abgelegt.
Eine Aktion
Kunstbibliothek
Das Buchobjekt ist die Dokumentation einer "Aktion bei der industriell auf ein Pappröllchen aufgespulte Nähseide von C. O. Paeffgen manuell mit verzinktem Draht umwickelt wird demonstriert durch Fotos und ein Objekt präsentiert vom Wolfgang Hake Verlag" (Titelblatt des Buches). Auf den ersten elf Seiten sind die Fotografien der Aktion geklebt, die folgenden Seiten sind kreisförmig ausgestanzt. Auf der letzten Seite ist eine mit verzinktem Draht umwickelte Nähseidenrolle montiert. Das Buch erschien in einer Auflage von 55 Exemplaren, hier ist es das Exemplar Nummer 6.
Hausbuch
Kunstbibliothek
Die Objekt Hausbuch des Künstlers, Galeristen und Kunsterziehers Erwin Wortelkamp besteht aus sieben unterschiedlich großen, über Schaniere miteinander verbundenen Eisenplatten, die sich zu einem Modell eines Hauses zusammenklappen lassen.
Jedes Wort zählt = 3
Kunstbibliothek
Der Autor Bruno Paulot hat nicht nur Kriminalgeschichten und Bücher über Jazzmusik veröffentlicht, sondern auch Künstlerbücher wie Jedes Wort zählt = 3. Auf den 18 Seiten des Buches sind kurze Sätze mit verschieden vielen Wörtern gestempelt, die jeweils auch mit ihrer Anzahl benannt werden.
Wilhelm Busch Gesammelte Werke
Kunstbibliothek
Wil Frenken hat das Buch Wilhelm Busch Gesammelte Werke mit schwarzer Druckerfarbe eingefärbt und auf ein großes Baumwolltuch, ein so genanntes Dauneninlet, von allen Seiten abgedruckt: Die Vorder- und Rückseite des Buches, den Buchrücken sowie die drei Schnittkanten des Buchblocks. Das als Druckblock verwendete Buch gehört zu dem Buchobjekt und ist in das Tuch eingeschlagen. Wil Frenken hat für seine druckgraphische Reihe der "Umgebungsdrucke" verschiedenste Gegenstände des Alltags eingefärbt und auf Tuch abgedruckt, dazu zählen Türen, Stühle, Violinen und Bücher.
Papierliebe 4
Kunstbibliothek
Das Buchobjekt Papierliebe 4 von Magnús Pálsson besteht aus mehreren Seiten figurativ modellierter Pappmaché, die in einen grau bemalten Buchdeckel aus Holz eingeklebt sind.
Der Spiegel
Kunstbibliothek
Joseph Beuys signierte in einer Auflage von 100 Exemplaren die Zeitschrift Der Spiegel (Ausgabe Nummer 45, Jahrgang 33, November 1979). Die Signatur ist von Hand mit rotem Filzstift vertikal über das eigene fotografische Porträt auf dem Umschlag der Zeitschrift geschrieben.
Ohne Titel
Kunstbibliothek
Das Objekt besteht aus einem farblosen Acrylglasblock, der in einen aufgefundenen chinesischen Buchschuber aus dünnem, rötlichem Karton mit Aufdruck von Schriftzeichen eingeschoben ist. Das Objekt ist nicht beschriftet oder signiert.
About a Book
Kunstbibliothek
1975 veröffentlichte Sef Peeters im Eigenverlag das Multiple About a Book. Es besteht aus einem Holzblock, der mit bedrucktem Papier ganzflächig beklebt und in einen schwarzen Leineneinband mit zwei weiteren Leerseiten gebunden wurde. Die Auflage des Multiples beträgt 25 Exemplare, hier ist es das Exemplar Nummer 9.
Landschaftsdossier VI Smog
Kunstbibliothek
1977 erstellte der Künstler Heinz H. R. Decker zehn Landschaftsdossiers in kleinformatigen Leitzordnern zu Themen der Umweltverschmutzung. Im sechsten Dossier Smog ist eine Plastikhülle mit Erde und Feinstaub als Probe eingeklammert. Verschieden groß zugeschnittene Fotografien, ein Papiertaschentuch, eine Atemmaske sowie Zeitungsausschnitte zum Thema "Smog", eine durch Emissionen verursachte Luftverschmutzung insbesondere in Großstädten, sind in Plastiksichthüllen eingeheftet.
Buch
Kunstbibliothek
Die Edition mit dem schlichen Titel Buch erschien 1973 in der Edition Carmen Gantzert mit fünfzehn Exemplaren, hier ist es das Exemplar 1. Zwei identisch große Platten aus Buchenholz in einem Karton mit der gedruckten Aufschrift Buch können wie ein geöffnetes Buch aufgestellt werden. Nur in einem der zwei Holzplatten sind eine Vertiefung ausgehoben und die Teile eines zerbrochenen Füllfederhalters eingefügt, um den sich die ausgelaufene Tinte über das Holz ausbreitet. Zur Edition gehört auch eine Broschüre, die hier jedoch fehlt, mit einer Fotografie und folgendem Text: "Das einzige woran er sich erinnerte, war in dem Moment als er die Aufnahme machte gewusst zu haben, warum er sie photographierte. Dieses „warum“, das er seither vergessen hatte. Er musste es gewusst haben, denn er hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht den Ort und das Datum zu notieren, wie er gewöhnlich tat. Nichts schien ihm jetzt weniger verlässlich als diese Evidenz."
Die Donauquelle
Kunstbibliothek
Das Buch Die Donauquelle erschien 1978 in einer Auflage von 500 Exemplaren, herausgegeben von der Galerie Michael Werner in Köln. Außerhalb der Auflage wurden 50 Exemplare nummeriert und signiert, weitere 25 Exemplare wurden mit einem Originalumschlag versehen. Der Buchdeckel ist hier an der Vorder- und an der Rückseite in einer Mischtechnik mit Baumrinde beklebt und mit brauner, weißer und blauer Ölfarbe bemalt. Auf der Vorderseite ist der Titel von Hand geschrieben.
Je meurs trop
Kunstbibliothek
Auf einen Ziegelstein, auf den die Nummer 221130 eingemeißelt ist, ist ein Zettel mit dem Titel Je meurs trop geklebt und eine bedruckte Buchbinde umgebunden. Auf der Vorderseite der Buchbinde ist das Motto "Une se[a]nsibilté unique au monde (Antonin Artaud)", auf der Rückseite ist das Impressum mit der handschriftlichen Auflagennummer (Exemplar 12/50) gedruckt. Es ist der erste "livre-brique" von Robert Filliou, dem ab dem Jahr 1981 weitere folgen sollten. Bereits 1963 hatte Filliou die Idee, alle Ereignisse eines einzigen Tages zu fotografieren, doch dieses Projekt mit dem Titel "Je meurs trop" (Ich sterbe zu oft) wurde damals nicht umgesetzt. Erst 1977 realisierte er die Edition von 50 Ziegelsteinen, mit einer für Buchwerbung typischen Bundebinde, auf der das werbende Zitat von Antonin Artaud gedruckt ist.
Landschaftsdossier IX Was fliegt denn da
Kunstbibliothek
1977 erstellte der Künstler Heinz H. R. Decker zehn Landschaftsdossiers in kleinformatigen Leitzordnern zu Themen der Umweltverschmutzung. Im neunten Dossier Was fliegt denn da ist Erde und Gras, gekennzeichnet durch ein aufgemaltes rotes Kreuz, als Probe eingeklebt. Verschieden groß zugeschnittene Fotografien, ein Kompass, ein Notizbuch, eine Vogelfeder, ein Datumsstempel sowie Zeitungsausschnitte zu dem Thema der Pestizide in Pflanzenschutzmitteln sind in Plastiksichthüllen eingeheftet. Die Fotografie eines Buchumschlags verweist auf die Publikation Der stumme Frühling (englischer Titel: Silent Spring) der US-amerikanischen Biologin Rachel Carson, die auch in Deutschlang wegweisend für die Umweltbewegung war.
Lesebuch III
Kunstbibliothek
Für die Serie der Lesebücher I-IV hat Hubertus Gojowczyk verschiedene Bücher in der Mitte des Buchblocks aufgeschlagen und die so entstehende Buchfläche durch die Montage von Material gesperrt. Die Bücher sind dadurch nicht mehr lesbar. Das dritte Lesebuch ist auf den zwei aufgeschlagenen Seiten jeweils mit vier Holzleisten, über die eine durchsichtige Folie gespannt ist, benagelt. Es entsteht so der Eindruck von zwei sehr flachen und kleinen Schaufenstern in den Buchtext.
Originalsitzbild Kunst
Kunstbibliothek
Seit Beginn der 1960er Jahre entwickelte der Aktionskünstler Otto Dressler, der sich selbst "Verfremder" nannte, performative politische Aktionen, in denen er sich mit den Themen Krieg und Faschismus, Kunst und Kapitalismus auseinandersetzte. Dazu gehören auch seine "Originalsitzbilder" in Schaumstoff wie das blau eingefärbte Buchobjekt mit dem Titel Kunst: "Sitzbilder sind von der Wand befreite Bilder, vom Sockel genommene Plastiken, multiple Objekte, drück-, quetsch- und angreifbar, abwaschbar" (Otto Dressler 1972).
Livre brûlé et à brûler
Kunstbibliothek
In ein Pariser Telefonbuch aus dem Jahr 1966 sind Aluminiumfolien eingelegt und Streichhölzer in verschiedenen Größen sowie Feuerwerkskörper und Wunderkerzen in seriellen Reihen collagiert. Einzelne Buchseiten sind rot oder schwarz eingefärbt, verbrannt, verkohlt oder versengt. Es sind verschiedene Techniken des Verbrennens erkennbar, die das Künstlerbuch in seinem strukturellen Aufbau kennzeichnen. Bernard Aubertin nahm nach seinem Studium der Malerei in Paris und der Begegnung mit Yves Klein von 1961 bis 1970 an den Demonstrationen und Publikationen der Künstlergruppe ZERO teil, in diesen Jahren entstanden auch seine ersten Feuerbilder und verbrannten Bücher, die Livres brûlés.
Goethe Band IV
Kunstbibliothek
Fünf Bände einer Ausgabe des 19. Jahrhunderts von Goethe's Werke wurden von Hubertus Gojowczyk als Serie bearbeitet. Der Buchblock des vierten Bandes wurde von der Rückseite verschraubt. Auf die Vorderseite des Leineneinbandes und in den Buchblock wurden drei Fragmente einer Plastikpuppe montiert, ein angewinkelter Arm und zwei Unterschenkel mit Füßen.
Pocket Book
Kunstbibliothek
Das Buchobjekt von Alice Kochs (eigentlich Alice Schorbach) besteht aus einem Einband, überzogen mit einem hellen Baumwollstoff, in den eine Stofftasche eingenäht ist. In die Tasche ist ein gefaltetes Tuch eingelegt, auf das in der Mitte die Worte "Read It" in zwei Spalten zu acht Zeilen gedruckt sind. Es ist der Prototyp einer nicht realisierten Auflage.