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Object type: Deckelbecher
Töbingbecher aus dem Lüneburger Ratssilber
Kunstgewerbemuseum
Engelköpfe, Manschette des Bechers und Blattkränze des Deckels gegossen. Fuß-, Mündungsring und Deckelrand gesondert gearbeitet. Becher- und Deckelinneres glatt. Unterseite von Fuß und Becher, Rosetten und Hügel unvergoldet, Rosetten der Manschette kalt bemalt, Hügel mit Resten schwarzen Emails. Marken auf der Unterseite des Bechers. Rosetten am Fuß mit Splinten befestigt. Fuß und Becher durch Bajonettverschluß verbunden. Deckelfigur und oberer Ring des Fußteils fehlen. Konischer Deckelbecher mit abnehmbarem Fußteil. Am Standring gravierte Inschrift: JOHAN TOBING D(ONUM) D(EDIT) A(NNO) D(OMINI) 1566 MENSE FEBRUA(RI). In der Kehlung gepunzt: HGD. Auf Becherwandung und Deckel geätzter Maureskendekor. Auf dem Deckel eine zweizeilige Inschrift: DICTUM EOBANI HESSI PVRO CORDE DEVM COLE DILIGE HAEC FIDEI SVMMA EST HIC PIETATIS APEX CONSVLI FRATRI (Ausspruch des Eobanus Hesse: Liebe Gott mit reinem Herzen, das ist das höchste Gebot des Glaubens, der Gipfel der Frömmigkeit. Seinem Bruder, dem Bürgermeister, gewidmet). Von der ursprünglich bekrönenden Figur erhalten: die Standplatte mit den Füßen, ein Stab- und ein Schild(?)-Ansatz. Der Bechertypus, der seinen Ursprung vielleicht am burgundischen Hof gehabt hat, auch "Hofbecher" genannt wurde, war im ganzen 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet geläufig. Erhalten haben sich noch etwa 25 Beispiele.
Deckelbecher mit Orpheusszene
Kunstgewerbemuseum
"Schwerer Deckelbecher mit Orpheusdarstellung. Orpheus, leierspielend, sitzt in waldiger Flußlandschaft, umgeben von Tieren allerlei Art. Auf dem Deckel in schmaler Zone viele Vögel, die eine Eule umschwärmen. Blanke Rundbogenfriese. Der Boden tief ausgerundet. Glas klar, der Becher grünlich, der Deckel manganfarben." aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 7, Nr. 1 Der Deckelbecher ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
gefußter Deckelbecher
Kunstgewerbemuseum
Gefußter Deckelbecher mit Verzierung in Reliefguß. Auf dem eiförmigen Körper eine breite Zone mit Arabeskenbändern und zierlichen Ranken in Flachrelief. Auf dem Deckel ein Fries mit kleinen Köpfchen und Ornamenten mit Fruchtbündeln in Hochrelief; der Knauf fehlt. Unbezeichnete Arbeit in der Art des Paulus Beham, in mehreren Exemplaren überliefert. (Hintze II, Nr. 173 b)
sog. Trenck-Becher
Kunstgewerbemuseum
Der preußische Offizier Friedrich Freiherr von der Trenck (1727-1794) saß zwischen 1754 und 1763 wohl wegen seiner Beziehungen zu seinem Vetter Franz Freiherr von der Trenck, der in österreichischen Diensten stand, in Magdeburg und Berge in Festungshaft. Er selbst nennt in seiner berühmt gewordenen Autobiografie seine Beziehung zu Prinzessin Amalie von Preußen, der Schwester König Friedrichs des Großen, als Haftgrund. Während der Gefangenschaft hat Trenck mit Hilfe eines Nagels Bilder und Texte in eine Reihe von Zinnbechern graviert, die er aus der Haft heraus versandte und von denen etliche erhalten geblieben sind. Aus der Sammlung Bertram (Chemnitz) sind insgesamt drei dieser sogenannten Trenck-Becher in den Bestand des Berliner Kunstgewerbemuseums gelangt (außerdem noch Inv. Nr. O-1969,120 und O-1969,121). Der Becher Inv. Nr. O-1969,122 gilt als das bekannteste Exemplar, da Trenck selbst ihn in seiner Autobiografie ausführlich beschrieben hat und er in den Besitz der Kaiserin Maria Theresia in Wien gelangt war. Er soll dadurch auch eine Rolle bei den politischen Bemühungen Österreichs um die Freilassung von der Trencks gespielt haben. Eine der Darstellungen dieses Bechers zeigt eine Szene im Weinberg, darunter erscheint die folgende gravierte Inschrift: "Mein Weinberg war gebaut, ich sahe ihn schon blühen. Die Hofnung reiffer Frucht beseelte mein Bemühen. Allein ich pflanzte nur, ein Ahab trinkt den Wein. Und mein Verhängnis will, ich soll ein Naboth seyn."