70 results
Object type: Deckelpokal
Deckelpokal mit Ranken
Kunstgewerbemuseum
"Deckelpokal mit großen Ranken in Blankschnitt auf mattiertem Grund. Ähnliche Ranken auf einer schmalen Zone des Deckels. Auf dem Fuß mattierte Blattranke. Mattierte Spitzblattfriese. Rundbogenfries am Lippenrand. Knäufe hohl. Glas hell, die Kuppa von feinen Haarrissen durchzogen." aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 23, Nr. 3 Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Deckelpokal mit Wappen von Schwarzburg-Rudolstadt
Kunstgewerbemuseum
"Deckelpokal mit Wappen von Schwarzburg-Rudolstadt. Das geschnittene und vergoldete Wappen, gehalten von wildem Mann und Jungfrau, deren Körper unvergoldet belassen sind. Hinten das bekrönte Spiegelmonogramm J.F. des Fürsten Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt (1744-1767). Die Knäufe facettiert und mit Quadern belegt, die Hohlkehlen darüber glattrund, darunter facettiert. Auf Fuß. Unterhalb der Kuppa und Deckel Rundbogenfriese mit Ovalaugen und einem äußeren Kranz von vertieften Rillen - alles vergoldet. Glas hell und gesund." aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 36, Nr. 3 Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Pokal in Gestalt einer Eule
Kunstgewerbemuseum
Fayence-Vase in Form einer Eule mit abnehmbarem -kopfe, weiss mit blau, Schnabel und Füße vergoldet, unten in einen runden Tellerfuß ausladend. Auf der Brust ein in Relief herausgearbeitetes Wappen: Schild mit drei links gekehrten blauen Hirschstangen, offener Helm mit niedrigem von fünf Pfauenfedern bestecktem Hut, Decke und Helmzier vergoldet. Datiert 1555. Dere Körper 16. Jahrh., der Kopf spätere Ergänzung. Zettelkartei Slg. Figdor Das Stück ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Willkomm-Pokal der Nürnberger Schumacherzunft
Kunstgewerbemuseum
Zinngefäße wie Willkomm-Pokale, Schleif- und Schenkkannen sowie Becher besaßen im Rahmen der zünftigen Traditionen genau festgelegte Funktionen. Bei Gesellen- oder Meisterwerdungen, bei Rechtsakten und bei den regelmäßigen Zusammenkünften der Zunft fanden sie ebenso Verwendung wie bei der Willkommen-Heißung von Gästen. Als genossenschaftliches Eigentum waren sie zugleich Ausdruck des sozialen Ranges der jeweiligen Zunft. Aufbewahrt und bei zünftigen Anlässen ausgestellt wurden der Willkomm und das übrige Zunftzinn in Zunftladen, die auch die Gestalt repräsentativer Buffets annehmen konnten (Kat. Nr. 26). Der aus Koblenz stammende Zinngießer Nicolaus Horchhaimer († 1583), der 1561 in Nürnberg das Meister- und Bürgerrecht erhielt, fertigte den ungewöhnlich großen Willkomm im Auftrag der Nürnberger Schuhmacherzunft. Diese soll ihn der Überlieferung nach ihrem berühmten Altmeister Hans Sachs 1569 zum 75. Geburtstag geschenkt haben. Aus diesem Grund ist das Gefäß auch unter dem Namen „Hans-Sachs-Pokal“ bekannt geworden. LL
Deckelpokal
Kunstgewerbemuseum
Vielleicht einstmals zum Kölner Ratssilber gehörend, ist der Pokal ein spätes Beispiel jener repräsentativen Silbergeräte, die häufig als Huldigungsgeschenke angefertigt wurden und bei festlichen Gelegenheiten die Schaubuffets zierten. Die Gestaltung des Gefäßes wird von drei Silberfiguren beachtlicher künstlerischer Qualität bestimmt: einem knieenden Herkules als Träger der Kuppa und zwei Deckelfiguren, die bisher nicht sicher gedeutet werden konnten. Möglicherweise handelt es sich um Jungfrau und Bauer aus dem Dreigestirn des Kölner Karnevals. Fuß und Wandung zieren Reliefs mit Darstellungen von Kölner Heiligen, am Deckel erscheinen Johannes d.T. und die Apostel Petrus und Bartholomäus.
Eulenpokal
Kunstgewerbemuseum
Fayence-Pokale in Gestalt einer Eule wie dieses 1544 datierte Exemplar waren im 16. Jahrhundert vor allem in Süddeutschland verbreitet. Die Eule, das Tier der antiken Göttin Minerva und Sinnbild der Weisheit, will die aus diesem Gefäß Trinkenden offenbar zur Vernunft mahnen. LL
Gehenkelter Prunkpokal mit Bekrönung in Form eines Adlers
Kunstgewerbemuseum
Der Deckelpokal folgt einem zeichnerischen Entwurf von Karl Friedrich Schinkel aus dem Jahr 1830 (Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Inv. Nr. SM 37a.24), den Johann George Hossauer zwischen 1831 und 1859 mehrfach und in verschiedenen Varianten in Silber ausgeführt hat. Der auf Tatzen ruhende runde Fuß trägt eine klassizistisch streng konturierte Kuppa, die durch Perlbänder in drei Zonen gegliedert ist. Die Widmungstafel in der mittleren Zone enthält eine leer gebliebene Tabula für eine Widmungsinschrift. Die beiden über Masken aufschwingenden vegetabilen Henkel sind etwas einfacher gebildet und setzen höher an als bei dem Entwurf Schinkels. Den gespannt konkav aufschwingenden Deckel krönt die gegossene Figur eines preußischen Adlers. Anders als die Mehrzahl der nach dem gleichen Schinkel-Entwurf gefertigten anderen Exemplare ist dieser Deckelpokal rein ornamental geschmückt und zeigt keinerlei bildliche Darstellungen. LL
Deckelpokal mit Bacchanten
Kunstgewerbemuseum
Der Pokal entstand nach einer Vorlage Karl Friedrich Schinkels, die in dem ab 1821 erschienenem Druckwerk "Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker" verbreitet worden war. Umlaufend um den Nodus erscheint eine antikisch gewandete Gruppe von Figuren mit einem Eber, um die Kuppa läuft ein durch Bacchanten, Mänaden und Tiere belebter Akanthusfries. Dem Entwurf Schinkels wurde bei dieser Ausführung ein Deckel mit Pinienzapfenknauf hinzugefügt. Auf dem Fuß erscheint die Inschrift: "IHREM VORMUNDE DIE DANKBAREN MÜNDEL MDCCCXXVIII". Wahrscheinlich sind die figürlichen Teile des Pokals durch Leonhard Posch modelliert worden. Die Ausführung erfolgte laut Beschauzeichen (Scheffler 381) durch Johann George Hossauer. LL
Deckelpokal
Kunstgewerbemuseum
Reich verzierter Becherpokal von gedrungener Gestalt. Der üppige, getriebene Blattdekor, der einige Hauptzonen des Pokals am Fuß, Gefäßkörper und Deckel ziert, wird von glatten Streifen, Profilen sowie von Zungen- und Lammellenbändern eingefaßt und in der Wirkung zurückgedrängt. Am oberen Teil der Cuppa in vier ovalen Feldern liegende weibliche Gestalten. Darunter ein Kranz von Löwenköpfen, vielleicht zum Anbringen von Zunftzeichen. Der Schaft und der Deckel werden durch aufgelegtes, durchbrochenes Blattwerk geschmückt. Der Pokal trägt die Marke I.AST (Mz. Rosenberg Nr. 1172), eines in Berlin (Bz. Berlin Rosenberg Nr. 1149) in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts tätigen Meisters (der hier 1658 den Bürgereid ablegt), für den mehrere Arbeiten gesichert sind. Die Grundform dieses Pokals geht noch ins 16. Jahrhundert zurück, ebenso die figürliche Verzierung mit Reliefs und mit der bekrönenden Kriegerstatuette, deren Modell wohl auch älter sein dürfte. KP
Interimspokal aus dem Lüneburger Ratssilber
Kunstgewerbemuseum
Fußzarge, Christusfigur und Drache, Deckelbekrönung und Wappenschild gegossen. Ränder und vollplastische Köpfe der Kuppa gesondert gearbeitet. Beschlagornament des Deckels und Fußunterseite unvergoldet. Marken auf dem Stützzylinder unter dem Fuß. – Kopf der Deckelfigur verloren. Vierpassiges, horizontal gegliedertes und dicht reliefiertes Gefäß. Prall gewölbter Fuß mit getrepptem Rand, eingeschnürt von einer Zahnschnittzarge. Weinranken auf gepunztem Grund, oben mit Teufelsfigürchen, unten eingefaßt von Beschlagwerk. Als Schaft Gestalt des segnenden Christus auf krötenähnlichem Drachen mit geringeltem Schwanz und Köpfen von Papst, Teufel (als gefallener, geflügelter Engel) und Türke. Auf dem Haupt Dornenkrone und kapitellartiger Laubkranz, als Abschluß flacher Blattkranz. Kuppa stark eingeschnürt, aufgelegt ein Kranz mit gerolltem Akanthus und Rosetten, unten zwischen Fruchtdekor je zwei vollplastische Frauen- bzw. Kriegerköpfe in Kartuschen, oben vier ovale, sich herauswölbende und von Beschlagwerk mit Fruchtgirlanden und grotesken Masken gerahmte Darstellungen. Diese werden durch Inschriften auf dem vierpassigen, konischen Mündungsrand erläutert: 1. Christi Taufe im Jordan: HIC EST FILIVS MEVS DlLECTVS IN QUO MIHI BENE COMPLACITVM EST: MATE 3 (Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Mt 3,17). 2. Die Verklärung Christi: HIC EST FILIVS MEVS DILECT(VS) IN QUO MIHI BENE COMPLACVI IPSVM AVDITE: MAT. 17 (Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Mt 17,5). 3. Predigt des Apostels Paulus: ETIA(M) Sl NOS AVT ANGEL(VS) E COELO PREDICAVERIT VOBIS EVANGELIVM PRETER ID QUOD P(RAE)DICAVIM(VS). GALA I (Auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel das Evangelium predigte, anders denn wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Gal 1,8). 4. Die Versuchung Christi durch den Teufel: ABI SATANA SCRIPTVM EST ENIM DOM(INVM) DEVM TVVM ADORABIS ET ILLVM SOLV(M) COLES. MAT 4 (Hebe dich hinweg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm dienen. Mt 4,10). Entsprechend der Kuppa befinden sich vier gewölbte Reliefmedaillons auch auf dem Deckel. Darin kniend je zwei betende Figuren: Papst und Kardinal, Kaiser und König, Ritter und Fürst (?), Priester und Mönch, die sich auf die bekrönende Deckelfigur, die babylonische Hure auf dem siebenköpfigen Ungeheuer, beziehen. Sockelaufbau aus profiliertem Ring, grob bearbeitetem Wulst mit Laub- und Beschlagwerkdekor nebst vier Köpfen und garnrollenförmigem Gebilde. Auf der Rückseite der Figur nachträglich angebrachter reliefierter Wappenschild der Stifter Heinrich Witzendorff und Elisabeth Töbing. Im Deckelinneren emailliertes Wappen der Besteller Franz Witzendorff und Ursula Garlop sowie geritzte Jahreszahl (15)74. Den Anlaß erklärt eine auf dem Fußrand gravierte Inschrift: INTERIM ORTVM AVGVSTAE VINDELICORVM SVB CAROLO QUINTO IMPERATORE MAXIMO ANNO SALVTIS MDCXLVIII EX TINCTVM VERO AVSPICIIS MAVRITII ELE(C)TORIS ET CONFOEDERATORV(M) AN(N)O 1552 (Das Interim hat in Augsburg unter Kaiser Karl V. im Jahre des Heils 1548 begonnen, wurde aber durch den Kurfürsten Moritz und die Verbündeten ausgelöscht im Jahre 1552). Im Inneren der Kuppa eine Reihe übereinander angebrachter Knöpfe als Marken für die Trinker.
Deckelpokal mit Herkules im Löwenkampf
Kunstgewerbemuseum
"Trichterpokal mit Herkules im Löwenkampf. Hinten trommelnder Putto, an den Seiten Bäume. Am Schaft vier Reihen rundbogiger Schuppen übereinander. Auf dem Fuß mattierter Spitzblattfries. Am Lippenrand Steinchen- und Kugelborte. Glas hell und gesund." aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 28, Nr. 3 Das Stück ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Deckelglas mit bekröntem Monogramm
Kunstgewerbemuseum
"Deckelpokal mit bekröntem Monogramm ECR (Elisabeth Christine Regina) in bekröntem Medaillon. Rechts und links je ein Putto, sowie Adler (Preußen) und Pferd (Braunschweig). Schliffdekor: Parallelrillen und Olivborten. Deckelknauf facettiert. Ohne Vergoldung. Glas hell und gesund. aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 37, Nr. 3 Das Deckelglas ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Pokal mit Jonas im Walfischrachen aus dem Lüneburger Ratssilber
Kunstgewerbemuseum
Figur mit Walfisch, Zargen und Volutenbänder gegossen. Blattkranz der Kuppa aus mehreren Teilen gearbeitet. Marken unter dem Fußrand. Blattkranz am Deckel mit Splinten befestigt. Hoher, wohlproportionierter Buckelpokal mit geschwellten, stark horizontal gegliederten Formen. Kuppa 13fach entsprechend dem Fuß gebuckelt, durch starke Einschnürung geteilt in eine untere und eine obere dreireihige Zone. Am Mündungsrand Inschrift: SPECTABILIS VIR D(OMI)NE CONRADVS LA(N)GE PRECO(N)SVL LVNEBORGE(N)SIS QVI OBIIT IN DIE PRISSE VIRGINIS AN(N)O D(OMI)NI 15(0)6 DONAVIT HOC CLENODIV(M) CVIVS ANIME REQVIESCAT IN PACE (Der hochangesehene Herr Conradus Lange, Bürgermeister in Lüneburg, der am Tage der hl. Prissa ( = 18. Januar) im Jahre des Herrn 1506 verstarb, schenkte dieses Kleinod. Seine Seele ruhe in Frieden). Auf dem Deckel Walfisch, dessen Rachen der Prophet Jonas in betender Haltung, die Züge fein ausgearbeitet, entsteigt. Im Inneren des Deckels emaillierte Wappen, zwei der Familie Lange, das dritte der Familie Schomaker. Bei dem Pokal handelt es sich nicht um das ursprüngliche, von Cord Lange gestiftete Stück, denn dieses wurde schon 1519 Herzog Heinrich von Braunschweig-Lüneburg als Huldigungsgeschenk überreicht: "Jt. 4 marck hinrick grabouwen geuen vor dat wapent vp den vorguldeten kop den Zeliger her Cordt Lange geuen hadde vnd wart vnsen gnedigen heren geschencket do men ome huldigede." Der vermutlich auch von Grabow angefertigte Ersatz wurde wiederum im Jahre 1533 an Herzog Heinrich von Mecklenburg geschenkt, und erst für diesen ist der erhaltene Pokal in Auftrag gegeben worden: "276 m geuen corde Obrechte noch do Szulues vor 1 gulden Klenade wedder to makende van 11 ½ lodige marken so uth der Schenckebanck genamen vnd SzeIiger her corth lange deme E. Rade gegeuen, worth geschencket in deme haue to lune hertogen hinrick van mekelenborg Szabbato vor Esto mihi 33."
Trichterpokal mit Darstellung eines Trinkgelages
Kunstgewerbemuseum
Trichterpokal mit Deckel aus farblosem Glas, Abriss am Boden, der Fuß ist mit einem Rundbogen-Facettenkranz dekoriert und die bündig aus dem massiven Schaft aufsteigende Kuppa mit gestuften, im oberen Schaftteil in hochgeschliffene Zungen übergehende Rundbogenfacetten miteinander verbunden, akzentuierend vergoldet. Der Rand des Fußes trägt ein geschliffenes und vergoldetes Adelswappen aus zwei Querbalken und einer Helmzier mit zwei Büffelhörnern. Auf der Kuppawandung dargestellt in Tiefschnitt ist eine vergoldete Innenraumszene mit einer Tischgesellschaft, bestehend aus vier Männern, die sich dem Konsum von Alkohol aus ebensolchen Trichterpokalen widmet, überschrieben mit: Vivat hoch. Die Gegenseite zeigt dieselbe Gesellschaft offensichtlich ein wenig später, der runde Tisch ist umgestürzt, ebenso einige Stühle, einer der Trinkenden liegt am Boden wie auch sein Pokal, zerbrochen, ein weiterer Trinkender stürzt; darüber die Inschrift: Ubi sunt gaudia (Wo sind die Freuden?). Der mit einem geblänkten Perlfries geschmückte, verwärmte Mündungsrand ist ebenfalls vergoldet – der Rand des Deckels gleichermaßen dekoriert, allerdings besteht der Fries auch etwas kleineren Oliven, nicht aus Perlen; innen Abrissnarbe. Die Schulter des Deckels trägt keinen Dekor, ebenso nicht der Ansatz des massiven Knaufs, der als Pinienzapfen gestaltet, mit Rundbögen und Oliven beschliffen, facettiert und vergoldet ist. Dieser Gläsertyp erscheint um 1730 in Potsdam und zeichnet sich durch seine strenge Silhouette und gute Vergoldung aus. Das Sujet ist auf einem weiteren Potsdamer Glas von 1763 überliefert (Rückert, Die Glassammlung, 1982, Bd. 2, Kat. 824, S. 281, 282, Taf. 260). Das Wappen am Fuß verweist auf die Familie von Arnim, ein weit verbreitetes und altes märkisches Adelsgeschlecht. Zahlreiche Familienmitglieder standen zum Entstehungszeitpunkt dieses Deckelpokals in preußischen Diensten. Einem bestimmten Namen lässt er sich daher nicht zuordnen. [Verena Wasmuth] MAKR
Hornförmiger Deckelpokal mit einer Allegorie auf Afrika
Kunstgewerbemuseum
Das Werk zählt zu einer Reihe von eigentümlich anmutenden Deckelpokalen mit Gefäßen aus kunstvoll beschnitzten Tierhörnern, deren natürliche Gestalt erkennbar bleibt und damit die Kontur des Behältnisses prägt. Anders als die meisten Werke dieser Gruppe besteht das Berliner Exemplar nicht aus dem wegen seiner vermeintlich giftabweisenden und potenzsteigernden Eigenschaften besonders geschätzten Horn des Rhinozeros, sondern aus dem materiell zwar sehr ähnlichen, aber porenfreien Horn des Zeburindes. Die geschnitzten Darstellungen reflektieren die Herkunft des in Europa seltenen Materials: Löwen, Oryxantilope und Zebu, Elefant, Nashorn und Geier, ein fremdartig gewandetes Menschenpaar als Ständer sowie eine Frauenfigur mit Sonnenschirm als Deckelbekrönung sind Sinnbilder für den Kontinent Afrika. Die Reliefs mit den Tierkampfszenen am Fuß und an der Kuppa des Pokals verweisen einerseits auf die in der belebten Natur allgegenwärtigen Überlebenskämpfe, zum anderen auf die ungebändigte Wildnis des den Europäern fremden Kontinents. Der Aspekt des Exotischen verstärkte die Aura der Exklusivität des über weitgespannte Handelsnetze bezogenen Materials. Werke aus Rhinozeros- oder Zebuhorn gelangten deshalb häufig in königliche oder fürstliche Sammlungen, allein in der Wiener Kunstkammer befinden sich drei solcher hornförmigen Deckelpokale. Einige dieser Hornschnitzereien können dem lange in Nürnberg ansässigen und seit 1659 in Südwestdeutschland tätigen Bossierer und Medailleur Georg Pfründt (1603–1663) zugeschrieben werden, andere – darunter das 1702 in die Kunstkammer im Berliner Schloss gelangte Exemplar des Kunstgewerbemuseums – gelten als Arbeiten von Bildschnitzern aus seinem Umkreis, die unter Verwendung von Pfründts Vorlagen teils noch Jahre nach dessen Tod die begehrten Prunkpokale in seinem Stil schufen. LL
sogenannter Kaiserpokal
Kunstgewerbemuseum
Dieses Prunkgefäß mit reichem Figurenschmuck verkörpert ein politisches Programm. Ein Kaiser bekrönt den Deckel, die übrigen Figuren nehmen Bezug auf weltliche und geistliche Würdenträger des sogenannten Landsberger Bundes. Diese 1556 gegründete überkonfessionelle Vereinigung einiger Reichsstände bemühte sich nach der Reformation und den darauf folgenden Aufständen und Unruhen um Frieden im Deutschen Reich. Der Pokal war ein Huldigungsgeschenk der Freien Reichsstadt Nürnberg an den Kaiser, vermutlich an Maximilian II. (reg. 1564–1576). Wenzel Jamnitzer (1507/08–1585), seit 1534 Meister in Nürnberg, betrieb eine große Familienwerkstatt und war in seiner Zeit der führende Goldschmied der Stadt. Seine Werke hatten großen Einfluss auf die deutsche Goldschmiedekunst der Renaissance. SN
Münzpokal aus dem Lüneburger Ratssilber
Kunstgewerbemuseum
Büste und Delphine am Schaft gegossen. Ränder und Zargen von Deckel und Fuß, Lippe und Astring der Kuppa gesondert gefertigt. Glatte Teile der Buckel, gepunzter Grund, Blattkränze des Schaftes und des Deckelgriffs, Innenseite des Deckels und Unterseite des Fußes sowie ein Teil der Münzen unvergoldet. Sehr feine Arbeit, besonders die Ziselierung der Büste. Marken auf der Unterseite des Fußes. – Wegen eines fehlenden, 1990 ergänzten Zwischenringes Deckelknauf auf früheren Aufnahmen in z. T. falscher Zusammensetzung. Pokal von stark gedrückter, horizontal gestaffelter Form. Vergoldete Reliefierung lebhaft zum silbernen Grund kontrastierend. Fuß mit flach gewölbtem Rand und tremoliertem Wulstring, Blattfries, profilierter Stabmusterzarge und hoher, von zwölf reliefierten Längsbuckeln auf punziertem Grund besetzter Wölbung. Aufliegender Blattkranz. Schaft aus walzenartigem, oben und unten gebuckelten Sockel, dessen eingezogene Wandung kleine Delphine und Blüten zieren, sowie Balusterknauf mit Akanthusrelief zwischen Profilringen, auf dem ein doppelter silberner bzw. goldener Blattkelch sitzt. Kuppa im unteren Teil der Fußwölbung gleichend, oben breit ausladend und sechzehn Längsbuckel bildend, die wie unten von Blattranken eingefaßt sind, davon jeder zweite geteilt durch eine Längsnut. In der Einschnürung ein Astring, daran gerollte Blätter und Rosetten. Auf dem Mündungsrand gravierter Blattrankendekor mit fünf Medaillons, darin zwei Kriegerköpfe, ein Wappen und DIVA bzw. POLN. Deckel wie Fuß doppelt gewölbt, am Rand ein gedrehter Ring, als Zarge ein silbernes, nielliertes Schriftband zwischen Profilen. Eingelassen 16 silberne Münzen unten und neun goldene oben. Grund gepunzt, in den Zwickeln Blattrelief. Als Griff eine Jüngling und Greis in Patriziertracht darstellende Janusbüste auf gebuckeltem Diskusknauf und Blattkränzen. Büste besetzt mit neun Brakteaten , darunter auf nielliertem Band ein mahnender lateinischer Spruch: JANVS BIFRONS PRVDE(N)TIS SPECIMEN PRETERITV(M) P(RAE)SENS VE(N)TVRV(M) RESPICE PRVDENS (Als zweiköpfiger Janus, das Bild des Klugen, bedenke mit Umsicht Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft), dem sinngemäß ein niederdeutscher Spruch auf der Deckelzarge entspricht: DE WISE MAN SICHT HINDE(N) VN(D) VOR WES VORGA(N)GE(N) ITZICH VND NOCH VOR DER DORAFBROCK DER MU(N)TE DEIT VNS LERE(N) WO SICK DER WERLDE SCHEFTE VORKERE(N). Im Deckelinneren eine Rundplatte mit dem z. T. emaillierten Wappen (Eichbaum) des Stifters und gravierter Inschrift: JOHANNES KOLLER P(RI)MV(M) SEC(RE)TARI(V)S DE HINC PROTHON(OTA)Rl(VS) DEMV( M) P(RAE)POSIT(VS) LV(N)EBERGE(N)S(IS) DONO DEDIT AN(N)O D(OMI)NI 1536 (Johannes Koller, zuerst Sekretär, dann erster Sekretär, zuletzt Propst in Lüneburg, hat es geschenkt 1536).
Deckelpokal mit dem Wappen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I.
Kunstgewerbemuseum
Pokal aus Kupferrubinglas mit dazugehörigem Deckel. Auf dem ansteigenden Tellerfuß mit verwärmtem Saum ein vertiefter Rundbogenfries mit Goldstaffage, ebenso am Ansatz der becherförmigen Kuppa sowie auf der flachen Schulter des Deckels. Angesetzter massiver Schaft mit zwei zellenfacettierten Nodi unter und einer zellenfacettierten Ringscheibe über einem mit Akanthusfries geschnittenen Baluster. Auf der Kuppawandung in vergoldetem Tiefschnitt das brandenburgisch-preußische Wappen, wie es seit 1709 geführt wurde, in 36 Felder und drei Schilde geteilt sowie eingerahmt von einem Wappenmantel. Zwei „wilde Männer“ fungieren halbnackt und bärtig rechts und links als Schildhalter und Fahnenträger. Auf der Rückseite ein gegen die Sonne fliegender Adler mit der Devise „non soli cedit“ (Nicht [einmal] der Sonne weicht er), das Emblem Friedrich Wilhelms I. in goldkonturiertem Schnitt. Der Deckel mit hochaufgebautem Knauf aus facettierten Nodi und Baluster mit Vergoldung. Dieser Potsdamer Deckelpokal datiert in die Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. (1688–1740), vermutlich in die Zeit um 1730 (vgl. Deckelflöten im Bestand der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Inv.-Nrn. XIII 859–XIII 861; Pokal im Bestand der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv.-Nr. II 94/113 A). Als Glasmaler in der Hütte am Hakendamm sind Johann Caspar Greinert, Johann Andreas Lauch, Martin Unger und ein gewisser "Kelling" deokumentiert, wobei Greinert als einziger dezidiert als "Goldmaler" bezeichnet wird (s. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 147f.). Die Glasmasse erscheint nahezu schwarz, charakteristisches Merkmals des Kupferrubinglases. Für diese Problematik fand der Alechmist und zwischen 1679 und 1692 Leiter der Potsdamer Glashütte Johann Kunckel eine Lösung: „Man muß auch in acht nehmen daß des Pulvers nicht zu viel genommen wird denn sonst würde das Glas schwartz werden; da es doch nicht dick sondern durchsichtig oder dunckelgelb an der Farb sein solle. Wenn nun diese Farb erscheinet so ist es recht und nimbt man alsdenn ungefehr 1½. Loth des rothen Kupffers welches nach Inhalt des 24. Capitels gecalciniret und wohl zerrieben sey werden; solches setzet man zu dem obigen Glas und vermischets zum öfftern: wenn nun solches zum 3.ten oder 4.ten mahl geschehen ist/ so wird eine Blutrothe-Farb erscheinen. … dergleichen ich öffters gemachet habe" (Kunckel, Ars vitraria, 1679, 58. Kap., S. 95 und 17. Kap., S. 28; Spiegl, Johann Kunckel, 1988, S. 2819). Der Veredler des Glases verstand die Materialbeschaffenheit als Vorteil: Durch das Zusammenspiel von glänzender Goldauflage und dem sehr dunklen Kupferrubinglas treten die Machtinsignien effektvoll hervor. [Verena Wasmuth] MAKR
Deckelpokal mit Darstellung des preußischen Wappens und des Schwarzen Adlerordens
Kunstgewerbemuseum
Pokal mit zugehörigem Deckel aus dickwandigem, farblosem Glas mit einzelnen Luftblaseneinschlüssen, Abriss am Boden und im Deckel, leicht ansteigender Fuß mit einem umlaufenden Rankendekor in Tiefschnitt sowie versenktem und mattiertem Spitzblattfries, angesetzt ein wabenfacettierter Balusterschaft zwischen zwei ebenfalls wabenfacettierten Nodi, der Baluster ist mit drei übereinanderliegenden Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Die becherförmige Kuppa wiederholt am Ansatz den Spitzblattdekor vom Fuß und trägt auf der Wandung das fein geschnittene große brandenburgisch-preußische Wappen, beidseitig gehalten von Wilden Männern und unter einem mit Adlern und der Bügelkrone bekrönten Baldachin, über dem ein Banner weht mit des Devise "SUUM CUIQUE" (Jedem das Seine), unten fünf, oben zwei Glieder der Ordenskette (Collane) vom Schwarzen Adlerorden. Die Gegenseite zeigt den preußischen Adler umrahmt von der Collane des Schwarzen Adlerordens. Den verwärmten Mündungsrand ziert ein geblänkter Kugelfries, ebenso korrespondierend den Rand des Deckels. Dessen Schulter wiederholt den Ranken- und Spitzblattdekor vom Fuß, der Knauf ist aus Hohlnodus und Hohlbaluster zwischen Trommelscheiben komponiert. Der Nodus ist mit einem mattierten Zierband dekoriert, der Baluster zeigt zweimal den Spitzblattkranz. Das Glas ist krank, insbesondere im Bereich der Kuppa. Bei dem Glas handelt es sich um ein Erzeugnis der Potsdamer Glasmanufaktur, in die Regierungszeit Friedrichs I. (1713–1740) datierend, auf den es mit Wappen, Devise und Orden mit den Monogrammen "FR" für Fridericus Rex gleich mehrfach Bezug nimmt. Ähnliche Deckelpokale mit dem gleichen Sujet sind überliefert (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 180, 181, 191, 192, 194; Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums, Bd. 2, 1982, Kat. 812, S. 275, Taf. 251; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nrn. XIII 7 und Dln E.St. 01/26; Stiftung Stadtmuseum Berlin Inv. Nr. KH 99/1270 A; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 19.2 und 20.1). Vermutlich entstand dieser Pokal in königlichem Auftrag für einen Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler. [Verena Wasmuth] MAKR
Deckelpokal mit dem Raub der Europa
Kunstgewerbemuseum
"Deckelpokal mit Raub der europa. Europa reitet auf dem Stier durch die Fluten, hinter ihr die fünf jammernden Gefährtinnen am Ufer in waldiger Landschaft. Die Wellen in Blankschnitt. Auf Fuß, Mittelknauf und Unterteil der Kuppa starkplastisch-rundbogoge Buckelornamente, die Hohlkehlen zehnfach facettiert. Im Knauf und unter der Kuppa Luftblasen. Der Deckel nicht zugehörig (zu klein), auch im Dekor abweichend und schlichter. Glas hell und gesund." aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 31, Nr. 3 Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Buckelpokal aus dem Lüneburger Ratssilber
Kunstgewerbemuseum
Fußzarge (in Teilen), Blattkranz des Deckels und Deckelfigürchen gegossen. Fußunterseite unvergoldet. Deckelrand aufgesteckt und mit Splinten befestigt. Deckelblüte dreiteilig. Marken unter dem Fußrand. – Beschädigungen an einem Buckel des Deckels, am Deckelkranz und an der Schaftkrause. Lanze der Figur verloren. Großer, akeleiförmiger Buckelpokal. Siebenpassiger Fuß mit drei Reihen sich verkleinernder, spitz zulaufender, miteinander verschränkter Buckel. Schaft oben verdeckt von einer Krause aus Blattranken. Kuppa aus fünf Reihen entsprechend den unteren gestalteten Buckeln, die gegeneinander gedreht erscheinen und so eine Einschnürung bilden. Deckel aus drei Buckelreihen. Auf dem Rand Inschrift: D(OMI)NVS lOHAN(N)ES BARVM DOCTOR P(RAE)P(OSI)TVS IN LVNEBORG OBYT ANNO 1501 XV IVLY DONAVIT HOC CLENODIVM (Herr Doktor Johannes Barum, Probst in Lüneburg, starb am 15. Juli 1501; er schenkte dieses Kleinod). Als Knauf eine Distelblüte auf zierlichem Stiel und bekrönt von einem modisch gekleideten Landsknecht, der in der Linken einen Schild mit dem emaillierten Wappen des Stifters hält, in der Rechten ehemals eine Lanze trug. Das gleiche Wappen auf der Unterseite und dreimal am Rand des Deckels. Unter dem Fuß emailliertes Lüneburger Stadtwappen.
Deckelpokal mit Triumphzug des Bacchus
Kunstgewerbemuseum
Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, Abriss am Boden auspoliert, leicht ansteigender Fuß mit einem mattierten, hochgeschnittenen Rundbogenfries, dem massiven, wabenfacettierten Balusterschaft zwischen zwei Trommelscheiben mit ovalen Linsen sind drei übereinanderliegende Kränze aus Luftblasen um eine zentrale Blase eingestochen worden. Der Ansatz der angesetzten becherförmigen Kuppa ist ebenfalls mit einem Rundbogenfries dekoriert, deren Wandung zeigt umlaufend den tiefgeschnittenen Triumphzug des mit Weinlaub bekränzten Bacchus in seinem von musizierenden Kinderbacchanten gezogenen und begleiteten Wagen auf einem Landschaftssockel. Eine Diamantborte über einem Kugelfries ziert sowohl den Mündungs- als auch den Deckelrand. Der Deckel wiederholt den Rundbogenfriesdekor und trägt einen hohen Knauf aus wabenfacettiertem, getrepptem Baluster mit eingestochenen Luftblasen und wabenfacettiertem Kugelabschluss. Der Pokal weist fortgeschrittene Merkmale der Glaskrankheit auf. Der Triumphzug des Bacchus war in der barocken Kunst wegen seiner reichhaltigen Bildsprache ein überaus beliebtes Sujet, so auch auf Gläsern (vgl. Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nrn. II 60/229 A und II 62/517 A; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Inv. Nr. XIII 1022; Schade, Deutsches Glas, 1968, Taf. 60–62; Papendorf, Märkische Gläser, 1965, Abb. 57, S. 146). Die Form dieses Deckelpokals sowie seine ornamentalen Dekorelemente sind mehrfach aus der Potsdamer Glashütte dokumentiert (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 30.1+2+3, Taf. 31.1+2). Die Gruppe datiert in die Jahre 1720 bis 1735. Dieses Exemplar dürfte mit seiner besonders feinen und lebendigen Schnittqualität der Werkstatt Gottfried Spillers zuzuordnen sein, die bis 1728 in Berlin aktiv war. [Verena Wasmuth] MAKR
Deckelpokal mit dem Brustbild Friedrichs des Großen
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Glaspokal mit Deckel mit dem Brustbild Friedrichs des Großen in gekrönter Kartusche, flankiert von Adlern und Trophäen, Perlenbordüren und sternförmigen Riefelungen. Fast alle Profile vergoldet." Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Bauchiger Deckelpokal mit Fruchtgirlanden
Kunstgewerbemuseum
Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem, schlierigem Glas, Abriss am Boden, ansteigender, getreppter Fuß mit einem Kranz aus Strahlenfacetten über vertieften Rundfacetten. Der angesetzte Schaft, schlank-konvex geformt und mit gestaffelten, stehenden Bogenfacetten versehen, geht nahtlos in die rund gebauchte Kuppa mit Eisboden über, dieser mit einem Kranz aus zwölf Luftblasen konzentrisch um eine zentrale eingestochene Luftblase dekoriert. Die Kuppawandung ist mit einer umlaufenden, detailreich geschnittenen Girlande aus Früchten verziert, die an Ringen hängt. Auf jedem Feston sitzt ein Tier: ein Bär, zwei Eichhörnchen und ein Adler. Die Pokal- sowie die Deckelmündung ziert ein blanker Perlfries, der hoch aufgebaute Deckelknauf orientiert sich am Schaftdekor. Am Fuß sind Merkmale der Glaskrankheit erkennbar. Robert Schmidt bildet den Kelch 1914 in seinem Standardwerk "Brandenburgische Gläser" von 1914 ab und beschreibt die Glasmasse bereits als "hell" mit "Haarrissen". Eine Reihe bauchiger Pokale gleicher Größe aus brandenburgischer Produktion - mit und ohne Vergoldung - ist überliefert (vgl. Klesse, Glassammlung Helfried Krug, 1965, Kat. 273; Berckenhagen, Berliner und Märkische Gläser, 1956, Kat. 23; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 34.1; 37.2). Sie werden übereinstimmend der Zechliner Glashütte zugeschrieben in die Zeit um 1740 und tragen meist jagdliche oder mythologische Szenen. Als Glasschneider wird Elias Rosbach oder jemand aus seinem Umkreis vermutet. [Verena Wasmuth]
Deckelpokal mit mythologischen Darstellungen
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Kelchglas auf Fuß mit Deckel. Schliff: 4 Medaillons mit Köpfen und 4 Liebesscenen aus der griechischen Mythologie." Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Deckelpokal mit Portrait Friedrich I. und einer Ansicht des Berliner Schlosses
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Deckelpokal, Potsdamer Glas mit Balluster Schaft und Knauf. Geschnittener Dekor von Heinrich Friedrich Halter in Magdeburg. Auf der Kuppa Ansicht des Berliner Schlosses nach dem Stich von P. Scherck und Portrait Friedrich I. in ovaler Barockkartusche. Auf dem Deckel zweimal der preußische Adler und die preußische Königskrone; auf dem Fuß Barockranken." Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Kleiner Deckelpokal auf Königin Elisabeth Christine
Kunstgewerbemuseum
Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, Abriss am Boden und im Deckel, der Scheibenfuß steigt leicht an und trägt einen Schmuck aus versenkten Spitzbögen, die an ihren Enden eine kleine Kugelung haben. Der einfache Balusterschaft mit einer langgezogenen, eingestochenen Luftblase wiederholt diesen Dekor, ebenso der Ansatz der becherförmigen Kuppa, zudem ist er hier vergoldet. Die Kuppawandung trägt ein geschnittenes, teilvergoldetes sowie goldstaffiertes bekröntes Medaillon umringt von Kriegstrophäen mit der Inschrift: Es lebe die Königin. Den vergoldeten Mündungs- sowie Deckelrand ziert ein geblänkter Kugelfries. Der gebauchte Deckel weist denselben vergoldeten Spitzbogendekor auf wie der Kuppaansatz, ebenso sein massiver Knauf mit eingestochener Luftblase. Der stilistische und formale Vergleich verortet das Glas nach Zechlinerhütte (vgl. einen Deckelpokal mit Wappen der Familie von Wilmersdorff im Glasmuseum Hentrich, Düsseldorf, Inv.-Nr. P 1989-21, publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas"; Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 108, S. 170). Es dürfte anlässlich der Krönung Friedrichs II. und seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern 1740 entstanden sein. Gläser auf Elisabeth Christine, die in doppelter Hofhaltung entfernt von ihrem Gemahl lebte und für ihn zeremoniell-repräsentative, immer wiederkehrende Routineverpflichtungen übernahm, sind sehr selten. Seltsam ist die Präsenz der Kriegsarmaturen, sind diese auf brandenburgischen Gläsern in der Regel nur den Kartuschen männlicher Adressaten beigegeben, weiblichen typischerweise Füllhörner. Sehr wahrscheinlich gehörte dieser Pokal einem Mitglied des preußischen Militärs. [Verena Wasmuth] MAKR
Vivatglas auf Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg
Kunstgewerbemuseum
Kleiner Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, kein Abriss am Boden, der Rand des leicht ansteigenden Fuß mit einem Dekor aus versenkten Spitzbögen ist zwölffach facettiert. Der Massivbalusterschaft über einem glatten Nodus ist ebenfalls mit versenkten Spitzbögen verziert, zudem der Ansatz der hohen, becherförmigen Kuppa. Deren Wandung ist zwölffach facettiert und trägt auf der Schauseite in feinem Tiefschnitt den kurbrandenburgischen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, Zepter und Schwert in den Klauen, bekrönte von dem Kurhut, umschrieben mit: Vivat Elector: Brandenbg. Die Gegenseite zeigt das Spiegelmonogramm "CF3" für Kurfürst Friedrich III. (1657–1714) zwischen zwei gekreuzten Palmzweigen und gleichfalls bekrönt von dem Kurhut. An Mündungs- und Deckelrand wurden korrespondierend zu den Wandungsfacetten breite Bögen im Schälschliff aufgebracht, die abgerundete Deckelschulter wiederholt den versenkten Spitzbogenkranz, ebenso der massive, getreppte und polierte Knauf über einer Trommelscheibe. Das Glas ist fortgeschritten krank, insbesondere im Bereich des Fußes sowie des Deckels. Dieser Potsdamer Deckelpokal aus kurfürstlicher Zeit vor 1701 wurde mehrfach publiziert. Dabei erörterte Fragen, etwa zur nachträglichen Beschleifung des Fußrandes zwecks Kaschierung älterer Beschädigungen oder zur ausgemachten Seltenheit der Wandungsfacettierung bei brandenburgischen Produkten, sind obsolet (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, S. 250; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 68). Überlieferte Vergleichsstücke bestätigen den Originalzustand seiner Form (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Inv. Nr. XIII 854 und XIII 890; Glasmuseum Hentrich, Düsseldorf Inv. Nr. P 1940-131 a,b; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv.-Nr. SM 2017-00863; alle publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas" auf museum-digital.de, sowie Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 94, S. 157 und Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums, Bd. 2, 1982, Kat. 811, S. 274, Taf. 250). Diese Gruppe datiert etwas später, in die Jahre 1701 bis 1713. [Verena Wasmuth] MAKR
Deckelpokal mit Bildnis Friedrich Wilhelm I.
Kunstgewerbemuseum
Spitzkelch mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, der Fuß mit Facettenkranz mit Oliven sowie Ovalaugen und die bündig aus dem massiven Schaft aufsteigende Kuppa mit gestuften, im mittleren Schaftteil in hochgeschliffene Zungen übergehende Rundbogenfacetten miteinander verbunden. Auf der Kuppawandung in Tiefschnitt unter Königskrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis König Friedrich Wilhelms I. von Preußen (1688–1740). Darunter ein weiterer Adler, beidseitig eine reiche Staffage von Kriegstrophäen. Die Gegenseite ist mit einem goldgemalten Landschaftsdekor verziert, mit einer Windmühle auf einem Berg, einer darunterliegenden Siedlung an einem See, rechts im Vordergrund ein Baum. Mündungs- und Deckelrand beidseitig reich vergoldet. Auf der Schulter sind Kriegsarmaturen in Goldmalerei dargestellt, die Gegenseite schmücken drei ebenfalls vergoldete Kugelungen, die Kanonenkugeln darstellen sollen. Der Ansatz des hohen Knaufs ist eingezogen, darüber ein Massivbaluster mit fünf polierten Längsfacetten und Oliven. Der gesamte geschnittene Dekor des Deckelpokals ist akzentuiert mit Gold staffiert. Mehrere andere repräsentative Deckelpokale ähnlicher Machart mit nahezu identischem Dekor sind überliefert. Der formale Vergleich spricht für eine Verortung nach Potsdam um 1735 (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Bernt, Altes Glas, 1950, Kat. 74 mit identischem Knauf; Baumgärtner, Gläser, 1977, Kat. 229, S. 111 und Kat. 230 für einen Pokal mit dem Wappen von Hessen-Kassel und identischer Knaufgestaltung; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 16; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 146, S. 280; Sotheby`s, London, 23.11.1999, The Dettmers Collection, Los 77. S. 49; Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Sechs Sammler stellen aus, 1961, Kat. 127, S. 144; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10383). Die besonders reiche und gute Vergoldung ist charakteristisches Merkmal dieser Gruppe. [Verena Wasmuth] MAKR
Jagdpokal aus dem Lüneburger Ratssilber
Kunstgewerbemuseum
Schaft, Deckelbekrönung und Kupparing mit Zungenmuster gegossen. Grund vollständig, Dekor sparsam punziert. Marken am Fuß. Hervorragende Arbeit. – Lanze des Kriegers verloren. Schlanker, horizontal gegliederter Pokal mit flach reliefiertem Schweifwerkdekor. Auf der Fußwölbung Phantasievögel, Vasen und Früchte, auf dem Wulst Puttenköpfe und Masken. Schafttrommel mit umlaufender Hirschjagd, am Vasenknauf vollplastisch herauswachsende Harpyen und drachenköpfige Groteskspangen. Auf dem Kuppawulst drei Jagddarstellungen, auf der Wandung geflügelte Putten und Fruchtbuketts und auf der Mündung Stifterwappen, zwei geflügelte Puttenköpfe unter Baldachinen und drei Landschaften mit lagernden weiblichen Figuren. Sie sind durch Blütenzweig, Korngarbe und Feuerbecken als Frühling, Sommer und Winter gekennzeichnet. Auf der Deckelwölbung Puttenköpfe, auf der Trommel umlaufende Darstellung von Venus und Adonis in Landschaft. Als Bekrönung ein antikisch gerüstetes Kriegerfigürchen, das die Wappen der Borcholt und Stöterogge hält. Keineswegs eine Versammlung beliebiger Motive, stellt der Dekor vielmehr einen komplexen Bedeutungszusammenhang dar. Die Jagddarstellungen wie die verstreuten Früchtebuketts sind danach als Zeichen des "Herbstes" zu sehen, auf den offenbar auch die anderen Jahreszeitenszenen auf der Kuppa hindeuten, d. h. es handelt sich letztlich um ein Sinnbild der Fruchtbarkeit, unter deren Motto der ganze Pokal steht und dem sich ebenso die Liebesmotivik und die versteckten Symbole der vier Elemente (so die Vögel als "Luft") zuordnen lassen. Entsprechende Dekore sind bei repräsentativen Goldschmiedearbeiten der Renaissance- und Barockzeit häufig – zu verstehen als Hinweise auf Glück und Reichtum wie auf eine erfolgreiche Staatsführung und ein prosperierendes Gemeinwesen.