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Object type: Fragment (Reihennischen-Teppich (Saph))
Museum für Islamische Kunst
Fragment eines sogenannten Reihennischen-Teppichs, welcher als mehrreihiger Gebetsteppich in einer Moschee verwendet wurde. Das Fragment zeigt verschiedenfarbige rechteckige Felder. Jedes Feld beinhaltet eine andersfarbige Nische, die durch ein rotes Band konturiert wird, wobei auch die Felder durch das gleiche, aber breitere Band getrennt werden. Die Zwickel in jedem Feld sind mit Spiralranken aus Blüten und Gabelblättern besetzt. Die Nischenfelder sind unterschiedlich verziert. Zu erkennen sind Rankensysteme mit verschiedenen Spiralrankenwerken und ein Zwölfpass-Medaillon mit Schildanhänger, der an eine Lilienblüte erinnert. Das Medaillon wird von kleinen Rosettblüten kreisförmig umgeben. Oberhalb der Nische im Bereich des Nischenbogens ist jeweils ein Schildförmiges Motiv zu sehen, welches als Wolkenknoten bezeichnet wird. Die weiße Baumwollkette sowie der weiße Baumwollschuß legen eine Verortung nach Täbris nahe. Drei weitere Fragmente des Teppichs sind bekannt, u.a aus dem Eserleri Müzesi in Istanbul und der Sammlung al-Sabah in Kuweit. Dementsprechend kann ein Teil des Teppichs rekonstruiert werden. Mindestens sechs untereinander angeordnete Nischenreihen hatte der Teppich aufzuweisen. Es ist möglich, dass der Teppich eine Schenkung von Schah Tahmasp (1525 -1576) an Süleyman I. (1520–1566) war. Es könnte sich um den Teppich handeln, der zur Eröffnung der Katif Muslihidd Moschee passend genau für den Gebetsaal angefertigt wurde.
Museum für Islamische Kunst
Fragment eines Reihennischen-Teppichs. Es handelt sich um einen sogenannten saph, einen Reihengebets-Teppich, wie er in Moscheen ausgelegt wird, um mehreren Betenden nebeneinander Raum zu geben. Der Teppich wirkt sehr ausdrucksvoll auf Grund der wenigen leuchtenden Farben: fünfeinhalb rote Nischenfelder werden von dunkelblauen Bögen begrenzt. Diese sind mehrfach abgetreppt und von einem spitzen Giebel bekrönt. Schmale vertikale gelbe und schwarzbraune Knotenreihen trennen die einzelnen Nischenfelder voneinander. Die Hauptbordüre ist nicht vollständig erhalten, lässt aber erkennen, dass sie mit einem reziproken Zinnenmuster in Dunkelblau und Gelb besetzt war. Dasselbe Muster erscheint in der inneren Nebenbordüre verkleinert und mit Hellblau und Gelb. Warum die linke Nische nur halb ausgeführt wurde, ist unklar; vielleicht wurde sie durch einen links anschließenden zweiten Teppich ergänzt. Bei genauer Betrachtung fallen feine diagonale Linien auf, die den gesamten Teppich überziehen. Diese sogenannten lazylines, „faule Linien“, entstehen, wenn die Knüpfer in einzelnen Abschnitten und nicht über die gesamte Breite arbeiten und sich dabei immer wieder umsetzen. Der Teppich stammt aus der Uschak-Region.