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Object type: Großarchitektur (Ziegelfassade)
Schreitender Löwe von der Prozessionsstraße (Detail)
Vorderasiatisches Museum
Das Flachrelief besteht aus 47 Ziegelelementen in 11 Lagen. Das Ziegelgrundmaß von 33 x 33 x 8 cm (Ganzstein) ist an einer Seite durch ein Reliefpassstück erweitert Die Herstellung erfolgte vermutlich in leicht vergrößerten Ziegelformen aus Holz, in deren eine Seite man die Reliefmatrize legte, bevor man an dieser Stelle unter Druck der Hand den Ton einfügte, um danach den Rahmen auszustreichen. Nach Abnehmen des Rahmens verblieb der reliefierte Ziegel, der in einem ersten Brennverfahren Baufestigkeit gewann und in einem weiteren die farbige Glasur erhielt. Auf diese Weise konnten unter Verwendung zweier Grundformen jeweils beliebige rechts- bzw. linksläufige Löwenreliefs hergestellt werden. [Joachim Marzahn]
Modern rekonstruierte Inschrift des Königs Nebukadnezar am Ischtar-Tor von Babylon
Vorderasiatisches Museum
In unmittelbarer Umgebung des Ischtar-Tores wurden zahlreiche Ziegelbruchstücke mit Resten von Keilschriftzeichen gefunden, die wahrscheinlich zu einer einst am Tor angebrachten Bauinschrift Nebukadnezars II. gehört haben. Auch wenn ihr ursprünglicher Anbringungsort unbekannt ist, gibt es keine Zweifel, dass sich der Text auf den Bau des Ischtar-Tores bezieht. Die Inschrift besteht aus Originalfragmenten und wurde in Berlin durch moderne Ziegel ergänzt. Als Vorlage diente eine vollständig erhaltene Bauinschrift von Nebukadnezar II., welche sich heute in London befindet. Dort ist u.a. zu lesen: „Ich [= Nebukadnezar] legte das Fundament der Tore gegen das Grundwasser […] und ließ sie selbst aus lauterem Blaustein herstellen, auf denen Stiere und Drachen kunstvoll gebildet waren. […] Unbändige Stiere und ergrimmte Drachen stellte ich in ihrem Torraum auf und stattete sie mit üppiger Pracht, dass die gesamte Menschheit sie staunend betrachten möge, überreich aus“. (Christine Kainert)