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Object type: Haarbild zum Totengedenken, Haararbeit
Carl Heuer. geb. den 9" Juli 1866. gest. den 21" Juli 1868.
Museum Europäischer Kulturen
Eine aus hellblondem Haar gefertigte Trauerweide steht im Mittelpunkt des Bildes. Am Ende ihres Stammes sind zwei Vergissmeinnicht aus textilem Gewebe samt Blättern (aus Papier und Stoff) und einer Vogelfeder aufgeklebt. Auch die Rahmung des gesamten Bildes wird von Vergissmeinnichtblüten und –blättern gebildet. Darunter stehen die Lebensdaten und der Name des Betrauerten: »Carl Heuer. / geb. den 9” Juli 1866. / gest. den 21” Juli 1868.« Der Rahmen ist schwarz und goldfarben gestrichen sowie unter Glas teilweise vergoldet. Das Papier im Hintergrund des Kastens ist durch Schädigung oder Alterungsprozesse leicht fleckig, die Haare lösen sich an manchen Stellen aus der Trauerweide. Das Totenandenken ist eines von zwei Haarbildern des MEK, die explizit und ausschließlich einem Jungen gewidmet sind. Carl Heuer starb mit nur zwei Jahren. Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.
Erinnerung an Franziska Diebold I
Museum Europäischer Kulturen
Das Haarbild zum Totengedenken zeigt eine Trauerweide, darunter ein von einem Kreuz gezierter Grabstein, der aus mit Sand bemaltem Holz gefertigt ist. Umkränzt wird der Grabstein jeweils von einem Blütenzweig aus weißen Stoffrosen samt Blättern und darum herum einem Blütenzweig aus dunkelbraunen Haaren, verziert mit Perlen. Auch die Trauerweide ist aus dunkelbraunen Haaren gearbeitet. Das Haarbild erinnert an Franziska Diebold: »Franziska Diebold geb. Flad [?] starb am 28. Nobr 1854. Der Friede sei mit ihrer Asche.« Die Haararbeit des Blütenkranzes löst sich an manchen Stellen bereits auf. Der Hintergrund macht einen angelaufenen Eindruck; die Silberfarbe des Papiers ist weitgehend abgeplatzt. Auch die am inneren Rand verlaufende Goldborte ist angelaufen. In der Sammlung des MEK befindet sich ein zweites Haarbild, das derselben Toten gewidmet ist (N (34 C) 473/2009,64). Die generelle Ähnlichkeit der beiden Erinnerungsbilder, aber auch der Blüten- und Blattformen der Haarzweige im Speziellen, lässt darauf schließen, dass es sich um die gleiche Herstellerin oder den gleichen Hersteller gehandelt haben muss. Erstaunlicherweise ist auf dem zweiten Haarbild jedoch der 25. November als Sterbetag angegeben. Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.
Erinnerung an Franziska Diebold II
Museum Europäischer Kulturen
Das Haarbild zum Totengedenken zeigt eine Trauerweide, darunter ein von einem Kreuz gezierter Grabstein, der aus mit Sand bemaltem Holz gefertigt ist. Umkränzt wird der Grabstein jeweils von einem Blütenzweig aus weißen Stoffrosen samt Blättern und darum herum einem Blütenzweig aus dunkelbraunen Haaren, verziert mit Perlen. Auch die Trauerweide ist aus dunkelbraunen Haaren gearbeitet. Das Haarbild erinnert an Franziska Diebold: »Franziska Diebold geb. Flad [?] starb den 25. November 1854 in einem Alter von 69 Jahren R. I. P.« Der Eintrag des Lebensalters scheint zu einem anderen Zeitpunkt oder mit einer anderen Tinte erfolgt zu sein. Die Haararbeit des Blütenkranzes löst sich an manchen Stellen bereits auf. Der Hintergrund macht einen angelaufenen Eindruck. Auch die am inneren Rand verlaufende Goldborte ist angelaufen. In der Sammlung des MEK befindet sich ein zweites Haarbild, das derselben Toten gewidmet ist (N (34 C) 473/2009,63). Die generelle Ähnlichkeit der beiden Erinnerungsbilder, aber auch der Blüten- und Blattformen der Haarzweige im Speziellen, lässt darauf schließen, dass es sich um die gleiche Herstellerin oder den gleichen Hersteller gehandelt haben muss. Erstaunlicherweise ist auf dem zweiten Haarbild jedoch der 28. November als Sterbetag angegeben. Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.
Marg. Barbara Hörmann
Museum Europäischer Kulturen
Das Haarbild zeigt frontal ein Grabmal unter Bäumen – möglicherweise Trauerweiden, vielleicht aber auch Palmen, die ebenfalls zu den Totenbäumen gehören. Auch im Hintergrund sind zwei Bäume zu sehen, die nicht eindeutig identifiziert werden können, Zypressen oder Pappeln. Wie der Boden sind die Bäume in Haarklebetechnik gefertigt. Ein gedruckter Zettel verweist auf die Verstorbene, der das Andenken gilt: »Marg. Barbara / Hörmann / geboren 3. Aug. 1855 / gestorben 17. Okt. 1917 / Psalm 9, / Vers 11-12«. Der Draht, der das Grabmal konturiert, ist zum Teil verrutscht. Der verglaste Reliefrahmen wurde mit Gips grundiert und lasiert. An verschiedenen Stellen platzt der Gips vom Rahmen. Ungewöhnlich ist die Tiefenwirkung des Bildes: Sie wird durch den Einsatz mehrerer Glasplatten erzielt. Da sich die das Grab überwölbenden Bäume auf verschiedenen Ebenen befinden, rufen sie unterschiedliche Schattenwirkung hervor. Der plastische Effekt des Grabmals entsteht durch die abweichende Ausrichtung der parallel liegenden Haare an dessen Seiten. Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.
à la Mémoire de notre Fils henri Ollivier. décédé le 21 Dbre 1865.
Museum Europäischer Kulturen
Das Haarbild zeigt ein Grabmal unter einer Trauerweide inmitten einer Landschaft von Zypressen und kleinen Büschen. Im Hintergrund sind tannenartige Bäume abgebildet. Die Arbeit aus kleingeschnittenem schwarzem Haar ist auf Glas geklebt. Eine Hügelkette im Hintergrund sowie der rötlich-blaue Abendhimmel sind gemalt und befinden sich hinter der Glasscheibe. Das Grabmal ist mit einem Stern verziert und von einer Urne gekrönt. Auf der Vorderseite ist zu lesen: »à la Mémoire de / notre Fils henri / Ollivier. décédé / le 21 Dbre 1865« (In Erinnerung an unseren Sohn Henri Ollivier. Gestorben am 21. Dezember 1865). Der Rahmen ist schwarz lackiert und hat ein geprägtes Passepartout. Der rückseitige Aufkleber verweist auf die Haarkünstler, von denen das Bild stammt: »Lettellier Pére&Fils / Dessinateurs en Cheveux / Rue de Marbre, 13 / Marseille«. Mauricio Kagel erwarb das Haarbild 1983 für 550 Francs in Nizza. Es ist eines von zwei in der Sammlung des MEK, die an verstorbene Söhne erinnern. Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.