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Object type: Haarbrosche
Museum Europäischer Kulturen
Die ovale Brosche mit einer Metallfassung wird von einer goldenfarbenen Kette umrahmt. Unter Glas befinden sich eine geklebte Haarfeder und Haarpflanzenranken. Auf der Rückseite ist eine große Verschlussnadel befestigt. Haare als Liebespfand oder in Erinnerung an einen Toten zu tragen, wurde mit dem ausgehenden 18. Jh. bei Adel und Bürgertum sehr beliebt. Die Haare wurden wie Reliquien verehrt. Bei diesem Totengedenken war es wichtig, dass das Haar noch vom Lebenden stammte. Diese Brosche ist ein Beispiel für die spätere Kommerzialisierung der Tradition im 19. Jahrhunderts.
Museum Europäischer Kulturen
Die Haarbrosche ist eine professionelle Arbeit. Es handelt sich um eine Wendebrosche. Die Glaskapsel ist drehbar und zeigt auf der einen Seite auf einem vorgezeichneten Plättchen eine Haarklebearbeit mit blondem und dunklen Haar, die in Blüten und Ranken gelegt sind. Eine gedrehte Drahtschlinge und eine weiße Perle sind zusätzlicher Schmuck. Auf der anderen Seite ist ein Druck mit Pferd und abgestiegenem Reiter eingelegt. Diese Seite wurde auch häufig mit einer Fotografie bestückt, nachdem diese sich in den 1860er und 1870er Jahren schnell verbreitete und allgemein bei Freunschafts- und Gedenkschmuck Eingang fand. Der Rahmen ist aufwendig in Form von Astwerk gestaltet.