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Object type: Kopf (Skulptur / Rundplastik / Rundplastik, weiblich)
Porträtkopf der Kleopatra VII.
Antikensammlung
Die etwas unterlebensgroße Büste einer jungen Frau entspricht Münzen von Kleopatra VII., aus Alexandria ab 51 v. Chr. und aus Askalon/Palästina ab 49 v. Chr. Die leichte Kontraktion ihrer rechten Gesichtshälfte samt den Achsen von Augen- und Wundwinkeln deuten eine geringe Neigung zu ihrer rechten Seite an. Das zarte Gesicht kennzeichnen die großen Augen unter weit geschwungenen Brauen, die in die lange spitze Nase überleiten, und die bogenförmige Lippenspalte mit deutlich vollerer Unterlippe über dem festen Kinn. Ausgeprägte Nasenflügel und hoch gezogene Mundwinkel steigern den energischen Ausdruck. Die gewellten Haare sind beiderseits des Mittelscheitels in je vier eingedrehten Strähnen nach hinten geführt und zu einer Schlaufe eingeschlagen; diese ›Melonen‹-Frisur ergänzt ein kleiner Bausch über der Stirn; flache Hakenlöckchen rahmen Stirn, Schläfen und Nacken. Die breite Königsbinde umschließt den Oberkopf und verjüngt sich unter dem Nackenknoten. Das idealisierte Berliner Bildnis war einst vermutlich in eine Gewandstatue eingesetzt. Kürzlich äußerte C. Vorster die Vermutung, die Büste sei zum Einsetzen in einen Tondo oder ein figürliches Relief gearbeitet worden. Als Tochter des ägyptischen Königs Ptolemaios XII. Auletes im Jahr 69 v. Chr. in Alexandria geboren, bestieg Kleopatra achtzehnjährig gemeinsam mit ihrem zehnjährigen Bruder Ptolemaios XIII. den Thron. Sie versuchte, die über Jahrtausende führende Herrschaft Ägyptens vor dem Zugriff des aufstrebenden Imperium Romanum zu retten. Hoch gebildet und zielstrebig, geistreich und sprachgewandt, von starker persönlicher Ausstrahlung, gewann sie 48 v. Chr. den römischen Feldherr C. Julius Caesar; er legitimierte ihre Regentschaft und den gemeinsamen Sohn Kaisarion. Bei ihrem Besuch in Rom hielt sie als ägyptische Königin Hof in einem Hause Caesars und erregte den Argwohn der Republikaner. Caesars Ermordung am 15. März 44 setzte ihren Plänen ein jähes Ende. Es ist wenig wahrscheinlich, dass ihr Porträt in den folgenden Machtkämpfen zwischen Marcus Antonius und Octavian/Augustus bis zu ihrem Tod nach dem Fall von Alexandria am 1. August 30 v. Chr. in der Umgebung von Rom aufgestellt wurde. Bereits 1784 war in der Villa der Quintilier an der Via Cassia nördlich von Rom die Einsatzbüste einer ptolemäischen Königin in natürlicher Größe gefunden und von Papst Pius VI. erworben worden (Rom, Mus. Vaticani, Mus. Gregoriano Profano Inv. 179); die fehlende Nase wurde damals sehr ähnlich der bei Kat. 44 erhaltenen ergänzt, obwohl erst Ludwig Curtius (1933, 182–192) den Kopf im Vatikan als Bildnis der Kleopatra VII. identifizierte: Somit haben sich vermutlich beide Köpfe zu Ende des 18. Jhs. in Rom befunden. G. Platz-Horster, Porträtkopf der Kleopatra VII. (1976.10), in: Bestands-Kat. 1, 66–68 Kat. 45
Porträt der Arsinoe II.
Antikensammlung
Der Kopf ist schmal proportioniert. Die Brauen betonen ebenso wie die auffallend schmalen Augen die Waagerechte. Der Nasenkontur ist fast gerade, ohne Einziehung an der Nasenwurzel, aber insgesamt leicht konkav, der Nasenrücken flächig. Der Mund hat ein ausgeprägtes, durch eine Bohrung betontes Philtrum, die Mitte der Oberlippe hängt nach unten, ebenso die äußeren Partien der Oberlippe, die Linie der Mundspalte zieht sich über den eigentlich Mundkontur hinaus nach außen und oben. Der lange Hals hat leichte Venusringe. Die genannten Formen der Nase und des Mundes sind von Helmut Kyrieleis (1975, 82) als entscheidende Kennzeichen der Porträts der Arsinoe II. beschrieben worden, deren identifizierte Porträts sich im Übrigen in der Proportionierung, den Augenformen und der plastischen Ausführung erheblich voneinander und vom Kopf in Berlin unterscheiden (Kyrieleis 1975, 78–94 Taf. 72–81; Krug 1983, passim). Auf die Ähnlichkeit mit den Porträts dieser Königin wurde schon in der ersten Erwähnung des Berliner Porträts hingewiesen. Zwar birgt die Argumentation mit diesen Merkmalen Unsicherheiten. Arsinoe II. wurde zur paradigmatischen Königin und für sie typische ikonographische Schemata fanden auch in den Darstellungen späterer Königinnen Verwendung (Kyrieleis 1975, 78. 86). Dies könnte auch für physiognomische Einzelheiten gelten. Darüber hinaus konnten diese auch zu Modeformeln werden: Die Mundform kehrt z. B. bei der Sirene aus dem Serapeion von Memphis (Lauer – Picard 1955, Taf. 2) wieder. Da das Berliner Porträt aber die charakteristische Form von Nase und Mund hat und auch der Stil des Kopfes ins frühere 3. Jh. v. Chr. weist, ist wahrscheinlich Arsinoe II. selbst dargestellt. Die Bedeutung der Wulstbinde im Haar ist unklar, denn das Herrscherdiadem ist ein flaches Band. Das Porträt stellt sehr wahrscheinlich Arsinoe II. (reg. in Ägypten 278–270 v. Chr.) dar. Der Kult der Königin wurde nach ihrem Tod eingerichtet und war von langer Dauer. Zu einer Datierung in die Lebenszeit der Arsinoe oder das folgende Drittel des Jahrhunderts passt die ausgesprochene Betonung der Waagerechten in der Augenzone, die an die strengen, geometrisch konstruierten Formen vieler Werke des früheren 3. Jhs. v. Chr. erinnert. M. Bergmann, Porträt der Arsinoe II. (1976.11), in: Bestands-Kat. 1, 58 f. Kat. 40
Kopf der Livia als Ceres
Antikensammlung
Porträt der Kaiserin Livia (58 v.Chr. - 29 n.Chr.), Gattin des Kaisers Augustus, mit Diadem und einem Kranz aus Ähren, Mohnblüten und Lorbeerblättern. Nach ihrem Tod wurde sie vergöttlicht. Das überlebensgroße Format und das Diadem kennzeichnen die Dargestellte als Göttin. ). Ähren und Mohnblüten im Kranz weisen zudem auf die für Wachstum und Gedeihen zuständige Göttin Ceres hin und können als Anspielung auf die Rolle der Kaiserin als Mutter, sowohl der domus Augusta wie des Reiches, verstanden werden.
Kopf der Aphrodite von Knidos
Antikensammlung
Der weibliche Kopf ist eine Kopie des Kopfes der Statue der Aphrodite von Knidos. Das griechische Original des Bildhauers Praxiteles ist verloren.
Behelmter weiblicher Kopf: Roma (oder Minerva)
Antikensammlung
Der lebensgroße Kopf mit Helm gehörte vielleicht zur Statue einer Göttin.
Kopf der Artemis oder des Apollon
Antikensammlung
Der qualitätvolle Kopf war zum Einsetzen in eine Statue monumentalen Formates bestimmt und könnte von einem Kultbild stammen. Er galt seiner effeminierten Züge, der Frisur und durchbohrten Ohrläppchen wegen stets als weiblich und wurde mit Artemis verbunden. Alle genannten Züge finden sich jedoch auch bei Apollon.
Kopf einer Göttin
Antikensammlung
Überlebensgroßer Einsatzkopf einer Göttin aus dem 2. Jh.n.Chr. nach einem Vorbild aus der Zeit Ende 5.Jh.v.Chr. Der Berliner Kopf kann keiner weiblichen Gottheit eindeutig zugeordnet werden, da Statuentypen mehrerer Göttinen mit diesem Kopf überliefert sind. nach Vorbild Ende 5.Jh.v.Chr.
Fragment der rechten Gesichtshälfte eines weiblichen Kopfes (Frauenkopf Berlin-Bergama, sog. Brizescher Kopf)
Antikensammlung
Bei den Ausgrabungen am Trajaneum von Pergamon wurde 1979 das Fragment eines weiblichen Kopfes mit gescheiteltem und wellig nach hinten gelegtem Haar gefunden, das einen bereits 1908 von Winter veröffentlichten weiblichen Kopf aus dem Theater von Pergamon, heute in Berlin, Bruch an Bruch vervollständigt. Der von Ph. Brize wiedergewonnene und 1990 ausführlich publizierte Kopf weist eine typologische Verwandtschaft mit Köpfen spätklassischer Göttinnen auf (so schon Winter 1908, 127) und kann stilistisch in das 3. Viertel des 2. Jhs. v. Chr. datiert werden. Eine nachträgliche Überarbeitung in der frühen Kaiserzeit veränderte laut Brize die Frisur auf der Ansichtsseite und schuf die Voraussetzung für die Anbringung eines Kopfschmuckes aus Metall. Trotz des Fehlens von Porträtzügen sprechen Fundort und nachträgliche Überarbeitung dafür, dass mit der Statue zumindest in ihrer zweiten Aufstellung eine ganz bestimmte Person geehrt werden sollte. Für die Berliner Pergamonausstellung konnten das originale Fragment in Berlin und ein Abguss des Bruchstückes in Bergama von W. Maßmann zusammengefügt werden. Katalog zur Ausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metropole" 30.09.2011 - 30.09. 2012 (A. Scholl: Kat. Nr. 3.3).
Porträt einer jungen Frau, vielleicht Kopf einer Athena-Priesterin
Antikensammlung
Der über den Kopf gezogene Mantel, der Kranz aus Ölbaumzweigen und die Binde über der Stirn legen nahe, dass es sich um das Porträt einer Priesterin handelt. Da für Pergamon vor allem Statuenehrungen für Athena-Priesterinnen belegt sind, könnte der Kopf könnte zu einer solchen Statue gehört haben.
Kolossaler Einsatzkopf der Athena
Antikensammlung
Hellenistische Umbildung eines Vorbildes des letzten Viertels des 5. Jh.v.Chr. Der Kopf war zum Einsetzen in eine Statue der Athena von etwa doppelt lebensgroßem Format gearbeitet.
Sog. Schöner Kopf aus Pergamon
Antikensammlung
Der Kopf ist zu seiner Linken gewandt, der Mund ist leicht geöffnet. Die Haare sind in dicken, lockigen Wellen unregelmäßig um ein Band aus der Stirn und nach hinten frisiert und dort zu einem Knoten zusammengefasst. Das schmelzende, übersteigerte Pathos des mimischen Ausdrucks setzt sich bruchlos in der verschwimmenden, weichen Bearbeitung von Inkarnat und Haar fort. Deswegen erfreute sich der Kopf gleich nach der Auffindung großer Beliebtheit, er wurde von Anfang an in die Tradition des Praxiteles und Skopas gesetzt und mit seinerzeit besonders geschätzten Meisterwerken wie dem Hermes von Olympia oder dem Kopf vom Südabhang in Verbindung gebracht. Als einzige der Pergamener Skulpturen wurde für ihn sogar eine Ergänzung ins Auge gefasst und 1893 von Wilhelm II. ein Künstlerwettbewerb ausgeschrieben; die Ergänzung wurde jedoch nie ausgeführt, sondern nur an Nachbildungen realisiert. In der räumlichen und plastischen Auffassung ergeben sich durchaus Gemeinsamkeiten zu den Köpfen des Großen Frieses. In der plastischen Durcharbeitung der mimischen Bewegung ist beim Schönen Kopf an Stelle der detaillierten Raffinesse der Friesfiguren die feine, einheitliche Schwingung des Inkarnats getreten; dieser Unterschied macht sich auch gegenüber den konzentrierteren, mehr auf Nahsicht berechneten Köpfen des Telephos-Frieses bemerkbar. In der Behandlung von Haar, Inkarnat und der Einzelformen ist hingegen der Poseidon von Melos gut vergleichbar. Auch wenn er zeitstilistisch später anzusetzen ist, bezeichnet er doch das künstlerische Milieu, wo wir auch den Bildhauer des Schönen Kopfes zu suchen haben. Katalog zur Ausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metropole" 30.09.2011 - 30.09. 2012 (M.R. Hofter: Kat. Nr. 3.4 ).
Kleines weibliches Köpfchen mit Haube, hinten flach
Antikensammlung
(Skizze im Inventarbuch); Objekt fehlt.; Bemerkungen DFG-Projekt "Antike Bronzen in Berlin": Objekt verlagert in Kiste WS 31 Friedrichshain. (NF)
Bildnis einer Frau (Livilla ?) aus dem julisch-claudischen Kaiserhaus
Antikensammlung
Kaiserporträt und Privatbildnis: Porträts der Kaiser und ihrer Familien waren im ganzen Römischen Reich verbreitet. Zu bestimmten Anlässen wie dem Regierungsantritt und -jubiläum oder der Geburt von Kindern entstanden am Kaiserhof verschiedene Prototypen als verbindliche Vorlagen; durch Gipsabgüsse wurden sie in den Werkstätten verbreitet. Auch die im Profil wiedergegebenen Bilder auf den Münzen folgen diesen Vorlagen. Deshalb können viele rundplastische Herrscherbilder mit Hilfe der Münzen benannt werden. Erkennbar sind verschiedene Bildnisfassungen derselben Person vor allem an der unterschiedlichen Anordnung der Haarlocken. Natürlich waren die Herrscher und ihre Familienmitglieder stilbildend für die Mode und damit vorbildhaft für ihre Untertanen. Seit Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.), der sein Erscheinungsbild griechischen Philosophen anglich, trug man wieder Bart. So sind Privatporträts manchmal nur sehr schwer von Kaiserbildnissen zu unterscheiden, aber gleichzeitig durch Frisur und Bartmode zu datieren. Anders als beim griechischen Porträt waren Kopf und Statuentypus voneinander unabhängig und frei miteinander kombinierbar. So konnte derselbe Porträtkopf mit einer Panzerstatue, einem Togatus, einem Reiterstandbild oder sogar einem heroisch nackten Körper verbunden werden.
Weiblicher Kopf mit Schleier: Herakopf
Antikensammlung
Das hohe Diadem bezeichnet die Dargestellte als Gottheit. Der Schleier zeigt an, daß es sich um eine verheiratete Frau, eine matronale Göttin, handelt - entweder um Hera/Iuno oder Demeter/Ceres.
Weiblicher Kolossalkopf mit Mauerkrone
Antikensammlung
Der nur im rechten Gesichts- und Hinterkopfbereich gut erhaltene, leicht nach links geneigte weibliche Kolossalkopf ist mit Ohrgehängen geschmückt. Das Haar ist über der Stirnmitte gescheitelt und wird in lockeren Wellen zum Hinterkopf geführt, wo es in einem Knoten zusammengenommen ist. Einzelne Haarsträhnen fallen hinter den Ohren in Locken frei in den Nacken herab. Wie eine Stadtgöttin trägt der Kopf eine Mauerkrone mit unterschiedlich hohen Zinnen. Auch auf Münzbildern des 4. Jahrhunderts v.Chr. aus Salamis begegnet mitunter ein weiblicher Kopf mit Mauerkrone. Antike Kunst aus Zypern (2002) 163 Nr. 173 (S. Brehme).