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Object type: Kopfschmuck (Kleinkunst / Schmuck)
Ohr- oder Perückenring ("Spaltring")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die beiden Enden des schlauchförmigen, hohlen Rings sind durch kleine Plättchen verschlossen, wobei auf einer Seite ein kleines Loch sichtbar ist, das während des Lötprozesses das Entweichen der Luft ermöglichte. Unklar ist bis heute, ob es sich bei Ringen dieser Art aus dem Neuen Reich um Ohr- oder Haarringe handelt, denn zahlreiche Exemplare stammen aus dem Kunsthandel und entbehren eines Fundkontextes, der hierüber Auskunft geben könnte. Das beschriebene Design war insbesondere in Gestalt von Ohrringen in der frühen 18. Dynastie beliebt und wurde von Männern, Frauen und Kindern getragen. Ebenfalls belegt sind das Flechten von Haaren zu Zöpfen und die Befestigung von Strähnen mittels Ringen verschiedener Materialien und Größen. Allen gleich sind eine glatte Oberfläche und ein Spalt zum Einfügen der Haare. Beliebt waren vor allem solche aus rotem Jaspis und Karneol. Da es sich bei dem Goldring um ein hohles und zugleich leicht federndes Exemplar handelt, ist in diesem Fall eine Verwendung als Ohrring wahrscheinlicher. (J. Helmbold-Doyé)
Ohr- oder Perückenring ("Spaltring") mit zwei Durchbohrungen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auch Ohrringe sind in der Form derartiger „Spaltringe“ belegt. Sie erscheinen meist schmaler und können eine Verschlusstechnik mit zwei Ösen aufweisen. An Materialien erfreuten sich hauptsächlich Glas und Metall großer Beliebtheit. Die Funktion der beiden Bohrungen auf diesem Ring bleibt fraglich. Zu denken wäre hierbei möglicherweise an eine Verschlusstechnik eines Ohrrings oder sie dienten womöglich dazu, falls als Perückenring getragen, ein schmales Band hindurch zu führen, um die Stabilität im Haar zu garantieren. (J. Jancziak)
Ohr- oder Perückenring ("Spaltring")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Funktion dieser „Spaltringe“, die als Grabbeigaben dienten, als Ohr- oder Perückenringe ist noch immer nicht eindeutig geklärt. Die Haartracht der Ägypter konnte mit derartigen Schmuckelementen versehen werden. Beliebt waren für die glatt gearbeiteten Ringe roter Jaspis, aber auch andere Materialien wie Bein, Fayence, Glas, Kalkstein oder Karneol wurden verwendet. Sie konnten entweder in die Frisur eingeflochten oder Haarsträhnen und einzelne Zöpfe mit ihrer Hilfe befestigt werden. (J. Jancziak)