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Object type: Mumiensandale (Grabausstattung / Mumienhülle)
Mumiensandalen (Paar) mit Streifendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Diese Mumiensandalen, die sich seit 1894 im Besitz des Ägyptischen Museums befinden, stammen aus einem unbekannten Grab in der weitläufigen Nekropole von Hawara im südöstlichen Fayûm. Das Paar gehörte aufgrund seiner Maße zu einer Mumie eines Erwachsenen, der im Verlauf der Ptolemäerzeit beigesetzt wurde. Sie waren Teil der in dieser Zeit üblichen Einzelelemente von Mumienauflagen zu denen auch Scheinsandalen mit einem Streifendekor gehört haben können. Die Schuhe sind der Fußform des Toten angepasst, zur Mitte hin entsprechend konkav gearbeitet und weisen an den oberen Enden angedeutete Zehen auf. Nach der Grundierung sind sie in sattem rosa und ocker mit kräftigen schwarzen Umrisslinien koloriert worden. Die organische Farbe, deren Leuchtkraft die Jahrhunderte überdauert hat, ist flächig und komplett erhalten. An den Rändern verlaufen der Sandalenausformung entsprechend zwei rosafarbene und ein ockerfarbener Umrissstreifen. Sie bilden eine Art Rahmen für das abstrakte Innenmuster in rosa auf gelbem Grund, welches sich im Wesentlichen aus Blockstreifen – oben je vier und unten je fünf – zusammensetzt. Letztere sind dreigliedrig und erinnern entfernt an einen Dreizack. Sie sind mit gestrichelten Linien ausgefüllt und besitzen an den gerade abgeschnittenen oberen Enden Querstreifen und Kreuze. Diese symmetrischen Gebilde, welche auch auf anderen Funden deutlich zu erkennen sind, stellen die genähten Lederriemen dar. Sie sind in Aufsicht abgebildet, als seien sie flach auf die Sohle gedrückt worden. Auch wenn es sich nicht um echte Sandalen gehandelt hat, sind sie als Teil der Fußbekleidung des Verstorbenen Ausdruck seiner Vitalität im Jenseits, zu der auch die Fähigkeit sich zu bewegen zählte. Somit wurden die Sandalen auch nicht separat neben der Mumie beigesetzt, sondern in die Mumienbinden eingewickelt. Ein direktes Beispiel dafür ist eine ptolemäerzeitliche Mumie eines älteren Mannes bei der noch heute ein Paar Sandalen mit Streifendekor in die Umwicklung der Leinenbinden fest eingebunden ist. (Jana Helmbold-Doyé)
Mumiensandale mit einer gefesselten Nubierin
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf der Unterseite der Mumiensandale findet sich die Darstellung einer an den Armen und Beinen gefesselten Person aus dem Süden. Der Typus ist häufig belegt, jedoch zeigt die Malerei ein seltenes Bild einer Frau, bekleidet mit einem langen, faltenreichen Gewand und einer breiten Halskette. Es könnte hiermit ein möglicher Hinweis auf eine weibliche Bestattung vorliegen. Wenn es sich um eine reale Wiedergabe handelt, müssten deren Füße jedoch kleiner als die von anderen Personen gewesen sein. Denkbar wäre eine Zugehörigkeit zu einer Kinderbestattung. Die Nubierin verkörpert in einer Person die Bevölkerung aus dem Süden und ist zugleich Teil der Gesamtheit feindlicher Mächte. In der Regel zeigt die zweite Sandale immer einen Vetreter aus dem Norden. Durch das Bild auf der Sohle wird das Gefährliche und Böse vom Verstorbenen dauerhaft gebannt und besiegt. (J. Helmbold-Doyé)
Mumiensandale mit einem gefesselten Nubier
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Auf der Unterseite der Mumiensandale findet sich die Darstellung eines an den Armen gefesselten Nubiers mit einem knielangen, bunten Gewand. Dieser verkörpert in einer Person die Bevölkerung aus dem Süden und ist zugleich Teil der Gesamtheit feindlicher Mächte. In der Regel zeigt die zweite Sandale immer einen Vetreter aus dem Norden. Durch das Bild auf der Sohle wird das Gefährliche und Böse vom Verstorbenen dauerhaft gebannt und besiegt. (J. Helmbold-Doyé)