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Object type: Randscherbe eines Tongefäßes
Ethnologisches Museum
Wandscherbe. Das Fragment wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Seine Außenseite ist bemalt und poliert. Bemalung und Grundierung sind partiell erodiert. Die Objekte IV Ca 47439a-e gehören zu verschiedenen Gefäßen. Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot-orange und schwarz-braun bemalt ist. Das Fragment wird durch zwei horizontale, rot-orange Bänder verziert. Auf der Innenseite der Keramik sind unregelmäßige Spuren einer weiß-gelblichen Grundierung sichtbar. Nach Lothrop (1926): Nicoya polychrome ware. Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. (Künne 2004)
Ethnologisches Museum
Randscherbe einer Schale mit stark ausziehendem Rand. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und poliert. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert. Die Keramik besitzt eine lachsfarbene Grundierung, die rot, schwarz und schwarz-braun bemalt ist. Die Außenseite des Objekts wird durch rote, geometrische Motive verziert, die eine schwarze Außenlinie besitzen. Auf der breit ausgezogenen Randpartie verläuft ein Fries, der sich in mehrere, trapezförmige Bildfelder zu gliedern scheint. Sie zeigen nach Lothrop (1926) stark stilisierte Echsenmotive, deren Augen- und Maulpartien besonders betont sind. Der fließende Wandansatz wird durch umlaufende, schwarze und schwarz-braune Bänder markiert. Die Schalenwand scheint wiederum mit Echsenmotiven verziert worden zu sein. Nach Lothrop 1926: Nicoya polychrome ware, alligator motive, type A. Kulturelle Bedeutung: die Gruppen Galo und Carrillo Policromo (800-500d.C.) stellen die ersten wirklich polychromen Keramiken dar, die in der Region Gran Nicoya hergestellt wurden. Ihre Gestaltung (Form, Farbgebung, einzelne Motive) erinnert stark an die Gruppe Ulua Policromo (950-550d.C.). Das Objekt gehört zu einem Konvolut dekontextualisierter Objekte, die Lehmann im März 1908 in einem Gräberfeld bei El Viejo fand. Allein aus der Huaca A sollen 480 Objekte stammen. Sie umfassen neben Keramiken auch Beile, Reibsteine, Muscheln und “Grünsteine“. Letztere waren mit Körperbestattungen assoziiert. (Künne 2004)