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Object type: Raumaufnahme
Rekonstruktion: Gebälkaufbau mit Fragment des Frieses (Westfront) des Artemistempels in Magnesia
Antikensammlung
Marmor, 2. Jh.v.Chr. (Ident.Nr.: Ma. 1.23)
Blick in Raum 2 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Orte der Götter - Heiligtümer im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Hauptgeschoss, Raum 2: Orte der Götter - Heiligtümer im archaischen Griechenland: Die Griechen haben ihre Götter zunächst in der Natur verehrt – Zeus auf Bergen, Poseidon am Meeresufer, Demeter in fruchtbaren Ebenen und Athena im Bereich der Städte. Neben Felsen, Quellen und Bäumen konnten aber auch Grabhügel und Ruinen aus der mykenischen Zeit zu Kultorten für mythische Helden und zu heiligen Stätten werden. Abgegrenzte sakrale Bezirke (temene) waren für die Regelung des Zusammenlebens in der Polis wichtig. In diesen den Göttern geweihten Bezirken wurden neben Brandopferaltären und Opfergruben seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. Tempel für die Götterbilder sowie Hallen und Räume für die Feiern der Gläubigen errichtet. Der steinerne Tempel mit umlaufender Säulenhalle (Peripteros) entwickelte sich zur architektonischen Leitform. Kostbare Weihgaben, Gefäße und Statuen aus Bronze und Marmor wurden den Göttern gestiftet. In früharchaischer Zeit erreichten diese Votive oft kolossale Ausmaße und säumten auch die Wege zu den Kultstätten. Einige heilige Orte gewannen in archaischer Zeit überregionale Bedeutung und wurden auch von Nichtgriechen aufgesucht und gefördert. Für die Griechen entwickelten sich die sportlichen Wettkämpfe zu Ehren des Göttervaters Zeus in Olympia und das Orakel des Apollonheiligtums von Delphi zu Stätten kultureller Identität innerhalb eines in zahlreiche Stadtstaaten zersplitterten Siedlungsraumes.
Blick in Raum 5 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Götter und Heroen - Bilder des griechischen Mythos
Antikensammlung
Die griechische Religion kennt viele Götter. Als die zwölf olympischen Gottheiten galten Zeus, Hera, Poseidon, Demeter, Athena, Apollon, Artemis, Ares, Aphrodite, Hephaistos, Hermes und Hestia. Daneben wurden auch lokale und nichtgriechische Gottheiten verehrt, denen spezielle Wirkungsbereiche zugeordnet waren. Bestimmte Attribute und Tiere kennzeichneten die Götter, die nicht nur eine menschliche Gestalt hatten, sondern auch menschliche Verhaltensweisen pflegten. Das Göttergeschlecht des Zeus musste seine Weltherrschaft in schweren Kämpfen erringen und sichern, zuletzt im Kampf gegen die Giganten, die rebellierenden Söhne der Erde (Gaia). Die Heroen, Helden einer sagenhaften Vorzeit, waren häufig aus der Verbindung von Göttern mit Menschen hervorgegangen. Sie galten als Beschützer in persönlicher Not und standen den Menschen oft näher als die Olympier. Heldensagen, die mit bestimmten Orten und Landschaften verbunden wurden, berichten von ihren Taten. Herakles war der beliebteste griechische Heros. Seine zwölf Arbeiten im Auftrag des Königs von Mykene machten ihn zum Vorbild von Mut und Tapferkeit. Gleiches galt für den athenischen Helden Theseus, der verschiedene Ungeheuer bekämpfen musste. Die bekanntesten Sagenzyklen erzählen vom Kampf der Griechen um Troja und die anschließenden Irrfahrten des Odysseus. Im zehnjährigen Trojanischen Krieg taten sich vor allem Achilleus durch Tapferkeit und Odysseus durch List und Findigkeit hervor.
Blick in Raum 3 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Erinnerungen und Repräsentation - Grabmäler im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Wohlhabende Familien betrieben im Griechenland des 6. Jhs. v. Chr. einen ganz erheblichen Aufwand bei der Ausstattung ihrer Grabanlagen. Besonders beliebt waren Grabhügel (Tumuli) und hohe Grabterrassen mit Relief- und Statuenschmuck. Die sicher prestigeträchtigste Form der Ehrung eines Toten war dessen statuarische Wiedergabe in Gestalt der Kore und des Kouros, lebensgroßer Bildwerke junger Frauen und Männer. Mit der sogenannten Berliner Göttin haben wir eines der ältesten vollständigen Beispiele einer solchen qualitätvollen Grabstatue des 6. Jhs. vor uns, die noch Reste der originalen Farbfassung aufweist. Statuen von Löwen, die durch Vorbilder aus dem Orient angeregt sind, dienten als symbolische Grabwächter. Die zahlreichen archaischen Grabstelen Attikas sind hier durch vier Fragmente vertreten, die eindrucksvoll das Spektrum der unterschiedlichen Darstellungstechniken vorführen: Vom gemalten Bild über die zusätzlich geritzte Darstellung zum Flachrelief. Aus Lehmziegeln errichtete Grabbauten waren mit bemalten Tontafeln (Pinakes) dekoriert, die uns ebenso wie die im Grabkult verwendeten Gefäße einen detaillierten Eindruck von den Praktiken des zeitgenössischen Totenkultes vermitteln.
Blick in Raum 2 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoß): Orte der Götter - Heiligtümer im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Samos, Milet, Didyma. Archaische Kunst in Ionien: Auf der Insel Samos und dem nahen Küstenstreifen Kleinasiens, der heutigen Westtürkei, siedelten in der Antike die ostgriechischen Ionier. Der Handel und enge kulturelle Kontakte mit dem Vorderen Orient und Ägypten verliehen den ionischen Stadtstaaten, besonders Samos mit seinem Heraheiligtum sowie Milet mit dem Apollon-Orakel von Didyma im 7. und 6. Jh. v. Chr. eine Vormachtstellung in der griechischen Welt. Zahlreiche importierte Weihgaben in den Heiligtümern von Samos und Milet bezeugen die internationalen Verbindungen. In hoch- und spätarchaischer Zeit hatten Künstler aus Samos und Milet Anteil an der Entwicklung des griechischen Menschenbildnisses. Ihre Skulpturen zeichneten sich durch voluminöse Körperformen und spannungsreiche Oberflächendetails aus. Vorbilder für die nackten Jünglinge und die kostbar bekleideten jungen Frauen sowie für die Tierbilder kannten die Ionier aus Ägypten. Auch die thronenden Männer und Frauen aus der aristokratischen Oberschicht in den Heiligtümern von Milet und Didyma übernahmen orientalische Darstellungsformen. Den Marmor lieferten meist Steinbrüche auf den Kykladen und in Kleinasien.
Blick in Raum 2 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Orte der Götter - Heiligtümer im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Samos, Milet, Didyma. Archaische Kunst in Ionien: Auf der Insel Samos und dem nahen Küstenstreifen Kleinasiens, der heutigen Westtürkei, siedelten in der Antike die ostgriechischen Ionier. Der Handel und enge kulturelle Kontakte mit dem Vorderen Orient und Ägypten verliehen den ionischen Stadtstaaten, besonders Samos mit seinem Heraheiligtum sowie Milet mit dem Apollon-Orakel von Didyma im 7. und 6. Jh. v. Chr. eine Vormachtstellung in der griechischen Welt. Zahlreiche importierte Weihgaben in den Heiligtümern von Samos und Milet bezeugen die internationalen Verbindungen. In hoch- und spätarchaischer Zeit hatten Künstler aus Samos und Milet Anteil an der Entwicklung des griechischen Menschenbildnisses. Ihre Skulpturen zeichneten sich durch voluminöse Körperformen und spannungsreiche Oberflächendetails aus. Vorbilder für die nackten Jünglinge und die kostbar bekleideten jungen Frauen sowie für die Tierbilder kannten die Ionier aus Ägypten. Auch die thronenden Männer und Frauen aus der aristokratischen Oberschicht in den Heiligtümern von Milet und Didyma übernahmen orientalische Darstellungsformen. Den Marmor lieferten meist Steinbrüche auf den Kykladen und in Kleinasien.
Blick in Raum 3 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Erinnerungen und Repräsentation - Grabmäler im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Wohlhabende Familien betrieben im Griechenland des 6. Jhs. v. Chr. einen ganz erheblichen Aufwand bei der Ausstattung ihrer Grabanlagen. Besonders beliebt waren Grabhügel (Tumuli) und hohe Grabterrassen mit Relief- und Statuenschmuck. Die sicher prestigeträchtigste Form der Ehrung eines Toten war dessen statuarische Wiedergabe in Gestalt der Kore und des Kouros, lebensgroßer Bildwerke junger Frauen und Männer. Mit der sogenannten Berliner Göttin haben wir eines der ältesten vollständigen Beispiele einer solchen qualitätvollen Grabstatue des 6. Jhs. vor uns, die noch Reste der originalen Farbfassung aufweist. Statuen von Löwen, die durch Vorbilder aus dem Orient angeregt sind, dienten als symbolische Grabwächter. Die zahlreichen archaischen Grabstelen Attikas sind hier durch vier Fragmente vertreten, die eindrucksvoll das Spektrum der unterschiedlichen Darstellungstechniken vorführen: Vom gemalten Bild über die zusätzlich geritzte Darstellung zum Flachrelief. Aus Lehmziegeln errichtete Grabbauten waren mit bemalten Tontafeln (Pinakes) dekoriert, die uns ebenso wie die im Grabkult verwendeten Gefäße einen detaillierten Eindruck von den Praktiken des zeitgenössischen Totenkultes vermitteln.
Blick in Raum 5 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Götter und Heroen - Bilder des griechischen Mythos
Antikensammlung
Die griechische Religion kennt viele Götter. Als die zwölf olympischen Gottheiten galten Zeus, Hera, Poseidon, Demeter, Athena, Apollon, Artemis, Ares, Aphrodite, Hephaistos, Hermes und Hestia. Daneben wurden auch lokale und nichtgriechische Gottheiten verehrt, denen spezielle Wirkungsbereiche zugeordnet waren. Bestimmte Attribute und Tiere kennzeichneten die Götter, die nicht nur eine menschliche Gestalt hatten, sondern auch menschliche Verhaltensweisen pflegten. Das Göttergeschlecht des Zeus musste seine Weltherrschaft in schweren Kämpfen erringen und sichern, zuletzt im Kampf gegen die Giganten, die rebellierenden Söhne der Erde (Gaia). Die Heroen, Helden einer sagenhaften Vorzeit, waren häufig aus der Verbindung von Göttern mit Menschen hervorgegangen. Sie galten als Beschützer in persönlicher Not und standen den Menschen oft näher als die Olympier. Heldensagen, die mit bestimmten Orten und Landschaften verbunden wurden, berichten von ihren Taten. Herakles war der beliebteste griechische Heros. Seine zwölf Arbeiten im Auftrag des Königs von Mykene machten ihn zum Vorbild von Mut und Tapferkeit. Gleiches galt für den athenischen Helden Theseus, der verschiedene Ungeheuer bekämpfen musste. Die bekanntesten Sagenzyklen erzählen vom Kampf der Griechen um Troja und die anschließenden Irrfahrten des Odysseus. Im zehnjährigen Trojanischen Krieg taten sich vor allem Achilleus durch Tapferkeit und Odysseus durch List und Findigkeit hervor.
Blick in Raum 3 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Erinnerungen und Repräsentation - Grabmäler im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Wohlhabende Familien betrieben im Griechenland des 6. Jhs. v. Chr. einen ganz erheblichen Aufwand bei der Ausstattung ihrer Grabanlagen. Besonders beliebt waren Grabhügel (Tumuli) und hohe Grabterrassen mit Relief- und Statuenschmuck. Die sicher prestigeträchtigste Form der Ehrung eines Toten war dessen statuarische Wiedergabe in Gestalt der Kore und des Kouros, lebensgroßer Bildwerke junger Frauen und Männer. Mit der sogenannten Berliner Göttin haben wir eines der ältesten vollständigen Beispiele einer solchen qualitätvollen Grabstatue des 6. Jhs. vor uns, die noch Reste der originalen Farbfassung aufweist. Statuen von Löwen, die durch Vorbilder aus dem Orient angeregt sind, dienten als symbolische Grabwächter. Die zahlreichen archaischen Grabstelen Attikas sind hier durch vier Fragmente vertreten, die eindrucksvoll das Spektrum der unterschiedlichen Darstellungstechniken vorführen: Vom gemalten Bild über die zusätzlich geritzte Darstellung zum Flachrelief. Aus Lehmziegeln errichtete Grabbauten waren mit bemalten Tontafeln (Pinakes) dekoriert, die uns ebenso wie die im Grabkult verwendeten Gefäße einen detaillierten Eindruck von den Praktiken des zeitgenössischen Totenkultes vermitteln.
Blick in Raum 2 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Orte der Götter - Heiligtümer im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Samos, Milet, Didyma. Archaische Kunst in Ionien: Auf der Insel Samos und dem nahen Küstenstreifen Kleinasiens, der heutigen Westtürkei, siedelten in der Antike die ostgriechischen Ionier. Der Handel und enge kulturelle Kontakte mit dem Vorderen Orient und Ägypten verliehen den ionischen Stadtstaaten, besonders Samos mit seinem Heraheiligtum sowie Milet mit dem Apollon-Orakel von Didyma im 7. und 6. Jh. v. Chr. eine Vormachtstellung in der griechischen Welt. Zahlreiche importierte Weihgaben in den Heiligtümern von Samos und Milet bezeugen die internationalen Verbindungen. In hoch- und spätarchaischer Zeit hatten Künstler aus Samos und Milet Anteil an der Entwicklung des griechischen Menschenbildnisses. Ihre Skulpturen zeichneten sich durch voluminöse Körperformen und spannungsreiche Oberflächendetails aus. Vorbilder für die nackten Jünglinge und die kostbar bekleideten jungen Frauen sowie für die Tierbilder kannten die Ionier aus Ägypten. Auch die thronenden Männer und Frauen aus der aristokratischen Oberschicht in den Heiligtümern von Milet und Didyma übernahmen orientalische Darstellungsformen. Den Marmor lieferten meist Steinbrüche auf den Kykladen und in Kleinasien.
Blick in Raum 5 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Götter und Heroen - Bilder des griechischen Mythos
Antikensammlung
Die griechische Religion kennt viele Götter. Als die zwölf olympischen Gottheiten galten Zeus, Hera, Poseidon, Demeter, Athena, Apollon, Artemis, Ares, Aphrodite, Hephaistos, Hermes und Hestia. Daneben wurden auch lokale und nichtgriechische Gottheiten verehrt, denen spezielle Wirkungsbereiche zugeordnet waren. Bestimmte Attribute und Tiere kennzeichneten die Götter, die nicht nur eine menschliche Gestalt hatten, sondern auch menschliche Verhaltensweisen pflegten. Das Göttergeschlecht des Zeus musste seine Weltherrschaft in schweren Kämpfen erringen und sichern, zuletzt im Kampf gegen die Giganten, die rebellierenden Söhne der Erde (Gaia). Die Heroen, Helden einer sagenhaften Vorzeit, waren häufig aus der Verbindung von Göttern mit Menschen hervorgegangen. Sie galten als Beschützer in persönlicher Not und standen den Menschen oft näher als die Olympier. Heldensagen, die mit bestimmten Orten und Landschaften verbunden wurden, berichten von ihren Taten. Herakles war der beliebteste griechische Heros. Seine zwölf Arbeiten im Auftrag des Königs von Mykene machten ihn zum Vorbild von Mut und Tapferkeit. Gleiches galt für den athenischen Helden Theseus, der verschiedene Ungeheuer bekämpfen musste. Die bekanntesten Sagenzyklen erzählen vom Kampf der Griechen um Troja und die anschließenden Irrfahrten des Odysseus. Im zehnjährigen Trojanischen Krieg taten sich vor allem Achilleus durch Tapferkeit und Odysseus durch List und Findigkeit hervor.
Blick in Raum 5 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Götter und Heroen - Bilder des griechischen Mythos
Antikensammlung
Die griechische Religion kennt viele Götter. Als die zwölf olympischen Gottheiten galten Zeus, Hera, Poseidon, Demeter, Athena, Apollon, Artemis, Ares, Aphrodite, Hephaistos, Hermes und Hestia. Daneben wurden auch lokale und nichtgriechische Gottheiten verehrt, denen spezielle Wirkungsbereiche zugeordnet waren. Bestimmte Attribute und Tiere kennzeichneten die Götter, die nicht nur eine menschliche Gestalt hatten, sondern auch menschliche Verhaltensweisen pflegten. Das Göttergeschlecht des Zeus musste seine Weltherrschaft in schweren Kämpfen erringen und sichern, zuletzt im Kampf gegen die Giganten, die rebellierenden Söhne der Erde (Gaia). Die Heroen, Helden einer sagenhaften Vorzeit, waren häufig aus der Verbindung von Göttern mit Menschen hervorgegangen. Sie galten als Beschützer in persönlicher Not und standen den Menschen oft näher als die Olympier. Heldensagen, die mit bestimmten Orten und Landschaften verbunden wurden, berichten von ihren Taten. Herakles war der beliebteste griechische Heros. Seine zwölf Arbeiten im Auftrag des Königs von Mykene machten ihn zum Vorbild von Mut und Tapferkeit. Gleiches galt für den athenischen Helden Theseus, der verschiedene Ungeheuer bekämpfen musste. Die bekanntesten Sagenzyklen erzählen vom Kampf der Griechen um Troja und die anschließenden Irrfahrten des Odysseus. Im zehnjährigen Trojanischen Krieg taten sich vor allem Achilleus durch Tapferkeit und Odysseus durch List und Findigkeit hervor.
Eingang zu Raum 6 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Obergeschoss): Garten der Lüste - Liebeskunst der Antike
Antikensammlung
In ihrem Verhältnis zur Sexualität unterscheiden sich Griechen, Etrusker und Römer grundsätzlich von der heutigen, christlich-abendländischen, jüdischen oder islamischen Welt. Erotik und Sexualität waren in allen Bereichen des antiken Lebens gegenwärtig. Ob beim festlichen Gelage, beim Sport in der Palaistra, auf den Wänden und in den Gärten der römischen Villen, in Lupanaren (Bordellen), in Heiligtümern oder sogar im Grab – überall gab es Bilder oder Anspielungen mit sexuellem Bezug, Darstellungen von Genitalien, Symbole von Fruchtbarkeit und Sinneslust. Selbst Kindern hing man phallische Amulette als Glücksbringer um den Hals. Die antike Literatur behandelte das Thema in allen nur denkbaren Facetten. Die „ars amatoria“ (Liebeskunst) des römischen Dichters Ovid ist eine der subtilsten Abhandlungen des Sujets, die jemals geschrieben wurden. Im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel wurden Objekte erotischen Inhalts aus Pompeji und Herculaneum in einem jahrhundertelang nur eingeschränkt zugänglichen Raum versammelt, dem „gabinetto segreto“ (Geheimkabinett). Große Nachfrage nach einschlägigen Objekten führte im 19. Jahrhundert zu einer hohen Quote an Nachahmungen und Fälschungen, von denen auch die Berliner Museen einige erwarben. Die Altertumswissenschaften machten lange Zeit einen Bogen um das Thema, heute ist es ein selbstverständlicher Forschungsgegenstand unter verschiedenen Gesichtspunkten wie Sozialgeschichte, Körperbegriff und Geschlechterrollen.
Blick in Raum 6 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Obergeschoss): Garten der Lüste - Liebeskunst der Antike
Antikensammlung
In ihrem Verhältnis zur Sexualität unterscheiden sich Griechen, Etrusker und Römer grundsätzlich von der heutigen, christlich-abendländischen, jüdischen oder islamischen Welt. Erotik und Sexualität waren in allen Bereichen des antiken Lebens gegenwärtig. Ob beim festlichen Gelage, beim Sport in der Palaistra, auf den Wänden und in den Gärten der römischen Villen, in Lupanaren (Bordellen), in Heiligtümern oder sogar im Grab – überall gab es Bilder oder Anspielungen mit sexuellem Bezug, Darstellungen von Genitalien, Symbole von Fruchtbarkeit und Sinneslust. Selbst Kindern hing man phallische Amulette als Glücksbringer um den Hals. Die antike Literatur behandelte das Thema in allen nur denkbaren Facetten. Die „ars amatoria“ (Liebeskunst) des römischen Dichters Ovid ist eine der subtilsten Abhandlungen des Sujets, die jemals geschrieben wurden. Im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel wurden Objekte erotischen Inhalts aus Pompeji und Herculaneum in einem jahrhundertelang nur eingeschränkt zugänglichen Raum versammelt, dem „gabinetto segreto“ (Geheimkabinett). Große Nachfrage nach einschlägigen Objekten führte im 19. Jahrhundert zu einer hohen Quote an Nachahmungen und Fälschungen, von denen auch die Berliner Museen einige erwarben. Die Altertumswissenschaften machten lange Zeit einen Bogen um das Thema, heute ist es ein selbstverständlicher Forschungsgegenstand unter verschiedenen Gesichtspunkten wie Sozialgeschichte, Körperbegriff und Geschlechterrollen.
Blick in Raum 5 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Obergeschoss): Römische Villen - Luxus als Lebensform
Antikensammlung
Reiche Römer besaßen neben einem Stadthaus auch mindestens eine Villa auf dem Land. War sie mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verbunden, spricht man von einer villa rustica. Vor allem aber bot das Leben in der Villa ihren Bewohnern die Möglichkeit, sich fern von den täglichen Pflichten des Staatsmannes, Redners oder des Patrons von Schutzbefohlenen der gebildeten Muße hinzugeben und sich mit Philosophie, Literatur und Kunst zu beschäftigen. Festliche Gastmähler gehörten auch auf dem Land zu den unverzichtbaren Ritualen eines wohlhabenden Römers. Für diesen von der griechischen Oberschicht übernommenen Lebensstil bildeten die reich ausgestatteten Räume, Säulenhallen und Gartenanlagen den passenden Rahmen – und folgten in ihren Architekturformen ebenfalls griechischen Vorbildern. Bei der Wahl des Bauplatzes spielte natürlich auch eine reizvolle geografische Lage mit weitem Ausblick am Meer oder am Hang eine Rolle. Die Gärten waren häufig mit Brunnenanlagen, Wasserbecken und Skulpturen ausgestattet und vermittelten den Eindruck einer idyllischen, von mythischen Wesen und Tieren bevölkerten Landschaft.
Blick in Raum 5 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Obergeschoss): Römische Villen - Luxus als Lebensform
Antikensammlung
Villengärten und Skulpturenschmuck: Künstlich angelegte und kunstvoll gestaltete große Gartenanlagen waren ein wesentlicher Bestandteil römischer Landvillen. Der von Säulenhallen umgebene Garten (Peristyl) zählte zu den öffentlich zugänglichen repräsentativen Räumen einer Villa; hier konnte der Hausherr Besucher empfangen, seinen Reichtum zur Schau stellen und seine Bildung zeigen. Springbrunnen, künstliche Wasserläufe und Wasserspiele gehörten neben Säulengängen, kleinen Tempeln, Gartenmobiliar, Pergolen und Skulpturen zur Ausstattung eines Gartens. Besonders wichtige Kunstwerke wurden durch hervorgehobene Aufstellung zur Geltung gebracht. Sogenannte Hermen – Götter- oder Porträtköpfe auf rechteckigen Schäften – waren oft als Galerien angeordnet und zu Zäunen verbunden. In Skulpturen dargestellte Fruchtbarkeits- und Naturgottheiten wie Bacchus, Pan, Silene, Satyrn und Mänaden dachte man sich als real anwesende Bewohner des Gartens. Sie sollten den Betrachter in die idyllisch-bukolische Natur, in ein ländliches Heiligtum oder an den imaginären Schauplatz ihres wilden Treibens führen; durch Bepflanzung und Bewässerung evozierten die Gärten auch das Bild heiliger Haine.
Blick in Raum 2 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Orte der Götter - Heiligtümer im archaischen Griechenland
Antikensammlung
Samos, Milet, Didyma. Archaische Kunst in Ionien: Auf der Insel Samos und dem nahen Küstenstreifen Kleinasiens, der heutigen Westtürkei, siedelten in der Antike die ostgriechischen Ionier. Der Handel und enge kulturelle Kontakte mit dem Vorderen Orient und Ägypten verliehen den ionischen Stadtstaaten, besonders Samos mit seinem Heraheiligtum sowie Milet mit dem Apollon-Orakel von Didyma im 7. und 6. Jh. v. Chr. eine Vormachtstellung in der griechischen Welt. Zahlreiche importierte Weihgaben in den Heiligtümern von Samos und Milet bezeugen die internationalen Verbindungen. In hoch- und spätarchaischer Zeit hatten Künstler aus Samos und Milet Anteil an der Entwicklung des griechischen Menschenbildnisses. Ihre Skulpturen zeichneten sich durch voluminöse Körperformen und spannungsreiche Oberflächendetails aus. Vorbilder für die nackten Jünglinge und die kostbar bekleideten jungen Frauen sowie für die Tierbilder kannten die Ionier aus Ägypten. Auch die thronenden Männer und Frauen aus der aristokratischen Oberschicht in den Heiligtümern von Milet und Didyma übernahmen orientalische Darstellungsformen. Den Marmor lieferten meist Steinbrüche auf den Kykladen und in Kleinasien.
Blick in Raum 1 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Zeit der Helden - Das frühe Griechenland
Antikensammlung
Bereits in der Bronzezeit (3. / 2. Jahrtausend v. Chr.) brachte Griechenland hoch entwickelte Kulturen hervor: Die Kykladenkultur auf den ägäischen Inseln, die von Kreta ausgehende minoische Kultur und schließlich die mykenische Kultur, die vom Festland über die Inseln bis nach Kleinasien (heutige Türkei) verbreitet war. Mit dem Untergang der mykenischen Kultur um 1200 v. Chr. begann eine Periode tiefer Umwälzungen, die „Dunklen Jahrhunderte“. Erst um 1000 v. Chr. setzte eine allmähliche Erholung ein. Nach der streng linearen Dekoration der zwischen 1000 und 700 v. Chr. produzierten Keramik nennt man diese Epoche auch die „geometrische“. In deren Schlussphase übernahmen die Griechen die Alphabetschrift von den Phöniziern und es bildeten sich die späteren Stadtstaaten heraus. Diese Zeit ist mit dem Dichter Homer und den ihm zugeschriebenen Epen verbunden, der Ilias und der Odyssee. Sie rühmen Heldentaten in einer sagenhaften Vergangenheit, die sich um die Belagerung und den Fall Trojas drehen. Im späten 8. und 7. Jh. v. Chr. wurden im Schwarzmeergebiet und im westlichen Mittelmeer zahlreiche Kolonien gegründet. Die Beziehungen mit dem Vorderen Orient wurden noch intensiver, von dort wurden zahlreiche Handwerkstechniken und Dekorationsformen übernommen. Die „früharchaische“ Zeit wird deshalb auch die „orientalisierende Periode“ Griechenlands genannt.
Blick in Raum 1 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Hauptgeschoss): Zeit der Helden - Das frühe Griechenland
Antikensammlung
Bereits in der Bronzezeit (3. / 2. Jahrtausend v. Chr.) brachte Griechenland hoch entwickelte Kulturen hervor: Die Kykladenkultur auf den ägäischen Inseln, die von Kreta ausgehende minoische Kultur und schließlich die mykenische Kultur, die vom Festland über die Inseln bis nach Kleinasien (heutige Türkei) verbreitet war. Mit dem Untergang der mykenischen Kultur um 1200 v. Chr. begann eine Periode tiefer Umwälzungen, die „Dunklen Jahrhunderte“. Erst um 1000 v. Chr. setzte eine allmähliche Erholung ein. Nach der streng linearen Dekoration der zwischen 1000 und 700 v. Chr. produzierten Keramik nennt man diese Epoche auch die „geometrische“. In deren Schlussphase übernahmen die Griechen die Alphabetschrift von den Phöniziern und es bildeten sich die späteren Stadtstaaten heraus. Diese Zeit ist mit dem Dichter Homer und den ihm zugeschriebenen Epen verbunden, der Ilias und der Odyssee. Sie rühmen Heldentaten in einer sagenhaften Vergangenheit, die sich um die Belagerung und den Fall Trojas drehen. Im späten 8. und 7. Jh. v. Chr. wurden im Schwarzmeergebiet und im westlichen Mittelmeer zahlreiche Kolonien gegründet. Die Beziehungen mit dem Vorderen Orient wurden noch intensiver, von dort wurden zahlreiche Handwerkstechniken und Dekorationsformen übernommen. Die „früharchaische“ Zeit wird deshalb auch die „orientalisierende Periode“ Griechenlands genannt.
Blick in den Ausstellungsbereich "Fundteilung" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Die Fundteilung: Nach den geltenden türkischen Antikengesetzen wurden im 19. Jahrhundert die Funde geteilt: 1/3 dem Ausgräber, 1/3 dem Bodeneigentümer, 1/3 dem Staat. Dabei war man seitens der Ausgräber bemüht, alle Friesteile, die zum Großen Altar gehörten, zu erwerben. Die türkische Regierung stimmte in den ersten beiden Kampagnen (1878-1881) der Ausfuhr aller Funde zu, wobei der jeweils der türkischen Seite zustehende Teil an die Berliner Museen verkauft wurde. Mit dem neuen Gesetz 1884 wurde die Ausfuhr auf anpassende Fragmente beschränkt. Als noch ganze Platten der beiden Friese gefunden wurden, kam ein Austausch zustande: Die Berliner Museen gaben zwei Statuen (Zeus Ammon und Hermaphrodit), die vorher durch Fundteilung nach Berlin kamen, zurück und erhielten die letzten Friesplatten. 1899 kam ein Geheimabkommen zustande, das sich auf einige deutsche Grabungen im Osmanischen Reich bezog (u.a. Pergamon, Milet). Es gestattete exklusiv eine Fundteilung 50:50. Heute bleiben alle Funde im Lande.
Blick in den Ausstellungsbereich "Götter" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Athena: Athena ist die Stadtgöttin Pergamons. Ihr zu Ehren wurde schon im 4. Jh. v. Chr. ein Tempel auf dem Burgberg erbaut, dessen umgebende Hallen zu einem Zentrum der Wissenschaft wurden (Bibliothek, Kunstsammlung). Dort stand auch die verkleinerte Kopie der Athena Parthenos, des Kultbildes vom Parthenon in Athen. Dies deutet auf die enge Beziehung Athen-Pergamon hin. Nach dem Vorbild Athens wurden hier sogar die Panathenäen (Wettkämpfe) zur Ehren der Göttin gefeiert. Athena galt als Sieg bringende Göttin (Nikephoros). Als solche wurde sie durch eine Inschrift am Eingangstor zum Athenaheiligtum geehrt. Sie war die Beschützerin von Kunst und Handwerk. Dem Mythos nach wurde der Athena-Kult durch die Mutter des Telephos, Auge, von Griechenland nach Kleinasien gebracht.
Blick in den Ausstellungsbereich "Auferstanden aus Ruinen" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Auferstanden aus Ruinen: Die Kunde von den pergamenischen Funden löste in der archäologischen Fachwelt und auch in der Berliner Gesellschaft große Begeisterung aus. Noch während der Restaurierung tausender Fragmente zu ganzen Friesen entstanden Rekonstruktionen des Altars und auch Vorstellungen von der Stadt, die in das erste Pergamon-Panorama mündeten. Dieses sowie ein Altaraufbau wurden 1886 auf der Jubiläumsausstellung der Kunstakademie gezeigt. Ein Architekturwettbewerb für das erste Pergamonmuseum erbrachte zum Teil phantasievolle Ergebnisse. Auch Künstler ließen sich von der pergamenischen Kunst inspirieren, und die deutsche Kulturpolitik vermerkte selbstgefällig, dass man nun Paris und London gleichgestellt sei. Der Pergamonaltar sowie das Pergamonmuseum ist in den verschiedenen politischen Verhältnissen immer wieder konträr interpretiert und benutzt worden. Die wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigung mit Pergamon heute führt zum virtuellen Akropolis-Rundgang und zum Panorama von Yadegar Asisi.
Blick in den Ausstellungsbereich "Entdeckung einer Metropole" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Ausgrabung: Die Wiederentdeckung Pergamons ist dem deutschen Ingenieur Carl Humann zu verdanken, der 1865 in Bergama (früher Pergamon) die Zerstörung antiker Skulpturen auf dem Burgberg durch Kalkbrenner sah. Er interessierte die Berliner Museen für reguläre Ausgrabungen. 1878-1886 erfolgte die Freilegung des größten Teils der Akropolis. Man fand die Fundamente des großen Altars sowie – in Verteidigungsmauern verbaut –zugehörige Architekturteile und Relieffriese. Weiterhin wurden Gymnasium, Theater, Athenaheiligtum mit Bibliothek und der Markt freigelegt sowie der große Trajanstempel. Ebenso erkundete man Paläste und Arsenale auf der Burgkrone sowie die Wasserversorgung. Im 20. Jh. übernahm das Deutsche Archäologische Institut die Grabungsleitung. Es wurde u.a. das Asklepieion, ein römisches Heilzentrum, gefunden, und man begann mit der Ausgrabung der Wohnquartiere am unteren Burgberg. Zurzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die „Rote Halle“, und das Umland (Hafen, Nekropolen) von Pergamon.
Blick in den Ausstellungsbereich "Vom Werden einer Stadt" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Im Schatten Trojas: Die Ebene des Kaikos-Flusses in der antiken Landschaft Mysien im Nordosten der Türkei war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Funde aus aktuellen Ausgrabungen auf einem Siedlungshügel westlich von Pergamon bestätigen, dass hier bereits am Ende des 4. und in der ersten Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr. Siedlungen einer chalkolithisch-frühbronzezeitlichen Kultur existierten. Die gefundene Keramik lässt sich mit dem Material aus anderen Orten der Region, besonders aus Yortan-Kelembo, Babaköy und dem Madra-Delta aber auch der frühbronzezeitlichen Kultur von Troja I sowie weiteren prähistorischer Siedlungen dieses Zeithorizontes in Kleinasien vergleichen. In die spätere Bronzezeit gehören die Scherben einer Siedlung am Asklepieion von Pergamon. Auf dem von einer intensiven antiken Bautätigkeit betroffenen Burgberg fanden sich dagegen nur prähistorische Steingeräte in späteren Schuttschichten. Neue Bewertungen des ältesten Keramikmaterials und von Mauerstrukturen oberhalb des Hera-Heiligtums könnten aber bereits auf eine vorarchaische Befestigung an dieser Stelle hinweisen.
Blick in den Ausstellungsbereich "Leben in der Stadt" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Pergamon als Polis: Pergamon war königliche Residenz und zugleich eine griechische Polis. Die Stadt besaß eine zivile Verwatungsstruktur sowie die politischen Gremien einer jeden Polis: eine beschlussfassende Volks- und Ratsversammlung. Wie in jeder griechischen Polis hatten nur männliche Vollbürger, der pergamenische Demos, Mitspracherecht; ihre Frauen, Unfreie und in der Stadt wohnende Fremde waren von Ämtern und Volksversammlung ausgeschlossen. Neben dem königlichen gab es ein städtisches Münzrecht; nach dem gerade amtierenden hohen städtischen Beamten, dem eponymen Prytanen und nicht nach dem König erhielt das Jahr seinen Namen. Die Könige respektierten das Polisideal ihrer Untergebenen, ließen aber keine Konkurrenz neben sich zu - die städtische Ämterhierarchie war der königlichen Verwaltung untergeordnet. Lange Zeit konnten die Bürger nur indirekt, über die Erfolge des Königs und ihm bzw. dem Herrscherhaus nahe stehender Personen, öffentlich in Erscheinung treten. Erst unter Attalos III. (138–133 v.Chr.) erstarkte das bürgerliche Selbstbewusstsein und der Demos tritt als gleichwertiger Partner dem König gegenüber.
Blick in den Ausstellungsbereich "Vom Werden einer Stadt" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Die frühe Siedlung: Die Stadtgrabung erbrachte den Nachweis, dass oberhalb des Gymnasions bereits im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. auf dem Burgberg von Pergamon eine befestigte Siedlung mit Mauer und Tor existierte. Vielleicht entstand damals der Name Pergamon, der in einem einheimischen Idiom „Burg“ bedeutet. Die hier und bei früheren Grabungen im oberen Burgbereich gefundene bemalte Keramik aus Athen, Korinth und den äolischen Küstenstädten bezeugt außerdem intensive Kontakte der pergamenischen Oberschicht zu den griechischen Stadtstaaten. Das Gebiet selbst gehörte damals politisch zum Herrschaftsbereich der lydischen Könige. Funde ornamental verzierter Randstücke eines Ziegeldaches in Pergamon lassen sich mit ähnlichem Material aus der lydischen Hauptstadt Sardes vergleichen. Wahrscheinlich trug der auch der erste Tempelbau auf der Burghöhe ein buntes lydisches Terrakottadach. Die Bestattung in Grabhügeln, die mit Löwenskulpturen und pilzförmigen Steinaufsätzen geschmückt waren, verbindet in dieser Zeit das Kaikos-Tal ebenfalls mit der südlich angrenzenden Kulturlandschaft.
Blick in den Ausstellungsbereich "Leben in der Stadt" der Sonderausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metroploe (30.09.2011 - 30.09. 2012)
Antikensammlung
Leben in der Stadt: Die Bebauung der prunkvollen, von einer Mauer gesicherten Residenzstadt erstreckte sich im 2. Jh.v.Chr. von der Kuppe des ca. 335 Meter hohen Burgberges bis zu der sich im Süden auf dem abfallenden Hang hinziehenden Unterstadt. Eine serpentinartig angelegte, von Geschäften und Läden flankierte Hauptstraße verband Ober- und Unterstadt. Sie führte an der ausgedehnten Anlage des Gymnasion sowie dem Unteren Markt vorbei. Er war das Geschäftszentrum der Stadt. In seiner Nähe lag wohl auch die städtische Bank mit Geschäftslokalen der Geldwechsler. Kleinere Straßen und Gassen, annähernd nach einem Rasterschema angelegt, erschlossen die Wohngebiete. Durch Zisternen in den Höfen der Häuser und Wasserfernleitungen wurde die Stadt mit Wasser versorgt. Die Königspaläste und das Theater auf dem Burgberg gehörten ebenso zum Stadtbild wie öffentliche Monumente und zahlreiche Heiligtümer und Tempel. Inschriftlich belegt ist auch die Existenz eines Prytaneion (Sitz der höchsten städtischen Beamten). Das binnenländische Pergamon hatte über die Hafenstadt Elaia, die zu einem wichtigen Militär- und Handelsstützpunkt wurde, Zugang zum Meer.