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Object type: Relief, Fragment
Kopf der Gottesmutter Maria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Relief stellt den Oberkörper einer stehenden, vom Betrachter aus nach rechts gewandten Frau dar. Sie trägt ein über den Kopf gezogenes Schleiertuch, das Maphorion, darunter eine eng anliegende, die Haare zusammenfassende Haube. Die kreuzförmig angeordneten kleinen Vertiefungen über der Stirn und der Nimbus zeigen, dass es sich um Maria, die Mutter Jesu, handelt. Nase und Stirn sind bestoßen, vor allem der Bildhintergrund weist tiefe Kratzer auf. Die rechte untere Ecke ist abgebrochen. Es sind zwei Darstellungen verbreitet, in denen sich Maria isoliert zur Seite wendet, die Kreuzigung Christi und die Deesis. Bei der Kreuzigung führt Maria jedoch für gewöhnlich wenigstens einen Arm in einem Gestus der Trauer an das Gesicht. So haben wir es wahrscheinlich mit einer Figur aus einer Deesis zu tun. Das Wort Deesis heißt Bitte, Fürbitte und bezeichnet eine Darstellung, in der Maria und Johannes der Täufer sich Christus zuwenden und um Vergebung der Sünden der Menschen bitten. Es ist möglich, dass Christus und Johannes der Täufer auf gesonderten kleinen Tafeln dargestellt waren, die drei Tafeln durch einen Rahmen zusammengehalten wurden. Vielleicht handelte es sich aber auch ursprünglich um ein Relief mit der ganzen Figurengruppe, aus dem der Oberkörper Mariens nachträglich ausgeschnitten wurde. Theodor Wiegand erwarb dieses und ein zweites Steatitrelief (Inv. 6266) zusammen mit einem Bronzeanhänger in Smyrna. Mit der Fundortangabe Ephesos sandte er die drei Objekte im November 1907 nach Berlin. Wahrscheinlich nannte ihm der Verkäufer die nahegelegene antike Ruinenstätte als Herkunftsort.
Chor der Propheten
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die kleine Specksteintafel zeigt eine Gruppe von elf Personen, die sich vom Betrachter aus nach links wenden. In vorderster Reihe steht links ein Mann mit Nimbus, langem Haar und spitzem Bart, der mit seiner rechten Hand nach links weist und in seiner linken eine geöffnete Buchrolle hält. Zwei weitere Männer mit Schriftrollen sind durch kantige Kopfbedeckungen hervorgehoben. Die Gruppe ist ein Ausschnitt aus einer Anastasis, also der Darstellung, wie Christus zwischen Kreuzigung und Auferstehung zur Hölle fährt, den Teufel fesselt und Adam und Eva sowie Könige und Propheten des Alten Testaments zur Auferstehung aus ihren Gräbern holt. Die Figur links ist als Johannes der Täufer, die beiden weiteren Figuren der vorderen Reihe als die Könige David und Salomon, die Kronen tragen, zu identifizieren. Sowohl das Bildthema als auch die Gestik der Figuren erweisen das Relief als Teil einer größeren Darstellung der Anastasis. Erst in einer zweiten Verwendungsphase wurde die Figurengruppe aus dem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und zu einem quadratischen Anhänger umgearbeitet. Die untere und die seitlichen Kanten zeigen Spuren des Zuscheidens. An der rechten Kante wurde dadurch das Gesicht der elften Figur zur Hälfte durchgeschnitten. Das Schnurloch am oberen Rand zerstörte fast völlig den Kopf einer Figur der hinteren Reihe.
Thronende Maria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Zwar ist nur ein Fragment erhalten, doch lässt sich daraus das Relief in großen Teilen rekonstruieren. Die thronende Maria, von der nur der frontal ausgerichtete Kopf und der Ansatz ihrer linken Schulter erhalten ist, nahm die Mittelachse der ursprünglichen Komposition ein. Trotz des stark beriebenen Gesichts lassen sich die enganliegende Kopfhaube und das darüberliegende Schleiertuch, das Maphorion, unterscheiden. Den Kopf umfängt ein großer Nimbus. Sehr wahrscheinlich saß das Christuskind auf ihrem Schoß. Auf Höhe des Rückens Mariens wird rechts die Thronlehne mit einer mit Zickzackmuster verzierten horizontalen und einer senkrechten, wie geflochten wirkenden Strebe sichtbar. Ein als Halbfigur dargestellter Engel wendet sich mit anbetend ausgebreiteten Armen Maria zu. Der linke Teil der Thronlehne und ein zweiter Engel sind links von Maria symmetrisch zu ergänzen, ebenso das Wort ΜΗ[TH]P, das sich mit dem rechts des Nimbus eingeritzten Wort Θ[ΕΟ]Υ zu der üblichen griechischen Bezeichnung Mariens als „Mutter Gottes“ zusammenfügt. Die erhaltene schräge Kante rechts oben belegt, dass das Relief oben spitz zulief. Das Relief kam zusammen mit dem Fragment einer stehenden Maria in die Sammlung (Inv. 6267).