6 results
Object type: Relieffragment
Geburt Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Riemenschneiders Relief der Geburt Christi zerbrach bereits vor 1845 in zwei Teile, denn in diesem Jahr wurde der linke Teil mit der Figur der Maria für die Berliner Kunstkammer erworben. Der rechte Teil gelangte 1943 ins Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg. Seit 1994 sind beide Teile wieder vereint; sie werden zurzeit (2018) in Aschaffenburg ausgestellt. Das Relief wurde vermutlich für die Predella (Sockel) eines Altars geschaffen. Riemenschneider schöpfte für seine Darstellung aus verschiedenen grafischen Vorbildern, darunter Stichen von Martin Schongauer und Israhel van Meckenem.
Relief mit Pan im Rankenwerk
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Erhalten ist die linke Seite mit dem profilierten Rahmen, doch war das Relief kaum breiter. Ein Jüngling schreitet nach links, bekleidet mit einem Lendentuch, dessen flatternde Zipfel die Oberschenkel entblößen. Die rechte Hand ist erhoben, der leicht angewinkelte linke Unterarm umfasst eine Ranke. Über dem kurzen Stirnhaar erkennt man zwei Hörner. Links unten und vom Bein des Jünglings überschnitten, schreitet ein gehörnter Ziegenbock und wendet den Kopf aufwärts. Daneben ist in den Reliefgrund eine Blume mit zwei Blüten und einem Herzblatt eingeritzt. Beiderseits der Gruppe wächst jeweils ein kräftig gebildeter Akanthuskelch mit spiralförmig gedrehter Hauptrippe und palmettenartigen Blättern empor, aus denen wiederum Ranken abzweigen. Die linke endet in einem Dreiblattmotiv, die rechte verzweigt sich in der oberen Bildzone zu beiden Seiten der Figur und umschließt ein Dreiblatt sowie jeweils eine Weintraube. Die Deutung des Jünglings als Pan beruht auf den Hörnchen und der Begleitung durch einen Ziegenbock. Das Relief dürfte nach einer wohl spätantiken Vorlage geschaffen sein, wobei jedoch der gebogene Wurfstock in Pans linker Hand missverstanden und mit der aufstrebenden Ranke verschmolzen wurde. Die ungelenke Bildung der Figur und die Flächenbindung der Rankenkomposition sprechen für eine Entstehung im 11. Jahrhundert. Unbekannt ist die Zweckbestimmung des Reliefs, doch waren mythologische Themen in der mittelbyzantinischen Kunst sehr beliebt.
Kopf eines Apostels oder Heiligen aus einem Relief
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der Kopf weist an der Rückseite den Rest einer Platte auf. Er war Teil einer Reliefkomposition und gehörte vermutlich zur Bogenverkleidung eines Grabes. Das Gesicht erscheint zwar frontal angelegt, doch leiten die Wangen und die übermäßig lang gezogenen Augen zu den Seiten über, wodurch eine rundplastische Wirkung erzeugt werden sollte. Die Struktur des gestreckten Gesichts ist auffällig weich – Bart und Haare sind als füllige Masse angelegt, die Oberfläche blieb ungeglättet. Anscheinend war der Kopf auf Unteransicht gearbeitet und sollte aus größerer Entfernung betrachtet werden. Seine nächsten Parallelen findet er in İstanbuler Kapitellen aus der Zeit um 1300, die mit Apostel- und Heiligenbüsten geschmückt sind. Der Fundort erlaubt es jedoch nicht, das Fragment einer bestimmten Kirche zuzuordnen.
Eckstück eines Bogens
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
R. Eckstück; bis auf ein Stück des inneren Randes l. o. ringsum gebrochen. Das Bruchstück trägt auf der Vorderseite in flacher, aber stark unterschnittener Arbeit eine aus der l. Ecke hervorwachsende Wedelranke, deren doppelt gerillter Hauptzweig (bzw. -schaft) über kelchartiger Erweiterung abbricht. Aus dieser entspringt ein nach l. eingerollter Nebenzweig (z. T. weggebrochen) mit eichelähnlichem Motiv an der Spitze. Den Hauptzweig begleiten zwei nach entgegengesetzten Seiten eingerollte Akanthuswedel. Am u. Rande Reste eines Perlstabs.
Spitzbogige Grabstele mit Relief, Reiter mit Palmwedel
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
In einem spitzbogigen Relieffeld, gerahmt von einem Wulst mit einem eingeritzten stilisierten Kelchblütenornament, ist ein Reiter auf seinem Pferd dargestellt. Der untere Teil des Reliefs ist abgebrochen. Während das Pferd im Profil wiedergegeben ist, dreht sich der Reiter mit Oberkörper und Kopf frontal zum Betrachter. Seine linke Hand scheint etwas am Hinterkopf des Pferdes zu greifen oder zumindest zu berühren, in der Rechten hält er einen Palmenwedel, der sich über seine Schulter weit nach hinten neigt. Der Reiter trägt eine gegürtete knielange Tunika mit halblangen Ärmeln, eine lange Hose und um die Schultern einen nach hinten flatternden Mantel oder ein Tuch. Sein Kopf, der die Rahmung stark überschneidet, ist von einer phrygischen Mütze bedeckt. Eine solche Tracht ist typisch für in Kleinasien in der Frühzeit ansässige Völker. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Reiter um den besonders in Kleinasien verehrten Mondgott Mên, da dieser häufig mit phrygischer Mütze und gelegentlich zu Pferd abgebildet wurde. Außerdem ist, zum Teil verdeckt durch den Palmwedel, sein Attribut, eine Mondsichel, erkennbar. Sein zweites typisches Attribut, ein Hahn, könnte auf dem unten fehlenden Stück des Reliefs zu sehen gewesen sein.
Verstorbene in betender Haltung von einem Grabrelief
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Fragment wurde aus einem größeren Relief herausgemeißelt. Erhalten ist nur noch der Oberkörper einer frontal stehenden weiblichen Gestalt mit zum Gebet erhobenen Armen. Sie ist mit einem langärmeligen Untergewand und einem um Haupt, Schultern und Brust gelegten Manteltuch, dem Maphorion, bekleidet. Diese Tracht ist typisch für die seit dem 6. Jahrhundert gern als Fürbitterin (Orans) dargestellte Gottesmutter Maria. Auf den so genannten Monzeser Ampullen und auf einer Miniatur des in das Jahr 586 datierten Evangeliencodex des Rabbula (Paris) erscheint dieser Typus der Gottesmutter erstmals in Darstellungen der Himmelfahrt Christi. Ob auch unser Fragment zu einer Reliefkomposition dieses Themas gehört haben könnte oder von einem Grabmonument stammt, ist nicht mehr auszumachen.