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Object type: Reliquienschrein
Reliquienkasten
Kunstgewerbemuseum
Kleines schreinförmiges Reliquienkästchen. An der Vorderseite erscheinen an der Wandung und am Dach je drei aus gleicher Form gegossene, künstlerisch anspruchslose Halbfiguren in Relief, deren Gewandung durch verschiedenfarbige Grubenschmelzstreifen akzentuiert ist. Zwischen den Figuren befinden sich in Zargenfassungen 16 gemugelte Halbedelsteine. An den Schmalseiten sind je zwei gravierte Heilige vor einem ausgeschmolzenen Gittergrund dargestellt, die Rückseite zeigt vor gleichem Hintergrund ein Sternmuster in Rundmedaillons. Das Dach ziert ein durchbrochen gearbeiteter Kamm mit zwei seitlichen Kugelknäufen. Lothar Lambacher
Patroklus-Schrein (Sammel-DS im Zustand vor 1945)
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Gebeine des hl. Patroklus, eines Märtyrers aus römischem Patriziergeschlecht, wurden 960 vom Kölner Erzbischof Bruno aus Troyes in der östlichen Champagne erworben und später dem von ihm in Soest gegründeten St. Patrokli-Stift geschenkt. 1311 entschlossen sich Stiftsdekan und Kapitel, die Reliquien des Heiligen in einen neuen Schrein umzubetten, und beauftragten 1313 den Goldschmied Sigefridus mit dessen Ausführung. Es entstand ein hausförmiges Schreingehäuse in der Tradition rheinisch-maasländischer Beispiele des 12. und 13. Jahrhunderts, allerdings in gotischen Architekturformen gestaltet und darin französischen Werken wie dem Schrein des heiligen Taurinus in Evreux vergleichbar. An den Schmal- und Längsseiten fanden sich die Silberstatuetten von Christus, der Muttergottes, des heiligen Patroklus, des ebenfalls heiliggesprochenen Erzbischofs Bruno und der Apostel aufgestellt. Im Jahr 1841 durch König Friedrich Wilhelm IV. durch Ankauf vor dem Einschmelzen gerettet, ging der Schrein beim Brand im Bunker Friedrichshain 1945 offenbar zugrunde. Wenige Figuren konnten geborgen werden, andere wurden durch Diebstahl entwendet und mußten zurückerworben werden. Eine 2003 zurückgekaufte Apostelstatuette von besonderer Qualität zeichnet sich durch eine lebendig gestaltetes Gesicht und fein ausgearbeitete quirlige Locken aus. Dieses ›Meisterstück‹ der Goldschmiedekunst dürfte um 1340 dem von Sigefridus geschaffenen Bestand hinzugefügt worden sein.
Kleiner Reliquienschrein mit Darstellung der Darbringung im Tempel
Kunstgewerbemuseum
Das Reliquienkästchen mit Satteldach zeigt an seiner Vorderseite die Darbringung Christi im Tempel (Lk 2,21). Nach jüdischem Brauch wurde der erstgeborene Sohn in Erinnerung an die Pessach-Nacht als Eigentum Gottes angesehen und diesem im Tempel dargebracht. Er musste durch ein Geldopfer ausgelöst werden. Maria, durch eine Krone als Himmelskönigin charakterisiert, tritt von rechts an einen in der Mitte der Darstellung stehenden Altar heran, über den sie den Jesusknaben hält. Der auf der linken Seite stehende Simeon, der in Jesus den verheißenen Messias erkennt, nimmt ihn entgegen. Zu Seiten der Szene erscheinen zwei nicht identifizierbare Heilige, die beiden Schmalseiten sind mit je einer, das Dach der Rückseite mit vier Heiligenfiguren besetzt. Die Rückwand fehlt, an dieser Stelle war früher eine hier sekundär verwendete rheinländische Grubenschmelzplatte mit der Darstellung einer Kreuzigung angebracht (Inv. Nr. 1917,100), die seit 1945 verschollen ist. Wie bei Limosiner Arbeiten häufig, bestehen die Köpfe der Figuren an den beiden Langseiten aus reliefplastischen Applikationen, während die Gewandformen in das Kupferblech graviert sind. LL
Thronender Christus vom Patroklus-Schrein
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Gebeine des hl. Patroklus, eines Märtyrers aus römischem Patriziergeschlecht, wurden 960 vom Kölner Erzbischof Bruno aus Troyes in der östlichen Champagne erworben und später dem von ihm in Soest gegründeten St. Patrokli-Stift geschenkt. 1311 entschlossen sich Stiftsdekan und Kapitel, die Reliquien des Heiligen in einen neuen Schrein umzubetten, und beauftragten 1313 den Goldschmied Sigefridus mit dessen Ausführung. Es entstand ein hausförmiges Schreingehäuse in der Tradition rheinisch-maasländischer Beispiele des 12. und 13. Jahrhunderts, allerdings in gotischen Architekturformen gestaltet und darin französischen Werken wie dem Schrein des heiligen Taurinus in Evreux vergleichbar. An den Schmal- und Längsseiten fanden sich die Silberstatuetten von Christus, der Muttergottes, des heiligen Patroklus, des ebenfalls heiliggesprochenen Erzbischofs Bruno und der Apostel aufgestellt. Im Jahr 1841 durch König Friedrich Wilhelm IV. durch Ankauf vor dem Einschmelzen gerettet, ging der Schrein beim Brand im Bunker Friedrichshain 1945 offenbar zugrunde. Wenige Figuren konnten geborgen werden, andere wurden durch Diebstahl entwendet und mußten zurückerworben werden. Eine 2003 zurückgekaufte Apostelstatuette von besonderer Qualität zeichnet sich durch eine lebendig gestaltetes Gesicht und fein ausgearbeitete quirlige Locken aus. Dieses ›Meisterstück‹ der Goldschmiedekunst dürfte um 1340 dem von Sigefridus geschaffenen Bestand hinzugefügt worden sein.
Heiliger Patroklus vom Patroklus-Schrein
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Gebeine des hl. Patroklus, eines Märtyrers aus römischem Patriziergeschlecht, wurden 960 vom Kölner Erzbischof Bruno aus Troyes in der östlichen Champagne erworben und später dem von ihm in Soest gegründeten St. Patrokli-Stift geschenkt. 1311 entschlossen sich Stiftsdekan und Kapitel, die Reliquien des Heiligen in einen neuen Schrein umzubetten, und beauftragten 1313 den Goldschmied Sigefridus mit dessen Ausführung. Es entstand ein hausförmiges Schreingehäuse in der Tradition rheinisch-maasländischer Beispiele des 12. und 13. Jahrhunderts, allerdings in gotischen Architekturformen gestaltet und darin französischen Werken wie dem Schrein des heiligen Taurinus in Evreux vergleichbar. An den Schmal- und Längsseiten fanden sich die Silberstatuetten von Christus, der Muttergottes, des heiligen Patroklus, des ebenfalls heiliggesprochenen Erzbischofs Bruno und der Apostel aufgestellt. Im Jahr 1841 durch König Friedrich Wilhelm IV. durch Ankauf vor dem Einschmelzen gerettet, ging der Schrein beim Brand im Bunker Friedrichshain 1945 offenbar zugrunde. Wenige Figuren konnten geborgen werden, andere wurden durch Diebstahl entwendet und mußten zurückerworben werden. Eine 2003 zurückgekaufte Apostelstatuette von besonderer Qualität zeichnet sich durch eine lebendig gestaltetes Gesicht und fein ausgearbeitete quirlige Locken aus. Dieses ›Meisterstück‹ der Goldschmiedekunst dürfte um 1340 dem von Sigefridus geschaffenen Bestand hinzugefügt worden sein.