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Object type: Schminkutensilien (Gerät)
Kosmetikschälchen in Gestalt eines hockenden Affen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Schminken des Gesichtes und das Salben der Glieder gehörte zum Standard gehobenen Lebens von Frauen und Männern. Das ägyptische Kunstgewerbe hat besonders für den höheren Anspruch beachtliche Kreationen geschaffen. Neben speziell für den jenseitigen Gebrauch gefertigten Toilettenartikeln gab man den Verstorbenen auch gern die im Leben genutzten Gegenstände zur Schönheitspflege ins Grab. Motive für die Formgebung dieses sehr reizvollen Genres ägyptischen Kunstgewerbes lieferte oft, wie hier, die Tierwelt. Die Körper der gefesselten Antilope [ÄM 8925] und des Äffchens [ÄM 22835], das in eine Frucht beißt, bilden die flach ausgehöhlten Gefäßschalen. In ihnen befanden sich die bereits fertigen Schminkstoffe. Für die Augen wurde eine grüne Schminke aus zerriebenem und mit Fett vermischtem Malachit (Lidschatten) bzw. mit Fett vermischter Bleiglanz (Lidstrich) verwendet. Lippenrot bestand aus einer Ocker-Fett-Substanz. Anscheinend besaß die Augenschminke auch eine medizinische Bedeutung.“ (H. Kischkewitz)
Vierrohriges Schminkgefäß mit vier Schminkstäben
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Durch alle Epochen hindurch schminkten die Ägypter ihre Augen. Ausgangspunkt hierfür war eine schützende Wirkung der Schminke, bestehend aus Malachit und Bleiglanz, vor dem Sonnenlicht und Augenkrankheiten. Jedoch erfüllte sie auch einen kosmetischen Effekt, da sie die Augen besonders betonte, indem sie sie größer und glänzender erscheinen ließ. Schminkgefäße, wie dieses Vierröhrige, leiten sich wohl von einfachen Schilfrohren ab und wurden in Holz und Stein nachgebildet. Häufig wurden sie als Grabbeigaben zusammen mit den dazugehörigen Stäbchen zum Auftragen der Schminke aufgefunden. (J. Jancziak)
Schminkgefäß mit Schminkgriffel
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Schminkgefäße waren sowohl für Frauen, als auch für Männer eine wichtige Grabbeigabe. Sie dienten zur Aufbewahrung von schwarzer Augenschminke, die mithilfe eines Schminkgriffels aufgetragen wurde. Dieses Schminkgefäß aus Alabaster stammt aus Kerma, jedoch lassen Form, Herstellungsart sowie das typisch ägyptische Material darauf schließen, dass es sich um Handelsgut aus dem benachbarten Ägypten handelt. Das Gefäß lag zusammen mit anderen Toilettenartikeln und einem Bettfuß am Kopfende des Verstorbenen bei einer der Nebenbestattungen im Grabtumulus K III.
Unvollendeter Salblöffel in Form einer Mandragora-Frucht
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In der Bildhauerwerkstatt P 49.6 wurden neben vielen Werkzeugen auch „Bruchstücke von Gebrauchsgegenständen aus Alabaster“ geborgen, wie es im Grabungstagebuch heißt. Eins davon war der unvollendete Salblöffel in Form einer Mandragorafrucht. Anhand solcher unfertig gebliebenen Werkstücke lässt sich beispielhaft deren Herstellungsverfahren nachvollziehen. Bei der Fertigung eines Steinobjektes begann der Steinmetz zunächst, die Vorzeichnung mit roter Farbe auf das Werkstück aufzutragen. Diese Umrisslinien dienten ihm während der Bearbeitung als Hilfestellung. Spätere Korrekturen der Form wurden mit schwarzer Tinte markiert. Nach der abschließenden Politur konnte eine Bemalung zur Verzierung des Objektes erfolgen. Nach: Taschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 266 (Kat.-Nr. 44).
Fragment eines Salblöffels mit Resten von Bemalung
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Im Gehöft des Maa-nachtu-ef, Oberbaumeister der Stadt Achet-Aton, wurde der unvollständige Salblöffel ÄM 25289 gefunden. Dieser weist noch Reste blauer Farbe auf. Nach: Tauschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 266 (Kat.-Nr. 44).
Salblöffel in Gestalt eines Nubiers mit einer Antilope und Gefäßen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Salblöffel in Gestalt eines Nubiers mit Attributen ist beidseitig ausgearbeitet. Er zeigt sich in weiter Schrittstellung und mit einem knielangen, gefältelten Gewand, das im Bereich der Hüfte durch einen Gürtel zusammengehalten wird, Fußreifen sowie nackenlanger, gelockter Haarpracht. Wir haben hier einen Teilnehmer an einem Zug von Tributbringern vor uns, der zum einen eine Onyx-Antilope mit sich führt und zum anderen wohl ursprünglich drei Gefäße, welche die Löffelschale bildeten und von denen nur noch eines erhalten ist. Durch ein über die Schultern verlaufendes Joch wurden die beiden Gefäße zu den Seiten des Nubiers getragen. Auf der einen Seite wird das Gefäß von einer Papyruspflanze gestützt und auf der anderen Seite von dem Gehörn der Antilope. Womöglich befand sich auf seinem Kopf ein drittes Gefäß, das er mit seinen Händen festhielt. Ob dieses jedoch ebenfalls in einer Löffelschale ausgearbeitet war, muss offen bleiben. Diese "Spendenlöffel" wurden bei Götter- und Totenopfern verwendet um Myrrhe oder Weihrauch darzubringen. (J. Jancziak)