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Object type: Skarabäus (Kleinkunst)
Skarabäus, fragmentarisch
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Figürliche Schutzamulette waren zu allen Zeiten ein wichtiger Bestandteil persönlicher Frömmigkeit. Der Skarabäus war wegen seiner universellen Einsetzbarkeit als Schmuckelement besonders beliebt. Der Skarabäus (ÄM 28854) war der Länge nach durchbohrt. Erhalten ist aber nur die in der Ebene des Bohrkanals waagerecht abgespaltete Oberfläche mit dem plastisch geformten Skarabäus. Möglicherweise wurde er auf eine Halskette aufgezogen oder als Ringzier hergestellt. Nach: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 402 (Kat.-Nr. 190).
Skarabäus
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Figürliche Schutzamulette waren zu allen Zeiten ein wichtiger Bestandteil persönlicher Frömmigkeit. Der unbeschriftete Skarabäus (ÄM 28855) war der Länge nach durchbohrt. Möglicherweise wurde er auf eine Halskette aufgezogen oder als Ringzier hergestellt. Nach: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 402 (Kat.-Nr. 190).
Herzskarabäus des Ipu
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Zu den Beigaben für den Verstorbenen gehörten seit etwa 1550 v. Chr. die großformatigen Herzskarabäen. Aus grünem Stein gefertigt, sollten sie regenerierend wirken. Oft wurden sie wie dieser in Goldblech gefaßt oder in ein Pektoral eingearbeitet und mit einer Kette oder Schnur um den Hals der Mumie gehängt. Auf der Unterseite sind sie mit einem Spruch des Totenbuches beschriftet, in dem das Herz beschworen wird, beim Totengericht nichts Negatives über den Verstorbenen auszusagen.“ (Caris-Beatrice Arnst / gekürzt; aus: Priese, Karl-Heinz (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 253)
Skarabäus mit einer Durchbohrung und der Kartusche Thutmosis III. auf der Rückseite
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Neben den Rollsiegeln finden sich ab dem Ende des Alten Reiches auch Stempelsiegel – zunächst kleine knopfartige Platten mit Ösen –, wenig später in Form des Käfers, Scarabaeus sacer, dessen Unterseite zumeist die eigentliche Stempelfläche darstellt. Wie die Zylindersiegel weist auch ein Großteil der Skarabäen eine Durchbohrung auf, die das Tragen der Objekte als Amulette an einer Kordel erlaubt. Neben rein geometrischen Motiven finden sich szenische Darstellungen und nicht selten Königsnamen. Bei diesen Stücken, besonders prominent tritt der Name Thutmosis’ III. auf, ist häufig schwer zu entscheiden, ob es sich um eine Arbeit aus der Regierungszeit des Königs oder um eine jüngere Ausfertigung handelt. Einige Könige, darunter auch Thutmosis III., wurden noch lange nach ihrem Ableben in Ägypten verehrt und galten als Heilsbringer, sodass auch weitere Siegel mit ihren Namen gefertigt wurden. (R. Kuhn)
Skarabäus, durchbohrt, auf der Rückseite der Darstellung des Königs auf Streitwagen im Festumzug im oberen Bildfeld und im unteren die der Königs auf Streitwagen beim Erschlagen der Feinde
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Eins der bekanntesten Symbole Altägyptens ist der Skarabäus. Sein ägyptischer Name, Chepri, bedeutet „werden, entstehen“. Diese Bezeichnung leitet sich aus der Beobachtung ab, dass der erwachsene Käfer scheinbar aus dem Schlamm der Erde geboren wird, aus welchem er hervorkriecht. Damit wurde er zum Sinnbild für den Sonnengott, der sich jeden Morgen verjüngt aus der Unterwelt erhebt. Die Mistkugel, die der Käfer mit seinen Hinterbeinen rollt, ist Symbol des Sonnenballs. Amulette in Gestalt des Skarabäus waren daher sowohl für die Verstorbenen als auch bei den Lebenden sehr beliebt. Damit konnte man den Fortbestand des Sonnenlaufs beschwören und auf die eigene Regeneration und Wiedergeburt hoffen. Auf den Unterseiten der Käfer finden sich Symbole, kurze Texte und kleine Szenen, wie bei diesem Beispiel mit dem König auf einem Streitwagen beim Erschlagen der Feinde.
Skarabäus mit Einlagen auf der Vorderseite, einer Durchbohrung, und auf der Rückseite einer von drei Paar Uräusschlangen umgehenden Kartusche Thutmosis' IV.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Obwohl Skarabäen in Ägypten in Masse produziert wurden, zeigen einige von ihnen eine sehr filigrane Gestaltung und Einlegearbeiten. Der obere Teil des Skarabäus mit der Kartusche Thutmosis’ IV. ist mit Edelsteinen wie Jaspis und Lapislazuli eingelegt. Die beiden Edelsteine mussten aus weit entfernten Ländern nach Ägypten importiert werden. In die Siegelfläche ist der Name des Königs eingeritzt worden. Er wird von drei Paar Uräen flankiert. Der Uräus (= Kobra) ist einer der Beschützer des ägyptischen Königs. (R. Kuhn)
Herzskarabäus des Taya mit reliefierten Darstellungen auf dem Rücken
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Eine sehr ausführliche Version des Totenbuchspruchs 30b befindet sich auf der ovalen Basis des Herzskarabäus des Taya. Bei diesem sticht die fein eingeritzte Dekoration auf dem Rücken ins Auge: Die Inschrift auf der rechten Flügeldecke bedeutet so viel wie „sich verwandeln“ und bezieht sich auf den Wunsch des Verstorbenen, nach dem Tod die Gestalt eines Phönix anzunehmen, der auf der linken Flügelseite abgebildet ist. Wie kein anderer Vogel symbolisiert der Phönix den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt: Zunächst entsteht er beim Tod und steigt als Ba des Osiris in den Himmel empor, schließlich verkörpert er als Manifestation des Atum und des Re die nächtliche Gestalt des Sonnengottes bei seinem Eintritt in die Unterwelt, wie auch die morgendliche Erscheinung bei seinem Aufgang. (S. Töpfer)
Herzskarabäus mit den Darstellungen der Götter Isis, Osiris und Nephthys
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Darstellungen auf dem Herzskarabäus repräsentieren die diesseitige und die jenseitige Welt, Leben und Tod, Sonne und Mond, Re-Harachte und Osiris. Nach ägyptischer Vorstellung vereinigt sich der Sonnengott bei seiner nächtlichen Fahrt durch die Unterwelt mit Osiris, bevor er am nächsten Morgen wieder am Himmel erscheint. Die hiermit verbundene Vorstellung von ewiger Regeneration und Wiedergeburt symbolisiert der Skarabäus ideal. (S. Töpfer)
Gedenkskarabäus Amenophis’ III. („Löwenjagd-Skarabäus“)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Amenophis III. lies Gedenkskarabäen mit verschiedenen Ereignissen aus seiner Regierungszeit herstellen und im ganzen Land verteilen. Dazu zählen zum einen „Hochzeitsskarabäen“, die seine Heirat mit Teje sowie einer mitanischen Prinzessin verkünden, und auch „Jagdskarabäen“, wie dieser „Löwenjagdskarabäus“. In ihm verzeichnete der König, dass er in seinen ersten zehn Regierungsjahren bereits 102 Löwen erlegt hat. (J. Jancziak)
Gedenkskarabäus Amenophis III. ("Hochzeitsskarabäus")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieser Skarabäus gehört zu einer Reihe von Gedenkskarabäen, die anlässlich wichtiger Ereignisse hergestellt wurden. Thema dieses Textes ist die „Hochzeit“ des Königs mit Teje, einer Bürgerlichen aus der Gegend von Achmin. Amenophis III. ist mit seiner vollständigen Titulatur genannt, und direkt im Anschluss wird Teje als große königliche Gemahlin aufgeführt. Es werden außerdem ihre Eltern Juja und Tuja erwähnt. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 200 (Kat.-Nr. 3).
Skarabäus mit einer Durchbohrung und einer nfr-Hieroglyphe im Ring auf der Rückseite
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In Saqqara fand Karl Richard Lepsius die Mumien zweier Frauen und eines Kindes während der Freilegung des Grabes Nr. 16 aus dem Alten Reich. Bei der Kindermumie handelt es sich um eine jüngere, sekundäre Bestattung aus dem frühen Neuen Reich. Der zusammen mit dem Kind gefundene Skarabäus zeigt auf der Siegelfläche die Hieroglyphe „nefer – gut“. Skarabäen wurden als Amulette benutzt und finden sich daher gelegentlich zwischen den Stoffbinden von Mumien: Sie dienten dem Schutz des Leichnams im Leben nach dem Tod. (R. Kuhn)
Herzskarabäus eines Gottesvaters von Amun-Re (jt-nTr Jmn-Ra) Bak(-en)-chons
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der kleine Herzskarabäus aus Lapislazuli mit Resten eines Blattgoldüberzugs ist eine Besonderheit, da Herzskarabäen von Privatpersonen aus dem Halbedelstein ebenso selten belegt sind wie solche aus dem Edelmetall, – eine Kombination beider Materialien ist noch weitaus seltener zu finden. Äußerst detailliert herausgearbeitet sind der Kopf und der Körper des Käfers, wohingegen die Basisseite mit einer stark verkürzten und zudem fehlerhaften Version des Herzspruches beschriftet wurde. Dennoch werden die Kernelemente des Spruches wiedergegeben: die Beschwörung des Herzens, sich vor Gericht zu Gunsten des Verstorbenen namens Bak(-en)-Chons einzusetzen. (S. Töpfer)