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Object type: Sonderform (Gefäß)
Kleines dreifüßiges Bronzegefäß
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das annähernd zylindrische Gefäß steht auf drei kurzen, schmalen Füßen. Typisch für diese Form sind die breite, flache Lippe und der gerade Hals. Die Schultern sind klar abgegrenzt und unverziert. Auf der Lippe wurde durch Einritzungen ein umlaufendes Fischgräten-Muster angebracht, der Hals ist durch horizontale Linien von der Öffnung und der Schulter abgegrenzt. Im Bereich des Bauches wurden jeweils zwei Linien oben und unten eingraviert, zwischen denen stilisierte Trauben hängen. Meroitische Gefäße diesen Typs wurden bisher nur in Unternubien gefunden und datieren in die spätmeroitische Zeit bzw. die Anfänge der darauffolgenden Ballana-Kultur. Ihre Funktion und Verwendung sind bislang allerdings unbekannt. (N. Overesch)
Gefäß mit Ausguss und drei Füßen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der tiefe Napf steht auf drei zapfenartigen Füßen. Unter dem breiten Rand des Napfes setzt eine gerade Tülle an. Metallgefäße dieser Art wurden vor allem in Friedhöfen Nubiens in hoher Anzahl gefunden. Dieses Exemplar stammt aus einem Familiengrab, in dem mindestens zwei Erwachsene und ein Kind bestattet waren. Die Dekoration auf dem Rand mit stilisierten Weinranken lässt Zweifel an der Interpretation als Schnabeltasse aufkommen. Vielmehr wird es sich um ein hochwertiges Trinkgeschirr gehandelt haben, aus dem möglicherweise Wein genossen wurde. (J. Helmbold-Doyé)
Imitat eines griechischen Psykters mit einem figürlichen Fries und Weinrankendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses, für den nubischen Kulturraum eher untypische Gefäß erinnert stark an die griechischen Psyktere. In der Regel bestehen Psyktere aus einem bauchigen Körper mit hohem Hals und Fuß. Psyktere wurden für das Kühlen von Wein verwendet. Bei diesem Exemplar handelt es sich jedoch um ein Imitat, denn der hohe Fuß und auch das kugelige Oberteil sind hohl. Das aus einem Grab in Faras stammende Objekt ist bis auf den Untersatz vollständig bemalt. Am Übergang vom kurzen Hals zur Schulter wurde ein breiter, schwarzer Streifen aufgemalt, der als Abschluss eines, heute kaum noch erkennbaren, Gräten-Netz-Musters dient. Direkt angrenzend verläuft ein Flechtmuster über den gesamten Schulterbereich. Unterhalb dieser geometrischen Verzierung beginnt die figürliche Szene, dessen Hauptmotiv eine menschliche Figur mit einem Stock und einem hinter ihr stehenden Ibis zeigt. Weiterhin wechseln sich tierische Motive mit dem für Schutz stehenden ägyptischen Sa-Zeichen ab. Auf halber Höhe verläuft eine schmaler Streifen horizontal um den Bauch des Gefäßes, der von der menschlichen Figur und dem Ibis durchbrochen wird und möglicherweise als Wasserlinie zu deuten ist. Die untere Hälfte des Objektes wird von floralen Mustern ausgefüllt, welche stilisierte Weinranken abbilden. Weder der Boden des Gefäßes noch der des Untersatzes sind geschlossen, sodass nicht von einem zweckgerichteten Gebrauch ausgegangen werden kann. Es handelt sich hierbei vielmehr um ein formgleiches Gefäß, dessen Weindekor auf die originäre Verwendung zum Kühlen von Wein Bezug nimmt. (N. Overesch)
Oberteil einer Amphore mit plastisch geformter Hathorkuh und Scheiben-Dekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der von Borchardt zunächst als „Leuchter“ angesprochene Hals einer ursprünglich geradezu riesigen Amphore ist am oberen Ende mit 13 separat angesetzten Scheiben aus Keramik verziert. Diese waren mit jeweils einer blauen Blüte bemalt. Direkt darunter schließt sich die plastische Darstellung der Hathorkuh an, welche eindeutig durch die Sonnenscheibe zwischen ihren Hörnern zu identifizieren ist. Nach jüngsten Erkenntnissen von Sandro Schwarz ist die tiergestaltige Göttin auf einer Barke stehend wiedergegeben, die ebenfalls plastisch ausgearbeitet wurde. Jene Bildkomposition geht auf einen alten Mythos der Hathor-Kuh von Deir el-Bahari zurück. Danach fand die Göttin das Horuskind nach langer Suche im Gewässer des Papyrusdickichts und säugte es. Sie galt somit als göttliche Amme des zukünftigen Pharao. Interessant ist, dass Borchardt bereits kurz nach der Identifizierung der Applikationen als Sonnenscheiben seine Meinung änderte und ihnen die Bedeutung von „Blumen (Margeriten?)“ zuwies. Während diese Identifikation als florales Muster zutrifft, ist ihm sowohl die plastische Ausarbeitung des Hinterteils der Kuh als auch die Funktion des Objektes Zeit seines Lebens verborgen geblieben. Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 242 (Kat.-Nr. 27).