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Object type: Stammbuchblatt / Zeichnung
Stammbuchblatt des Andreas Paulus M.: Das Freyer-Kegel-Spiel
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Sinnbild auf das gewagte Spiel der Ehe
Stammbuchblatt: Venezianische Braut in einer Gondel
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Blatt aus dem album amicorum des Georg Strzela
Stammbuchblatt: Vanitas
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Blatt aus dem album amicorum des Hannibal von Waldstein. Darstellung einer Figur mit Stundenglas und Totenkopf, halb Mann halb Skelett als Sinnbild der Vergänglichkeit.
Stammbuchblatt: Liebesgarten
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Höfisch gekleidete Paare lustwandeln in einem Park mit vergoldetem Cupidus auf Weltkugel als Brunnenfigur, im Hintergrund der Tempel der Liebe.
Stammbuchblatt: Junge Frau mit Spiegel und Tod mit Stundenglas
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Sinnbild der Vergänglichkeit
Stammbuchblatt einer reich gekleideten Dame mit Fächer
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Venezianische Dame in prunkvoller Kleidung.
Stammbuchblatt des Gregor Spiegel für Melchior Winckler mit der Darstellung einer vornehmen Frau aus Straßburg
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Stammbuchblatt des Gregor Spiegel Beschriftungen Moderator cupiditatis est putor. p.Eigentlich: „inest moderator cupiditatis pudor“ (Zitat aus: Marcus Tullius Cicero, philos., De finibus bonorum et malorum Liber II, 111-115). „Die Mäßigung der Begierde ist die Scham.“ Pio & doctissimo adolescenti studioso Melchiori Wincklero amico suo percharo, memoriæ ergo scribebat Gregorius Spiegel Argentinensis Mense Augusti Ao. p. 1599.Dem frommen und gelehrten jungen Studenten Melchior Winckler, seinem sehr teuren Freund, schrieb zum Gedenken Gregor Spiegel aus Straßburg im Monat August im Jahre 1599. Dargestellte Kleidung Dargestellt ist eine weibliche Kostümfigur in vornehmer Haltung. Sie trägt ein aus schwarzem Stoff gefertigtes, flaches, den Kopf kaum überragendes Barett mit eingezogener Krempe. Diese Form des Baretts war seit den 1560er Jahren verbreitet und wurde in Straßburg Anfang des 17. Jahrhunderts insbesondere von ärztlichen Frauen in der Kombination mit einer Haube getragen. Die formgebende Unterhaube des weißen, die Stirn bedeckenden Bündleins bildet am Hinterkopf eine leicht betonende, radartige Wulst. Den Hals der Figur bedecken eine lockere Kinnbinde aus weich fließendem Stoff sowie eine eng gefaltete, weiße Halskrause. Der hochgeschlossene, kelchartige Stehkragen des schwarzen, langärmeligen Rockes ist auf der Innenseite mit braunem Pelz verbrämt. Feine goldene Pinselstriche geben den Glanz des tierischen Materials wieder. Die von den Schultern bis zu den Oberarmen weit gepufften Ärmel verengen sich von den Ellenbogen bis zu den Handgelenken stark und schließen mit weißen Überschläglein. Der an der Taille weit geschnittene Rock ist längs bis zum Saum in dichte Falten geriefelt. Unterhalb der Taille mutet der Rock einem vorn geöffneten, in der Taille ansetzenden Halbrock an, der den Rock der Oberbekleidung im Sinne eines Überrockes schützt. Die vorderseitige Rocköffnung ist durch einen schwarzen Schurzfleck mit organischem Muster oder dargestelltem Glanz und horizontalen Ziernähten im unteren Viertel des Kleidungsstückes geschützt. Mit der linken Hand hebt die Kostümfigur den Rock zur Seite, sodass ein bunter, in enge Falten gelegter Tagesrock unter der konservativen Standeskleidung zum Vorschein kommt. Die Blockstreifen des rot-weiß gestreiften Rockes sind jeweils mit goldenen Ziernähten voneinander getrennt. An beiden Handgelenken trägt die Figur goldene Armreife. Den Zeigefinger und kleinen Finger der rechten Hand sowie den Zeigefinger der linken Hand zieren zusätzlich goldene Ringe. Durch grau angedeutete Pflastersteine zu den Füßen der Figur ist die Darstellung möglicherweise in einer städtischen Szene situiert. Dokumentation der Kostümfigur Eine der Kostümfigur ähnliche Abbildung ist dokumentiert in: Hottenroth, Friedrich (1923): Deutsche Volkstrachten vom XVI. bis zum XIX. Jahrhundert. Süd- und Südwest-Deutschland. 2. Aufl. Frankfurt am Main: Heinrich Keller (1), S. 55, Fig. 26, Nr. 2; Weigel, Hans (1577): Habitus Praecipuorum Populorum tam Virorum, quam Foeminarum Singulari arte depicti. Trachtenbuch: Darin fast allerley und der fürnembsten Nationen, die heutigs tags bekandt sein, Kleidungen, beyde wie es bey Manns und Weibspersonen gebreuchlich, mit allem vleiß abgerissen sein, sehr lustig und kurztweilig zusehen. Unter Mitarbeit von Jost Amman (Vorlagenzeichner). Nürnberg: Hans Weigel, Bl. LXIV. Zur Person Gregor Spiegel Außer der Herkunft des Gregor Spiegel aus Straßburg liegen bislang keine Informationen zur Person vor. Text: L. Pritzkow
Stammbuchblatt des Jacob Behrnauer aus Mähren für Melchior Winckler mit der Darstellung einer jungen Frau aus Leipzig (?)
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Stammbuchblatt des Jacob Behrnauer Beschriftungen Felices illi, qui non simulacra, sed ipsas Spectant, et coram corpora vera vident. Glücklich sind jene, die nicht Trugbilder, sondern die Dinge selbst sehen und das wahrhafte Wesen wahrnehmen. Lipsiæ IVto Non∙Aprilis ∞ IↃ VIIIC ∙ Iacobus Behrnaver Moravus. Leipzig 2. April 1592 ∙ Jacob Behrnauer aus Mähren. Dargestellte Kleidung Die detaillierte Darstellung bildet eine junge, weibliche Kostümfigur mit freundlichem Lächeln und rundem Gesicht ab. Die hohe Stirn der Figur, wie sie etwa von Francesco Petrarca oder Agnolo Firenzuola zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert als Schönheitsideal für junge Frauen beschrieben wird, wird durch den mit roten Kugel-Applikationen besteckten goldenen Kopfputz beziehungsweise das goldene Haarband betont. In der Nachfolge des mittelalterlichen Schapel kennzeichnet das Haarband das Mädchen im Kindesalter sowie die junge, unverheiratete Frau. Seitlich lässt die Kopfbedeckung die eng an den Schläfen anliegenden braunen Haare der Figur sichtbar werden. Um den Hals trägt die Figur eine in tiefe Falten drapierte, einlagige, weiße Halskrause. Der zweiteilige Rock ist von lebhafter Farbigkeit. Das hochgeschlossene, taillierte, als Brüstlein bezeichnete Oberteil aus rotem Stoff ist an der Schulterwulst und an der Taille golddurchwirkt. Die weiten, möglicherweise seidenen Ärmel von silberner bis ultraviolett changierender Farbe sind mit paarweise angeordneten, goldenen Fäden durchwirkt und laufen zum Handgelenk schmal zusammen, an welchem sie mit schwarz gefransten Überschläglein enden. Die ungleiche Farbigkeit der Rockteile deutet auf die im 16. Jahrhundert typischen abnehmbaren Ärmel, bei denen die Ärmel mit Bändern und Schnürlöchern oder Haken und Ösen am Wams oder Rock eingenestelt wurden. Der weich fallende Stoff des konisch geformten Unterrockes ist von leuchtend orangener Farbe. Der Rock ist im Saumbereich mit doppelreihig umlaufenden Goldschnüren verziert, die im vorderen Mittelstück senkrecht nach oben verlaufen. Die Figur ist reich mit Goldschmuck ausgestattet. In drei Längen trägt die Figur eine feine sowie zwei grobgliedrige goldene Ketten um den Hals. Die Zeigefinger beider Hände schmücken goldene Ringe sowie ein goldenes Armband das linke Handgelenk. Um die Taille liegt ein auffälliger, langer, seitlich geschlossener Hängegürtel aus goldenen Metallgliedern, den die Figur mit der linken Hand anhebt. Den rechten Arm vor dem Körper angewinkelt, führt die Figur ein weißes Tuch in der rechten Hand mit sich. Zu den Füßen der Figur ist ein Hintergrund durch blass grünblaue wie grünbraune Vegetation angedeutet. Die Pflanzen und deren Wurzeln sind teils mit goldfarbenen Lichtpunkten versehen. Dokumentation der Kostümfigur Die Kostümfigur ist dokumentiert in: Heyden, August von (1883): Frau aus Leipzig. 1592. In: August von Heyden (Hg.): Blätter für Kostümkunde. Historische und Volks-Trachten. Textband. 4 Bände. Berlin: Franz Lipperheide (3), S. 149–150. Zur Person Jacob Behrnauer Der aus Mähren stammende Arzt Jacob Behrnauer wurde um 1570/1580 geboren. Er promovierte 1602 an der Universität Basel und ehelichte um 1605 Christina Peucker († 1620), Tochter des Arztes Caspar Peucker d. J. und Melchior Wincklers Cousine zweiten Grades. Aus der Ehe gingen die Kinder Caspar (* und † 1606), Anna (* 1610), Georg (1618–1676), der das Amt des Pfarrers in Berzdorf auf dem Eigen bekleidete, und Adam († 1623) hervor. Zwischen 1615 und 1618 betätigte sich Jacob Behrnauer als Professor am evangelischen Gymnasium in Beuthen (Niederschlesien). In der Folgezeit wirkte Behrnauer als Landstände-Physikus in Bautzen, ab 1627 mit unbekannter Berufsbezeichnung zeitweilig in Bunzlau (Schlesien). Für seinen Onkel Jacob Behrnauer (1501–1553) und seine früh verstorbenen Söhne errichtete er 1631 das Behrnauer-Epitaph an der Liebfrauenkirche Bautzen. Jacob Behrnauer verstarb im September 1634 in Bautzen. Text: L. Pritzkow
Stammbuchblatt des m. Abraham Schade aus Senfftebergen für Melchior Winckler mit bildlicher Darstellung: Bauer zu Pferde mit Peitsche und Proviantsäcken
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Stammbuchblatt des Abraham Schade Beschriftungen Multa petentibus desunt multa: benè est cuj DEUS obtulit parca, quod satis est, manu. Wer viel verlangt, dem mangelt es an vielem. Wohl ist dem, dem GOTT mit sparsamer Hand das entgegenbringt, was genügt. Dn. Melchiori Wincklero Scripsit M. Abrahamus Schadeæus Senfftebergensis 29 IXbr. Ao. 99 Argentinae Dem Herrn Melchior Winckler schrieb dies der Magister Abraham Schade aus Senftenberg am 29. November im Jahre 1599 in Straßburg Dargestellte Kleidung Dargestellt ist eine männliche Kostümfigur zu Pferd. Ihren Kopf bekleidet ein mit zwei langen goldgelben Federn geschmückter, in spitze Form gepresster, bäuerlicher, schwarzer Filzhut mit hochgeschlagener Krempe. Darunter kommt das braune, kinnlange Haar zum Vorschein. Im Gesicht der Figur scheinen goldene Lichtpunkte durch den Farbauftrag. Über dem weißen Leinenhemd trägt die Figur ein braunes Hemd, das sich an der Vorderseite durch Übereinanderlegen oder Wickeln der Stoffbahnen der Silhouette der Figur anpasst. Die von den Schultern bis zu den Oberarmen weit gepufften Ärmel verengen sich von den Ellenbogen bis zu den Handgelenken stark. Ein diagonal über dem Wams getragener, schmaler, goldener Leibgürtel schmückt die Figur zusätzlich. Die an den Oberschenkeln weiter geschnittene, einfache, weiße Kniehose ist an den Knien von braunen Bändern geziert und mit weißen Strümpfen sowie einfachen schwarzen Schuhen kombiniert. Die Kostümfigur sitzt im Sattel eines schwarzbraunen Pferdes mit gesenktem Haupt. Mähne und Schweif des sich in der Bewegung befindlichen Pferdes sind fein ausgearbeitet. Das Reiten stand im 16. Jahrhundert vor allem für Gewandtheit, männliche Kraft sowie kluge Beherrschung. In der rechten Hand hält sie eine Reitgerte mit langer Schnur, in der linken Hand die Zügel des Zaumzeugs. Über der rechten Schulter führt die Figur einen weißen Stoffsack mit sich. Am hinteren Teil des Sattels ist ein zweiter Sack befestigt, an der Vorderseite ein konisch geformter Käfig, möglicherweise aus Weiden- oder Metallgeflecht. Im Inneren des Käfigs befinden sich mindestens drei fasanenartige Vögel mit blaubraunem Gefieder. Zu den Füßen des Pferdes ist ein Hintergrund durch gelbgrüne bis braungrüne Vegetation angedeutet. Zur Person Abraham Schade Der aus Senftenberg stammende Musiker Abraham Schade (auch Schadäus) war im Wintersemester 1564 an der Universität Leipzig immatrikuliert und wirkte ab 1573 als Lehrer und Konrektor der örtlichen Thomasschule. Im oder um das Jahr 1577 heiratete er Sabine, Tochter des Martin Schlichter aus Leipzig. Zwischen dem 4. März 1588 und 26. Juni 1592 war er als Kantor und dritter Collegae an der Fürstenschule St. Afra in Meißen beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis endete mutmaßlich, „weil er hier mit dem Rector Ladislaus und dem Cantor Sulz die calvinistischen Grundsätze in der Schule zu verbreiten suchte“ . Aus der Stadtschule Meißen wurde der Magister Schade zum Rektorat nach Schneeberg berufen und nahm die Tätigkeit am 8. November 1598 auf. 1602 wechselte er als Rektor in die Rats-Lateinschule in Speyer, von welchem Amt er am 23. Juni 1612 resignierte. Schade wurde 1615 nach Bautzen berufen, um an Stelle des M. Zacharias Biccius als Rektor der Schule zu fungieren, wo er am 6. August 1617 in den Ruhestand trat. Abraham Schade verstarb am 10. Oktober 1626 in Finsterwalde. Text: L. Pritzkow
Stammbuchblatt des Barth[olomäus] Modrach aus Bautzen für Melchior Winckler mit der Darstellung einer vornehmen Straßburgerin
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Blatt aus dem Album Amicorum des Melchior Winckler
Stammbuchblatt des Bautzener Geistlichen Johan Naarham für Melchior Winckler aus Bautzen mit der Darstellung einer Bürgersfrau aus Bautzen oder einer Braut aus Görlitz
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Blatt aus dem Album Amicorum des Melchior Winckler. Kleidung in Deutschland zur Zeit der Spanischen Mode. Frau in gefälteltem roten Umhang, Mühlsteinkragen und Flinderhaube.
Stammbuchblatt des David Bambergk aus Halle für Melchior Winckler mit der Darstellung einer vornehmen Frau aus Meißen (?)
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Stammbuchblatt des David Bamberg Beschriftungen Cicero. Nihil e virtute formosius, nihil pulchrius, nisi amabilius p. Eigentlich: „nihil est enim, mihi crede, virtute formosius, nihil pulchrius, nihil amabilius“ (Zitat aus: Marcus Tullius Cicero, epist. fam. Liber IX, 14). „Cicero. Denn wahrhaftig, nichts ist schöner, nichts herrlicher, nichts liebenswerter als eine echte Mannestat.“ Ornatissimo & doctissimo Juuenj Melchiorj Wincklero, in honorem, scribebat Dauid Bambergk Hal: Saxon: Ao. 99. 9 Januarij p. Dem ehrwürdigen und gelehrten jungen Melchior Winckler zu Ehren schrieb dies David Bamberg zu Halle in Sachsen am 9. Januar im Jahre 1599. Dargestellte Kleidung Die Darstellung zeigt eine weibliche Kostümfigur. Ihren Kopf ziert ein flaches, schwarzes Tellerbarett mit weit ausladender Krempe und einem kurzen Nackenschirm, der sich an der oberen Hälfte des Hinterkopfes anschließt. Darunter verdecken Bündlein und Schleier mit einer straffen, vom mittelalterlichen Gebände inspirierten Kinnbinde aus weißem Stoff das Gesicht der Figur. Der Kinnstreifen unterscheidet dabei das Bündlein als Haube der patrizischen Standeskleidung von anderen zeitgleich gebräuchlichen Kopfbedeckungen. Nur die Ohren sowie die fein herausgearbeitete Augen- und Nasenpartie sind sichtbar. Brust und Schultern sind von einem schwarzen, möglicherweise samtenen Goller mit umgelegtem Kragen bedeckt. Der Saum dieses Kleidungsstückes ist umlaufend doppelreihig mit einer Ziernaht versehen, die im vorderen, verschlossenen Mittelstück senkrecht nach oben verläuft. Trotz vergleichsweise liberaler Materialvorschriften für Goller hatten schwarze Samtgoller eine klar definierte Zeichenfunktion. Noch 1583 waren sie etwa in Nürnberg gesetzlich und ausschließlich den städtischen Oberschichten vorbehalten. Die Oberbekleidung der Kostümfigur setzt sich aus einem einfarbig schwarzen, in enge Falten gelegten Erbel- oder Ermelrock und einem schwarzen, umlaufend doppelreihig mit einer Naht gezierten Schurzfleck zusammen. Einseitig rafft die Kostümfigur den Stoff des schwarzen Rockes über dem rechten Arm, sodass ein modisch bunter Tagesrock unter der konservativen Standeskleidung zum Vorschein kommt. Goldene Fäden akzentuieren die farbliche Trennung der rosafarbenen und grünen Stoffbahnen auf der Hälfte und am Saum des Rockes. Am linken Daumen trägt die Figur einen goldenen Ring. Der Hintergrund ist durch eine braune Schattierung zur Andeutung einer Standfläche gestaltet. Dokumentation der Kostümfigur Eine der Kostümfigur ähnliche Abbildung ist dokumentiert in: Hottenroth, Friedrich (1923): Deutsche Volkstrachten vom XVI. bis zum XIX. Jahrhundert. Nord- und Nordost-Deutschland, Deutsch-Böhmen. 2. Aufl. Frankfurt am Main: Heinrich Keller (3), S. 31, Fig. 11, Nr. 3. Zur Person David Bamberg Außer der Herkunft des David Bamberg aus Halle liegen bislang keine Informationen zur Person vor. Text: L. Pritzkow
Stammbuchblatt des Meraners Johan Rattenberger für Melchior Winckler mit der Darstellung einer Stettiner Brautjungfer
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Blatt aus dem Album Amicorum des Melchior Winckler.
Stammbuchblatt des Wilhelm von Lidlau für Melchior Winckler mit der Darstellung einer jungen Kavaliers in Wams, Capa und Mühlsteinkragen
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Stammbuchblatt des Wilhelm von Lidlau Beschriftungen Cicero. Virtus est altissimis defixa radicibus, quæ nunquam ulla ui labefactari potest, nunquam dimoueri loco. Eigentlich: „virtus est una altissimis defixa radicibus; quae numquam vi ulla labefactari potest, numquam demoveri loco“ (Zitat aus: Marcus Tullius Cicero, orat. Philippicae IV, 11-13). Cicero. Nur die Tugend steht fest und wurzelt tief, keine Gewalt kann sie erschüttern oder gar aus ihrer Stellung treiben. Ingenuo et optimæ spei adolescenti Melchiori Wincklero amicitiæ causâ 5 Maij Anno 1∙5∙91. Gorlicij scribebat Wilhelmus à Lidlau. Dem edlen und hoffnungsvollen Jüngling Melchior Winckler schrieb Wilhelm von Lidlau anlässlich der Freundschaft am 5. Mai im Jahre 1591 in Görlitz. Anmerkung: Zusätzlich zur vorderseitigen Beschriftung finden sich verso eine in Bautzen vorgenommene Eintragung in Latein sowie die Widmung des David Villicus aus Hannover aus dem Jahr 1592. Diese finden jedoch aufgrund des Nichtseins einer Kostümfigur im Rahmen dieser Arbeit keine nähere Berücksichtigung. Dargestellte Kleidung Die fein ausgearbeitete Darstellung zeigt eine selbstsicher lächelnde, männliche Figur in stolzer Körperhaltung, deren kurzes blondes Haar voluminös frisiert ist. Sie trägt eine einlagige, eng in Falten gelegte weiße Halskrause. Der weich fallendende, modisch grünblaue Mantel in Knielänge und mit kurzem Stehkragen ist locker über die rechte Schulter der Figur drapiert. Die innenliegenden Vorderkanten sowie die Innenseite des Stehkragens sind mit einer breiten Borte verziert, die auf weißem Grund paarweise angeordnete, diagonal verlaufende schwarze Ziernähte zeigt. Das körpernahe, rote Wams mit kleinen Schulterwülsten ist mit horizontal verlaufenden schwarzen Streifen oder Ziernähten versehen. Es läuft in der vorderen Mitte in markanter Form eines ausgepolsterten Gänsbauches spitz zusammen und ist in der Mitte der Brust von einer schwarzen Knopfreihe geziert. Zusätzlich schmückt ein diagonal über dem Wams getragener weiß-roter Leibgürtel die Figur. Die weiten, gelb gestreiften Ärmel laufen zum Handgelenk schmal zu und münden in weißen Ziermanschetten, den sogenannten Überschläglein. Die schwarze Kniehose ist an den Körperseiten rahmend geschlitzt, bestickt oder mit einer Seidenborte versehen. Dazu trägt die Figur halblange, gelbe Strümpfe sowie spitz zulaufende, absatzlose, geschlitzte schwarze Schuhe mit hohem Vorderblatt. Während die Figur in der rechten Hand einen hohen, schwarzen Hut ohne Krempe mit einem breiten, rotgemusterten Zierstreifen hält, weist sie mit dem linken Zeigefinger auf die eigene Brust, an welcher Stelle das zerrissene Wams ein rotes Herz offenbart. Mit einem goldenen Band an der Hüfte befestigt trägt die Figur einen langen Degen mit goldenem Griff. Blass gelbgrüne Vegetation und rote Blüten zu den Füßen der Figur deuten einen Hintergrund beziehungsweise eine räumliche Dimension an. Durch eine horizontale rote Linie sind Bild sowie Textfeld der Widmung auf der Blattebene voneinander getrennt. Zur Person Wilhelm von Lidlau Wilhelm von Lidlau wurde als eines von 14 Kindern des Paul von Lidlau, Kammerrat der böhmischen Krone, und der Barbara zu Königshain, Tochter des Joachim Frentzel auf Königshain, geboren. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1594 erbten die Söhne Wilhelm und Bohuslaw ab 1597 die Ortschaft Schönberg (heute Sulików) sowie Ober- und Niederhalbendorf, die Söhne Joachim und Daniel übernahmen dagegen Königshain und Kunnersdorf. 1601 trat Bohuslaw seine Anteile an Wilhelm über, sodass dieser Alleinbesitzer der Güter wurde. Zudem kaufte Wilhelm 1613 auch das südlich von Schönberg liegende Oberrudelsdorf von seinem Bruder Bohuslaw. Noch im gleichen Jahr verkaufte Wilhelm Oberrudelsdorf wie Oberhalbendorf. In den Folgejahren geriet Wilhelm in Vermögensverfall, sodass er Schönberg und Niederhalbendorf zunächst ab 1617 verpfändete, bevor er die Güter 1636 gänzlich verkaufte. Wilhelm von Lidlau verstarb am 15. Februar 1642 in Königshain. Er war mit Anna Maria von Luttitz vermählt, die 1619 im Alter von 26 Jahren starb. Aus dem Verbund gingen die Söhne Paul Friedrich und Wilhelm Friedrich hervor, wobei letzterer 1636 in Königshain im Alter von 23 Jahren verstarb. Text: L. Pritzkow
Stammbuchblatt des Matthäus Zuber (?) für Melchior Winckler mit der Darstellung einer adeligen Witwe aus Straßburg (?)
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Kleidung in Deutschland zur Zeit der Spanischen Mode. Frau in Kleid mit Schulterwülsten, Mühlsteinkragen und Attifet (Stuarthaube).
Stammbuchblatt des Simon Rattenbergk für Melchior Winckler mit der Darstellung einer Frau beim Kirchgang (?)
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Blatt aus dem Album Amicorum des Melchior Winckler