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Object type: Steinplatte
Motiv: Huldingungsszene
Ethnologisches Museum
Die Aufnahme von Gustav Schwarz stammt aus der Zeit der Anlieferung dieser Platte in Berlin um 1907. Es handelt sich um ein Wandrelief einer Ahnenhalle (citang huaxiang shi 祠堂畫像石). Kriegsbedingt ist die Platte heute stark beschädigt, jedoch zur Restaurierung vorgesehen. Kurzbeschreibung in: Fischer, Adolf: Museum für Völkerkunde. Neuerwerbungen der ostasiatischen Abteilung. in: Amtliche Berichte aus den Kgl. Kunstsammlungen, XXIX. Jg., Nr.12, Berlin, 1908, S.319 ff , (Abb. 173). Vergleiche auch die Steinabreibung unter I D 27220. (Kommentar: Siegmar Nahser, 2005).
Darstellung: menschliche Figur
Ethnologisches Museum
rechteckige Steinplatte mit menschlicher Figur in eingetiefter Zeichnung, ausgegraben zusammen mit 38557-38580
Ethnologisches Museum
Kulturelle Bedeutung: unter Grünsteinen (chalchihuitl) werden Objekte verstanden, die aus Jadeiten, Nephriten, Quarziten oder Albit bestehen. Obwohl die Gesteine eine unterschiedliche Struktur und Zusammensetzung besitzen, scheinen alle Fundobjekte aus Quellen zu stammen, die sich entlang des Río Motagua in der Sierra de Las Minas befinden (Lange 1993:290). Die Mineralien wurden an der mexikanischen Golfküste (300-1200a.C.), auf der Halbinsel Yucatán (1200d.C.-1100a.C.), im zentralen Bergland von Honduras (500-200d.C.) und im Norden von Costa Rica (900d.C.-500a.C.) bearbeitet. Aus El Salvador und Nicaragua sind kaum Grünsteinobjekte bekannt. Die ältesten kostarikanischen Artefakte stammen vom Fundort La Regla (Golfo de Nicoya) und weisen ein Alter von 500±70a.C. auf. Die jüngsten Grünsteine wurden in La Ceiba am Río Tempisque gefunden und auf 950±80d.C. datiert (Guerrero 1998: 28). Die Objekte können mit Sekundär- (La Regla) oder Primärbestattungen (Monte Sele) vergesellschaftet sein. Sie treten sowohl in Körper- als auch in Brandbestattungen (Mamá Ines bei La Cruz) auf. Obwohl die meisten kostarikanischen Grünsteinarbeiten in der Region Gran Nicoya und im Atlántico Norte angefertigt wurden, sind auch importierte Objekte bekannt. Sie stellen oft Anhänger, Scheiben oder löffelähnliche Ritualobjekte dar, die olmekische Verzierungen (Guerrero 2001: 31, Pl. 17) oder klassische Mayaglyphen (Miller Graham 2001: 52, Pl. 28; Stone 1977: 60, Figs. 84, 85) tragen. Insgesamt sind über 300 Grünsteine dokumentiert, die aus kontrollierten archäologischen Ausgrabungen stammen (Guerrero 2001: 29). Die bekanntesten Fundorte der Region Gran Nicoya sind Monte Sele (bei Bagaces), Ballena, Finca Linares, La Ceiba, Las Delicias, Las Huacas, Nacascolo, Nosara, La Regla und El Viejo. Das erstmalige Auftreten von Grünsteinobjekten geht in Costa Rica mit dem Erscheinen der zweifarbig zonierten Keramik (500d.C.-500a.C.) einher. Der Niedergang der Fundgattung wird häufig mit dem Zusammenbruch von Teotihuacán (700d.C.-150a.C.) und der Verbreitung von Metallobjekten verbunden. Die Sammlung W.Lehmann umfaßte nach dem Katalog des Berliner Altamerikanisten 340 Grünsteinarbeiten, die von 33 verschiedenen kostarikanischen Herkunftsorten stammen. Allein 138 Objekte sind in Erdaufschüttungen gefunden worden, die sich bei El Viejo befanden. (Künne, 2005)