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Object type: Strümpfe
Ethnologisches Museum
Ein Paar Strümpfe. Ähnliche Strümpfe sind aus dem Iran bekannt. Datenbank: Ein Paar Strümpfe aus weinroter, weißer, schwarzer und grüner Wolle.
Strümpfe/Stutzen, ornamentiert
Museum Europäischer Kulturen
Strümpfe, ornamentiert; drei weitere paar Strümpfe befinden sich in der Sammlung (s. Foto). Küppers fuhr bei seiner letzten Reise im Jahr 1939 in die Hochebenen des Balkangebirges zu den hier lebenden Karakatschani-Hirten ("Karakatschanen"). Die Karakatschani (bulg: каракачани; griechisch: Sarakatsani/Σαρακατσάνοι) lebten bis ins mittlere 20. Jahrhundert als nomadische Gruppe, die vergleichsweise isoliert von ihrer Umgebung lebte und entsprechend viele kulturelle Eigenheiten bewahren konnte. Die von Küppers besuchten Personen wanderten offenbar zwischen dem Balkan- und dem Strandzagebirge. In den späten 1950er/frühen 1960er Jahren wurden die Karakatschani in Bulgarien gezwungen, den nomadischen Lebensstil aufzugeben (Zwangsaufgabe der Herden, Steuern, Arbeitsdienste, Integrierung in die Kooperativen etc. führen zum Niedergang sozialer Strukturen und kulturelle Praktiken). Durch Grenzziehungen im 20. Jahrhundert, spätestens aber durch die Trennung der griechisch-bulgarischen Karakatschani durch den "Eisernen Vorhang" wurde der transhumane Lebensstil zudem stark eingeschränkt. Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in nationalsozialistischen Periodika, wie "Volk und Rasse". Ein Hintergrund der Sammlungstätigkeit von Küppers war die Industrialisierung und Urbanisierung der Staaten Südosteuropas und die mit ihr einhergehende soziale und kulturelle Differenzierung. In der Landwirtschaft wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend Maschinen und Technisierung eingeführt. Gerade die Hirtenkultur war in dieser Hinsicht als "Relikt" interessant. Die Kultur und Lebensweise der Karakatschani stand in der Literatur häufig als geradezu idealtypisch für ein romantisiertes Balkanbild (wilde Gegenden, sumpfige Ebenen und unbewohnte und schwer zugängliche Bergregionen). Lange wurde auch über ihre Ethnogenese debattiert und verschiedene Theorien entlang ihrer Phänotypen angestellt, dass es sich um eines der ältesten Völker in Europa handele. In diesem Kontext ist wohl auch Küppers Interesse zu sehen sowie seine Portraitfotografien, die er bei seinem Aufenthalt bei den Karakatschani anfertigte.