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Object type: Tafelbild
Bildnis des Bischofs Apa Abraham
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der beiderseits des Nimbus als »Apa Abraham der Bischof« bezeichnete Heilige kann höchstwahrscheinlich mit jenem Abraham identifiziert werden, der für die Jahre zwischen 590 und 620 als 14. Bischof von Hermonthis und Abt des Phoibammon-Klosters von Deir el-Bahari in Theben (auf der Luxor gegenüberliegenden Nilseite) bezeugt ist. Das Tafelbild weist vier Bohrungen auf und war zum Aufhängen bestimmt; es ist vielleicht das einzige erhaltene Amtsbildnis eines historisch bezeugten Bischofs. Apa (Vater) Abraham trägt ein purpurfarbenes Gewand und ein über beide Schultern gelegtes Omophorion, die weiße Binde der Bischöfe. In den Händen hält er ein Evangelienbuch, dessen Einband mit Edelsteinen geschmückt ist. Ein >goldener< Nimbus umgibt sein Antlitz. Abraham ist ganz im Typus koptischer Mönchsheiliger dargestellt. Immer wiederkehrende Bildnisformeln sind das große, fest konturierte Haupt mit den asketisch eingezogenen Wangen, die gottbeseelte Schau der weit geöffneten Augen, der fest geschlossene Mund mit den streng herabgezogenen Mundwinkeln und der lange, bis weit auf die Brust herabreichende Bart.
Ikone mit Johannes dem Evangelisten und dem Narr Wassilij
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das vertiefte Bildfeld der Tafel ist von einem glattem Goldrand umgeben. Oben in der Bildmitte erscheint Jesus Christus in roter, halbkreisförmiger Glorie, beide Arme segnend ausgebreitet in goldenem Gewand. Unten links ist der Evangelist Johannes in rotem Untergewand und blauem Mantel abgebildet. Er blickt zu Jesus empor und reicht ihm mit beiden Händen das Evangelium dar. Ihm gegenüber auf der rechten Bildseite ist der Asket Wassilij, der Gesegnete, nackt mit betend erhobenen Händen wiedergegeben. Beide stehen auf einem grünen Grund, aus dem goldene Pflanzen wachsen. Über ihnen, zu Seiten der Glorie, sind die russischen Namensbeischriften der Dargestellten zu lesen. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit dem Erzengel Michael
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
In gelber Felslandschaft steht nach rechts blickend der Erzengel Michael in frontaler Haltung. Er trägt ein grünes, goldgesticktes Unterkleid und einen gelben, um den Leib geschlungenen und von der Schulter herabhängenden Mantel. Im rechten Arm hält er eine große, durchsichtig Weltkugel mit angedeuteten weißen Wolken und der Inschrift IC (Jesus). Sein angewinkelter linker Arm mit offener Hand weist auf die Kugel. Oben auf dem Rand ist die Beischrift: "Der heilige Erzengel Michael" zu lesen. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit der Gottesmutter Smolenskaja
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Maria ist in rote Gewänder gekleidet, mit der rechten Hand weist sie auf das auf ihrem linken Arm sitzende Kind. Christus trägt ein grüngoldenes Untergewand, darüber einen Mantel von ebenfalls roter Färbung. Am Rand stehen links der heilige Nikita und ein Schutzengel, rechts der Heilige Theodor und die Heilige Marina. Die Ikone ist an dem Typ der Gottesmutter Smolenskaja orientiert. Der Überlieferung nach wurde diese besondere Ikone von dem Evangelisten Lukas gemalt und gelangte nach Smolensk, wo sie die Stadt vor den Tataren beschützte. Dem russischen Glauben zufolge waren nicht nur solche besonderen Ikonen wundertätig, sondern man erhoffte sich auch von Kopien dieser Bilder Hilfe. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der thronenden Gottesmutter und Heiligen
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Maria, in einen roten Mantel mit goldenen Säumen gekleidet, sitzt auf einem breiten Thron, umgeben von mehreren Heiligen. Über ihrem Haupt stehen die reich verzierten Monogramme „MP“ und „ΘU“ für „Mutter Gottes“. Auf ihrem Schoß sitzt der goldgewandete Christus, welcher in einer segnenden Geste beide Arme ausgestreckt hält. Zu Füßen Mariens knien die Heiligen Xenia und Eudokia, deren Gewänder sie als Nonnen und Märtyrerinnen ausweisen. Beide kümmerten sich der Legende nach besonders um Arme und Hilfsbedürftige. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Sechstagewerk Gottes Schestodnev
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im zentralen Bild der Ikone ist in sechs kleinen Feldern die Erschaffung der Welt durch den weißgekleideten Schöpfer zu sehen. Darunter ist Jesus Christus zwischen den himmlischen Heerscharen und als Weltenrichter abgebildet. Links und rechts des thronenden Christus stehen Fürbittende, angeführt von Maria und Johannes dem Täufer. Unter dieser Darstellung ist in drei kleinen Szenen der Sündenfall geschildert. Ganz unten im Mittelfeld der Ikone sind zwei große Gruppen von Heiligen abgebildet, die sich zu einer Schar von Kindern hinwenden. Diese stehen vermutlich für die unschuldigen Seelen im Paradies. Zu beiden Seiten der zentralen Darstellung sind noch sechs weitere Szenen als Bebilderung der liturgischen Woche abgebildet. Oben sind die Anastasis Christis (Sonntag) und die Versammlung der Erzengel (Montag) wiedergegeben, darunter folgen links die Enthauptung des Täufers (Dienstag) und rechts Maria Verkündigung (Mittwoch). Als letztes sind die Fußwaschung und die Kreuzigung Christi für Donnerstag und Freitag abgebildet. Für den Samstag als Feiertag aller Heiligen stehen die Heiligen im Mittelfeld. Oberhalb des Mittelfeldes werden die Liturgie der Kirchenväter und am unteren Rand ist der Tod des Zarensohnes Demetrius gezeigt. In den vier Ecken des bebilderten Randes sind die vier Evangelisten dargestellt, in den restlichen Bildfeldern stehen weitere russische Heilige. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit den Heiligen Georg, Klemens und Menas
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die drei nebeneinander stehenden Heiligen Georg, Klemens und Menas sind in lebhaften Farben auf einem weißlichen, im unteren Teil der Ikone grün und dunkelgrün gehaltenen Grunde dargestellt. Die russische Beischrift neben und über ihnen enthält ihre Namen. Der Heilige Georg trägt eine Rüstung, über dem grünlich schimmernden Metall anscheinend ein bräunlich gehaltenes Lederkoller und darüber einen mit den Enden über der Brust verknoteten über den Rücken fallenden leuchtendroten Mantel. In der rechten Hand hält er, die Schulter kreuzend, ein blankes Schwert empor, dessen Knauf kreuzförmig verziert ist, während er in dem etwas unglücklich gezeichneten, nach hinten gewinkelten linken Arm einen Schild hält. Der Heilige Klemens, als Bischof gekennzeichnet, hat die rechte Hand segnend erhoben. In der verhüllten Linken hält er ein braunes Evangelienbuch mit rotem Schnitt. Der Heilige Menas ist in ein weißes Gewand mit ockerfarbenen Besätzen auf der Schulter, an den Ärmelenden und am Saum gekleidet. Darüber trägt er ein rotes Manteltucht. Seine linke Hand hat er bittend erhoben, während er in der rechten ein langes russisches Kreuz hält. Die Nimben der drei Heiligen sind golden und schwarz umrandet. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit der Heiligen Katharina von Alexandria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die heilige Katharina von Alexandrien ist in einem prunkvollen, mit Juwelen geschmückten Gewand und einem hermelingefütterten Mantel abgebildet. Auf ihrem Kopf trägt sie eine Krone, ein Verweis auf ihre königliche Abstammung. In ihrer rechten Hand hält sie einen Palmzweig als Symbol des Martyriums und in ihrer Linken ein Kreuz. Um sie herum liegen weitere Attribute: Bücher und ein Rad. Der Legende nach zeichnete sich die Heilige durch eine so große Gelehrsamkeit aus, dass sie 50 Philosophen, die ihr der Kaiser in einer Diskussion um den richtigen Glauben entgegengestellt hatte, zum Christentum bekehrte. Der daraufhin in Zorn entbrannte Kaiser wollte sie zuerst rädern lassen, doch nach einem Gebt der Katharina zerstörte ein Engel das Rad, mit dem sie gefoltert werden sollte. Nachdem sich noch weitere Personen bekehrten, darunter auch die Gemahlin des Kaisers, wurde sie schließlich enthauptet. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Der nicht brennende Dornbusch der Gottesmutter
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Dieses Bild ist betitelt mit den Worten „Bild des nichtverbrennenden Busches der allerheiligsten Gottesmutter“. In der Mitte steht ein aus zwei geschwungenen Vierecken gebildeter Stern. Maria steht, von Engeln umgeben, mit ihrem Kind auf dem Arm im Zentrum des blauen Vierecks. In den Spitzen des roten Vierecks sind die Symbole der vier Evangelisten abgebildet. Zwischen den acht Zacken des Sterns sind in Rosetten weitere Engel angeordnet. In den Ecken des Mittelfeldes werden vier alttestamentarische Szenen wiedergegeben: Oben links erscheint Moses im brennenden Dornbusch die Gottesmutter (Ex. 3,2), rechts davon folgt die Berufung des Jesaja (Jes. 6,1-13). In den unteren Bildern steht Ezechiel vor den verschlossenen Toren (Ez. 44,1-2), und Jakob träumt von der Himmelsleiter (Gen. 28, 10-15). Auf den Rändern sind 14 weitere Propheten mit Schriftbändern zu erkennen. Auf der Mittelachse der Ikone stehen sich die Darstellung des segnenden Gottes (oben) und eine Abbildung des biblischen Stammvaters Jesse (unten) gegenüber. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner)
Ikone mit der Auferstehung Jesu Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im Mittelpunkt der Festtagsikone steht das Osterbild der Ostkirche, die Wiederauferstehung (Anastasis) Christi. Im unteren Teil des Bildes befreit Christus verschiedene Heilige und Propheten aus dem Höllenrachen und führt sie in einem langen Zug dem Himmelstor entgegen, an ihrer Spitze Johannes der Täufer. An der Pforte steht Dismas, einer der Räuber, die mit Jesus gekreuzigt wurden und der diesen um Beistand bat. Ein zweites Mal ist Dismas (oder auch „der gute Schächer“) in der von Flammen umgebenen Gottesstadt oben rechts dargestellt, wo er von Elias und Elisäus begrüßt wird. Am unteren rechten Rand ist eine Szene aus dem Johannesevangelium abgebildet: Jesus offenbart sich nach seiner Auferstehung am See von Tiberias seinen Jüngern, worauf Petrus durch das Wasser zu ihm eilt. Im oberen Teil des Bildes ist der eben auferstandene Christus zu sehen, der auf die Bändigung des Unterweltsfürsten durch einen Engel hinweist. Vom Dach der Höllenpforte beugt sich der hl. Petrus hinunter. Das gesamte Mittelbild gipfelt in einer kleinen Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit. Das zentrale Auferstehungsbild ist rahmenartig umgeben von weiteren Bildern, welche die Hauptfeste der Ostkirche repräsentieren. Oben links beginnt es mit der Geburt Mariens, es folgen der Tempelgang Mariens, dann das sog. Dreifaltigkeitsbild, Maria Verkündigung und die Geburt Christi. Die Darstellung Christi im Tempel und die Taufe Christi reihen sich in der zweiten Reihe an, sowie der Einzug in Jerusalem und die Verklärung auf dem Berge Tabor in der dritten Reihe. Es folgen die Himmelfahrt Christi und der Tod Mariens, auch als Koimesis bezeichnet. Ganz unten beginnt die Bildreihe mit der Auferweckung des Lazarus, der Enthauptung Johannes des Täufers und der Kreuzigung Christi. Die Darstellung der Himmelfahrt des Elias und die Kreuzerhöhung, ein Fest, welches die Auffindung des Kreuzes Christi am 13./14. September feiert, schließen sich an. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Anastasis und Festbilder
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Diese Ikone ähnelt der Festtagsikone Nr. 9637 sowohl im Typus als auch in den abgebildeten Szenen. Nur in der unteren rechten Ecke des Mittelbildes wurde ein anderes Bild gewählt: Dort sind statt Petrus mehrere Frauen am Grab Christi dargestellt. Trotz der großen Ähnlichkeiten sind große stilistische Unterschiede zwischen den beiden Ikonen zu erkennen, so sind beispielsweise Figuren und Beiwerk stärker individualisiert und der farbliche Gesamteindruck ist deutlich kühler, bedingt durch die hellblaue Mittelachse im Zentrum. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Verkündigung an Maria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf der Ikone ist die Verkündigung an Maria zu erkennen. Der Erzengel Gabriel tritt mit erhobenem rechtem Arm auf Maria zu, die, mit einem dunklen Gewand bekleidet, ihre Arme in einer Geste der Bereitschaft austreckt. In dem auf dem Tisch liegenden Buch steht: „Siehe die Jungfrau empfängt ihres Leibes Frucht“. Über der Szene thront der segnende Gottvater. Die Ikone fällt besonders durch ihren graphischen Charakter auf, der durch die starken Konturen der Figuren und der Hintergrundarchitektur betont wird. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Darbringung im Tempel
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im Zentrum des etwas vertieften Bildfeldes steht Simeon, welcher über einen Altar hinweg Maria das Kind zurückreicht. Hinter Maria stehen die Prophetin Hanna und Joseph, welcher in einem Käfig zwei Tauben als Opfergaben trägt. Diese Szene ist in kyrillischen Buchstaben als „Darstellung im Tempel“ betitelt. Im oberen Teil des Bildes thront von zwei Engeln umgeben Gottvater, im linken oberen Teil ist Maria erneut als sog. Passionsmadonna abgebildet. Im unteren Teil des Bildes ist eine Höllenszene dargestellt. Der gefesselte „Höllenrachen“ ist von auf ihre Erlösung wartenden Heiligen umgeben. Gerahmt wird die Szene durch zwei bärtige, an Schreibpulten sitzende Propheten. Der rechte wird von einem Engel auf die Tempelszene hingewiesen. Die Ikone ist beispielhaft für eine sogenannte „Zusammengesetzte Fassung“, eine Darstellungsform, die verschiedene, nur im übertragenen Sinn zusammenhängende Szenen in sich vereint. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Anbetung der Gottesmutter mit Christuskind
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Maria schwebt in kaiserlichem Gewand über einer Wolke. Auf dem linken Arm hält sie das Jesuskind, das ebenso wie sie eine Krone trägt. Zwei Engel weisen die zu ihren Seiten knienden Heiligen auf die Gottesmutter hin. Über den Engeln schweben Spruchbänder, hinter denen jeweils noch zwei weitere Heilige stehen, die ebenfalls auf Maria schauen. Über der Szene breitet der zur Hälfte in einer Wolkenbank verborgene Gottvater segnend seine Arme aus. Die Gestalt der Maria und die Darstellung des Gottvaters sind an süddeutsche spätbarocke Andachtsbilder angelehnt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Das Wunder des Erzengels Michael zu Chonae
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf dieser Ikone wird die Geschichte des Wunders von Chonae erzählt, eine weit verbreitete Legende. Zwei Ungläubige hatten einen Fluss umgeleitet, um das dem Michael geweihte Heiligtum, in welchem der Asket Archippos lebte, zu zerstören. Nach einem Gebet des Archippos erschien der Erzengel Michael und spaltete einen Felsen, sodass das Wasser in dem Spalt verschwinden konnte. Der mit Blumen verzierte Rahmen dieser Ikone wurde erst später hinzugefügt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Dossale Veneziano - Zyklus mit 18 Szenen aus dem Leben Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Ikone ist geprägt von der im Italien des 13. Jahrhunderts verbreiteten byzantinischen Bildkultur: Um eine Darstellung der Madonna mit dem Kind und einer Kreuzigung an zentraler Position sind Geschichten aus dem Leben Christi gruppiert. Die Darstellungen folgen einer kodifizierten Form, die ihren Ursprung in Konstantinopel hat und auf Gold sowie intensive Farben setzt. Doch in vielen Details finden sich Abweichungen von der östlichen Ikonenmalerei: etwa das Kreuz, dem ein zweiter Querbalken fehlt und das einem knospenden Baum ähnelt, das lateinische "INRI" (= Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum - "Jesus von Nazaret, König der Juden") oder das Gewand der Gottesmutter, das nach der östlichen Tradition rot und mit genau drei Sternen verziert sein müsste. Tatsächlich handelt es sich bei der großen und seltenen Tafel um eine venezianische Arbeit aus der Blütezeit der Stadtrepublik im 14. Jahrhundert. Die hervorstechende, zentrale Bedeutung der Gottesmutter und der heiligen Frauen in vielen Szenen deutet darauf hin, dass das Altarbild (dossale) ursprünglich für ein Frauenkloster gemalt wurde. Während der Renaissance geriet die byzantinische Malerei in Vergessenheit. Erst im 18. Jahrhundert wurde sie langsam wiederentdeckt. Der Grund dafür war weniger eine Bewunderung für die Ikonen und deren Inhalte. Vielmehr wurden sie wurden von Kennern und Sammlern herangezogen, um eine Weiterentwicklung der nachantiken Malerei bis Raffael, den man als den größten aller Künstler betrachtete, zu illustrieren. oder vielmehr zu konstruieren. Edward Solly erwarb vermutlich genau deshalb diese Tafel. 1819 wurde sie in seiner Sammlung als "byzantinisch" inventarisiert. Nach dem Erwerb für das zukünftige Berliner Museum sollte die Tafel zunächst als erstes Werk in der Kategorie toskanischer Malerei präsentiert werden. Aloys Hirt schrieb die Arbeit dem Maler Andrea Tafi zu, was weniger stilistisch begründet sondern der Bedeutung der Person Tafis geschuldet war: Zum einen waren dessen Deckenmosaiken im Baptisterium von Florenz zu dieser Zeit bereits bekannt, zum anderen galt Hirt als erster namentlich bekannter Florentiner Maler und sollte daher den Beginn einer Ahnenreihe der florentinischen Schulde bilden. So hätte sich die Frühphase der toskanischen Malerei durch ein mit dieser besonderen Persönlichkeit verbundenem Werk gut dokumentieren lassen. Bereits 1830 räume der Kunsthistoriker Gustav Friedrich Waagen mit diesem Mythos auf und schrieb die Tafel einem Maler der alten venezianischen Schule des 13. Jahrhunderts zu - eine Einschätzung, die auch spätere Gutachten weitgehend bestätigten. Der namentlich unbekannte Maler wird Meister von der Croce di San Pantaleone und in jüngerer Zeit auch Meister der Dossali Veneziani genannt. Zusammen mit zwölf weiteren Tafeln aus der ehemaligen Sammlung Solly wurde diese Ikone von der Gemäldegalerie an die damalige Altchristlich-Byzantinische Abteilung der Berliner Museen (= Museum für Byzantinische Kunst) überwiesen; heute befinden sich viele Ikonen dieses Museums als Leihgaben im Ikonenmuseum in Frankfurt. Neville Rowley und Robert Skwirblies (2021)
Ikone mit dem Erzdiakon Euplios
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der hier abgebildete Heilige trägt ein weißes Gewand mit breitem goldenem Kragen und Säumen. Unter diesem lugt ein rotes Untergewand hervor, die Schuhe sind mit Chrysographie verziert. Über der linken Schulter trägt er das Orarion, ein Band, welches mit einem goldenen Kreuz bestickt ist. Von seinem angewinkelten linken Arm fällt ein blauer Mantel herab. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß, die Linke trägt ein kleines Kästchen. Der Inschrift nach handelt es sich um den Erzdiakon Euplios, welcher unter der Christenverfolgung des Diokletian Anfang des 4. Jh. den Märtyrertod erlitt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Mandylion Jesu Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Diese Darstellungsform des Jesus Christus wird auch als Mandylion bezeichnet. Dieses „nicht von Menschenhand gemachte Bild“ soll der Legende nach ein Abbild Christi sein, welches in ein Tuch eingedrückt und dem Fürsten Abgar von Edessar gesendet wurde. Die Spuren dieses Tuches verlieren sich in den Kreuzzügen, mehrere Historiker vermuten aber, dass das sogenannte Abgar-Bild mit dem Turiner Grabtuch identisch sein könnte. Ein weiteres Mandylion findet sich auf der Ikone 9636. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Verkündigung
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der Erzengel Gabriel tritt auf einer Terrasse Maria gegenüber, um ihr ihre baldige Mutterschaft zu verkünden. Vor dem goldenen Hintergrund sind verschiedene Renaissance-artige Gebäude sowie eine angedeutete Landschaft erkennbar. Im oberen Bildfeld ist in einer Nebenszene dargestellt, wie der von Engeln umgebene Gottvater dem Erzengel den Verkündigungsauftrag erteilt, indem er ihm den Stab übergibt. Am unteren Bildrand werden Lobverse des Dichters Andreas von Kreta (660-740 n.Chr.) zitiert, die Maria und die Verkündigung preisen. An beiden Seiten wird das zentrale Bild eingerahmt von acht Randbildern. Auf ihnen sind links Jakob, David, Ezechiel und Daniel sowie rechts Moses, Aaron, Jesaja und Habakuk abgebildet, denen die Gottesmutter von einem Lichtkreis umgeben erscheint. Alle Propheten sind an ihren Attributen gut erkennbar, zudem halten sie Schriftrollen, in denen auf die Jungfräulichkeit Marias sowie die Inkarnation verwiesen wird. Der Künstler Emmanuel Tzanes (1610-1690), der diese Ikone malte, lebte auf Kreta und in Venedig und war nicht nur als Maler, sondern auch als Dichter bekannt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Regimentsikone - Heilige verehren die "Gottesmutter von Wladimir"
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Oben in der Mitte ist die Ikone "Gottesmutter von Wladimir" dargestellt, links und rechts davon die Hll. Georg und Demetrius. Unten von links nach rechts: Hl. Sergej von Rodonesch, Johannes der Vorläufer, Hl. Nikolaus der Wundertäter, Kriegerheiliger. Unter dem Bildfeld eine Weihinschrift aus dem Jahr 1701. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit der Auferstehung Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Im Zentrum steht Jesus Christus, der dem orthodoxen Glauben nach in der Nacht vor seiner Auferstehung die Seelen der Gerechten aus der Unterwelt befreite. Der in ein orangegoldenes Gewand gekleidete Christus umfasst an den Handgelenken Adam und Eva, die eben aus den unter ihnen stehenden Särgen entstiegen sind. Unter den Füßen Christis fesseln zwei Engel den Satan und Hades. Zu beiden Seiten Christis stehen alttestamentarische Figuren, so zum Beispiel auf der linken Seite Johannes der Täufer, David und Salomon. Im Hintergrund ragen zwei Felsen hinauf, auf deren Spitzen zwei Propheten mit Schriftbändern sitzen. Über der Szenerie schweben vier Engel. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Auferstehung Christi
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Der auferstandene Christus, mit einem Kreuznimbus versehen, steht auf den zerbrochenen Pforten der Hölle. Mit der linken Hand zieht er eine Seele aus der dicht gedrängten Menge der Gerechten empor, die Rechte trägt die Kreuzfahne. Der von seiner Gestalt ausgehende Strahlenkranz schiebt Wolken beiseite. Der nicht bemalte Rand der Tafel war vermutlich von einem Oklad bedeckt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.
Ikone mit Gottesmutter aus einer Deesis
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Maria ist als Seitenansicht dargestellt. Sie trägt ein rotbraunes Maphorion mit goldenen Verzierungen. Ihr Kopf ist Christus zugeneigt, dem sie die rechte Hand entgegenstreckt. Diese Ikone gehört gemeinsam mit 9647 und 9648 zu einer Deesis, eine dreiteilige Komposition, welche häufig im Zentrum einer Ikonostase (Bilderwand einer orthodoxen Kirche) zu finden war. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit Christus aus einer Deesis
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Christus ist hier als Weltenrichter abgebildet. Bekleidet ist er mit einem rotbraunen Chiton und einem dunkelgrünen Himation (Mantel). Die rechte Hand hält er zum Segen erhoben, in seiner Linken hält er ein aufgeschlagenes Buch. Der Text aus dem Johannisevangelium lautet: „Richtet nicht nach dem Schein, sondern übet gerechtes Gericht“ (Joh. 7, 24). Siehe auch 9647 und 9649. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Empfängnis der Gottesmutter
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das obere Bild in der dreigeteilten Ikone stellt Maria mit dem Kind auf einem silbernen Thron dar. Der Thron ist reich mit barocken Zierelementen geschmückt, Maria trägt im Gegensatz zu ihrem einfach gekleideten Kind ein herrschaftliches Gewand mit Krone und Zepter. Ihr zur Seite steht der berühmte Heilige und Kirchenlehrer Basileios sowie der als Pestheilige angerufene Charalampos. Im unteren linken Bild sind Anna und Joachim, die Eltern Marias, in einem Tempel dargestellt. Die auch als „Begegnung an der goldenen Pforte“ bekannte Szene wird gekrönt von einer Sonne mit dem Auge Gottes. Im rechten Bild ist der Erzengel Michael in Rüstung und mit seinem Flammenschwert abgebildet. Auf dem Globus in seiner rechten Hand stehen die Worte „Jesus Christus Sieg“, während das Spruchband die Inschrift „Ich bin von Gott ausgegangen“ trägt. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit Johannes aus einer Deesis
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Johannes der Täufer, welcher hier mit einem Fellgewand und einem olivfarbenen Mantel bekleidet ist, hält die Hände in einer Geste der Fürbitte ausgestreckt. Dieses Bild fällt gemeinsam mit den dazugehörenden Ikonen 9648 und 9649 durch eine schlichte Farbgebung mit wenigen Akzenten in Gold oder Rot auf. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit dem Heiligen Nikolaus
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Omophorion des hier dargestellten Heiligen Nikolaus besteht aus einem roten, mit schwarzem Rankenmuster verzierten Stoff. Seine linke Hand hält ein aufgeschlagenes Evangelienbuch, mit der Rechten macht er eine Segensgeste. Links und rechts des Heiligen sind in zwei kleinen Medaillons Christus und Maria abgebildet, die dem Heiligen das Evangelium und sein Omophorion überreichen. Auch die auf dem Rand der Ikone abgebildeten zwei Heiligen, namentlich Paraskeva und Pelagia, haben die Hände hindeutend bzw. segnend erhoben. Der Heilige Nikolaus lebte im 3./4. Jh. n. Chr. in Lykien. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden (s. auch Inv. 1/60, 11317), bis heute wird er als Heiliger der Kaufleute, Seefahrer, Leinenweber und als einer der 14 Nothelfer verehrt. Diese Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Ikone mit der Gottesmutter Hodegetria
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Gottesmutter ist als Halbfigur abgebildet. Das mit goldenen, ornamentalen Borten eingefasste dunkelrote Maphorion, welches innen dunkelgrün gefärbt ist, trägt sie über einem zarten weißen Schleier. Vor der Brust werden beide Tücher mit einer goldenen Fibel zusammengehalten. Die linke Hand liegt beschützend auf dem Knie des Jesuskindes, das sie auf ihrem rechten Arm trägt. Christus ist mit einem orangenen Himation bekleidet, welches mit feiner Chrysographie versehen ist und bis zu seinen Füßen reicht. Das dunkelgrüne Untergewand ist mit sehr feinen goldenen Ornamenten verziert. Die rechte Hand hat das Kind segnend erhoben, in der linken hält es einen goldenen Globus. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Heilige des Monats Oktober
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf der viergeteilten Kalenderikone sind die jeweiligen Heiligen des Monats Oktober abgebildet. Über den teils einzeln, teils in Gruppen stehenden Heiligen stehen deren Namen sowie in blauen Kreisen das Datum des entsprechenden Festtages. Neben der Darstellung des Festes Maria Schutz und Fürbitte am 1. Oktober sind noch drei weitere Darstellungen zwischen den Heiligen eingefügt, die vermutlich auf weitere Festtage verweisen. In der ersten Reihe ist in einer Auferstehungsszene abgebildet, wie Christus in Begleitung zweier Engel aus dem Grab heraustritt, während die Wächter fassungslos niederstürzen. Interessant hierbei ist, dass nicht wie sonst in der orthodoxen Kirche üblich die Höllenfahrt als Auferstehungsmotiv gewählt wurde. In zweiter Reihe findet sich eine Darstellung des thronenden Christus neben seiner Mutter, in der dritten Reihe folgt eine Szene mit drei Priestern, die soeben auferstandenen Heiligen begegnen. Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main. (Lilli Keiner, 2020)
Tafelbild mit der Taufe Christi und des Volkes
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Alle vier Evangelien berichten von der Taufe Christi im Jordan durch Johannes, bei welcher der Heilige Geist in Gestalt einer Taube erschien und eine Stimme vom Himmel herab die Worte sprach: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“. In diesen Worten sah die Kirche die erste Offenbarung des göttlichen Wesens Christi. Deshalb nennt man das Fest der Taufe am 6. Januar Theophanie, die Erscheinung Gottes. Es gehört zu den zwölf Hochfesten der orthodoxen Kirche (Dodekáorton). Die Ikone zeigt die Taufe Christi vor einem goldenen Hintergrund nach dem üblichen Schema: Auf dem linken Ufer des Jordan steht Johannes vor hoch aufgetürmten Felsen und tauft den nackten Christus durch Handauflegung. Rechts neigen sich drei Engel mit ehrfürchtig verhüllten Händen. Über dem Haupt Christi schwebt eine kleine Taube als Symbol des Heiligen Geistes, und darüber ragt ein halbrundes Bildfeld über einer Reihe grauer Wolken in den oberen Rand der Ikone hinein. Es trägt die Darstellung des mit beiden Händen segnenden Gottvaters Sabaoth in hellen Gewändern, so dass vertikal die Dreifaltigkeit abgebildet ist. Die Besonderheit der Ikone besteht darin, dass sie die Taufe Christi mit der darunter wiedergegebenen Taufe des Volkes (Mt 3,6; Mk 1,4; Lk 3,3) kombiniert, die sehr selten dargestellt wurde. Wieder steht Johannes auf dem linken Ufer des Jordan und tauft eine Gruppe von Männern, die nur mit einem Tuch um die Hüften bekleidet (aber nicht vollkommen nackt wie Christus!) im Wasser stehen und ihre Hände vor der Brust zusammengelegt haben. Auf diese Szene bezieht sich die kirchenslavische Inschrift auf dem linken Rand: Synaxe des heiligen und ruhmreichen Propheten und Vorläufers Johannes des Täufers, der Titel des Gedenkfestes für Johannes am 7. Januar. Auf dem braunen Rand der Ikone ist oben in schwarzer Zierschrift der Bildtitel zu lesen: Die heilige Epiphanie unseres Herrn Jesu Christi. Auf den Seitenrändern der Ikone sind zwei Heilige dargestellt, die in keinem Zusammenhang mit dem zentralen Bildthema stehen. Es sind wahrscheinlich die Patronatsheiligen der Auftraggeber der Ikone. Auf dem linken Rand ist der hl. Märtyrer Tryphon gemalt, auf dem rechten die hl. Märtyrerin Paraskeva, die mit ihrer überdimensionierten Hand dezidiert das altgläubige Kreuzeszeichen zeigt. Da auch Christus mit einer ähnlichen Geste die Täuflinge im Bildfeld unter ihm segnet, kann man davon ausgehen, dass die Ikone für Angehörige der Altgläubigen gemalt wurde, die sich in der Mitte des 17. Jahrhunderts den von Patriarch Nikon eingeführten Reformen verweigert hatten und u. a. an der alten Haltung der Finger beim Bekreuzigen festhielten. Weitere Inschriften: Oben neben Gottvater: Herr Sabaoth Über Johannes: Heiliger Johannes der Vorläufer (Eva Haustein-Bartsch, 2020)