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Object type: Tischgerät
Briefständer No. 2556
Kunstgewerbemuseum
Christopher Dresser gehört zu den bedeutenden Kunstgewerbereformern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und gilt als erster unabhängiger Produktdesigner. Dresser wollte mit formschönen und erschwinglichen Gebrauchsgütern den Alltag bereichern. Doch er unterschied sich von seinen Zeitgenossen, da er bewusst auf industriell zu fertigenden Design setzte. Für den Toastständer schaffte Dresser eine neue, ornamentlose Form, deren ihre grafisch geometrische Wirkung auf der Betonung der Konstruktion beruht. Stangen, Kugeln und eine gebogenen Bodenplatte sind die Grundelemente, die additiv zusammengesetzt sind. Bei der Variante des Ständers No. 2555 können bis auf das erhöhte mittlere Gestänge, die anderen geklappt werden. Seine Metallarbeiten zeigen deutlich, dass Dresser sie unter Berücksichtigung der maschinellen Fertigungsmöglichkeiten entworfen hat. Er wollte hochwertige Produkte preisgünstig herstellen und reduzierte unter diesem Blickwinkel die Formen soweit, dass diese ohne Probleme maschinell produziert werden konnten. STh
Tafelensemble "Bestiarium"
Kunstgewerbemuseum
"Haben wir es mit einem Gebrauchsobjekt oder einem zweckfreien Kunstwerk zu tun? Diese Frage stellt sich bei der Betrachtung der biomorphen Teekanne aus dem Tafelensemble 'Bestiarium', das 2015 in einer Kooperation der Porzellankünstlerin Maria Volokhova (geb. 1980) mit dem Berliner Designbüro SHAPES iN PLAY entstand. Die Kanne hat einen flachen Korpus, an einen Schildkrötenpanzer erinnernden Korpus, der allerdings aus einzelnen Kugeln mit prismatisch gebrochenen Oberflächen besteht. Der Kannengriff mutet asiatisch an. Die Schnaupe ist eine Mischung aus Fisch- und Schildkrötenkopf. Den Untersatz bilden naturalistische Hühnerbeine. Nicht minder fantasievoll sind die weiteren Teile des Tafelensembles gestaltet: eine Fischplatte mit Hechtkopf, eine auf Hühnerfüßen stehende Tortenplatte mit Haube und Vogelkopf, eine kleine Vase in Fischkopfform sowie kugelige Schalen sowie Teller mit Digitaldruck-Dekoren. In mehrfacher Hinsicht kreist das künstlerische Konzept um den Begriff der Hybridität und bewegt sich dabei zwischen den Polen Funktionalität und Zweckfreiheit, Naturnähe und Fantasie, Kunsthandwerk und Design. In der Mischung aus analogen und digitalen Elementen ist auch der Herstellungsprozess hybrid. Ausgangspunkt der Arbeit bilden Naturabformungen aus Gips. Mittels Scans und einer speziellen Software entstanden daraus die Modelle, die am 3-D-Drucker in Polyamid ausgedruckt wurden. Von den solchermaßen digital generierten Modellen sind die Negativformen für den Porzellanguss abgenommen worden. Nicht nur die technische Experimentierfreude, sondern auch die Reminiszenzen an historische Vorbilder – die Fantasiewesen von Hieronymus Bosch etwa oder auch die Schaugerichte der Barockzeit – und die Begeisterung für das Material Porzellan machen den Reiz dieses eigenwilligen Tafelensembles aus." Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 242f. ClKa