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Object type: Unikatverfahren
Museum Europäischer Kulturen
Querformat, Unikat. Gruppenporträt. Schwarzes Etui mit floralen Prägungen auf Vorder- und Rückseite. An der rechten Seite eine Schließe. Aufgeklappt auf der linken Seite ein gelb/oranger Samtbezug. Auf der rechten Seite im Querformat das Gruppenporträt einer 6-köpfigen Familie unter goldenem achteckigem Passepartout. Am linken Bildrand ein sitzender Mann, vermutlich der Vater, der einen grauen Anzug mit dunkler Weste und weißem Kragen sowie Kragenbinde trägt. Sein Haar ist geprägt von einem Seitenscheitel mit Kotletten. Zu seiner linken ein sitzender Junge, ca. 8 Jahre alt, um dessen Schultern der Mann seinen linken Arm gelegt hat. Der Junge trägt einen dunklen Anzug und ein helles Hemd. Mittig hinter beiden eine junge Frau stehend in langärmligen, dunklem Kleid mit hellem geknotetem Halstuch. Ihre langen Haare sind hinten hochgesteckt, vorne mittig gescheitelt. Ihre rechte Hand ruht auf dem Arm des Mannes. Ihr zur Linken ein ca. zehn Jahre altes Mädchen, stehend, in dunkel kariertem, langärmeligen Kleid, die Haare zum Zopf gebunden und vorne mittig gescheitelt. Sie stützt ihren Kopf auf ihrer rechten Hand ab, ihre linke Hand ruht vermutlich auf der Lehne der sitzend dargestellten Personen. Zu ihrer Linken sitzend eine Frau, vermutlich die Mutter. Sie trägt ein langärmeliges, dunkles, an Brust und Bauch gefälteltes Kleid mit Schleife am Kragen. Ihr Haar ist mittig gescheitelt, ihre linke Hand ruht in ihrem Schoß, die rechte hat sie um ein kleines Mädchen, ca. 4 Jahr alt gelegt. Dieses sitzt ebenfalls, ist in einem hell karierten, kurzärmeligen Kleid gekleidet und trägt ihr Haar ebenfalls mittig gescheitelt. Alle Dargestellten blicken frontal in die Kamera. Der Hintergrund ist monochrom. Die Daguerreotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist ein klassisches Familienporträt seiner Zeit: Die Eltern rahmen die Kinder, durch Umarmungen und Berührungen werden Verbindungen und Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern signalisiert. Auch wenn sich die Belichtungsdauer von Daguerreotypien im Laufe der Zeit von Minuten auf Sekunden verkürzte, ist die Tatsache, dass das Gesicht des jüngsten Kindes deutlich unschärfer als jenes der anderen Personen ist, ein Hinweis darauf, dass Stillsitzen auch bei einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden Voraussetzung war, um ein scharfes Bild zu erhalten. Die Daguerreotypie ist das erste fotografische Verfahren, das weite Verbreitung fand. Es ist nach Louis Daguerre benannt, dem Hauptentwickler der Technik. 1839 stellte Daguerre seine Erfindung der Öffentlichkeit unentgeltlich zur Verfügung. In den USA war die Technik vor allem in den 1840er und 1850er-Jahren populär. Eine Daguerreotypie entsteht auf einer versilberten Kupferplatte. Im ursprünglichen Verfahren wird die Platte zuerst mit Joddampf lichtempfindlich gemacht. Anschließend wird sie in einer Kamera belichtet, wobei die anfängliche Belichtungszeit 30 Minuten betrug. Durch technische Fortschritte konnte sie später auf bis zu eine halbe Minute reduziert werden. Danach wird das Bild mit Quecksilberdämpfen entwickelt und mit einer Fixierlösung, oft Natriumthiosulfat, fixiert. Das resultierende Bild erscheint gräulich auf der spiegelnden Platte, sodass Betrachtende ihr eigenes Spiegelbild im Hintergrund sehen. Das Besondere bei diesem Verfahren ist außerdem, dass das aufgenommene Bild, je nach Einfallswinkel des Lichtes als Positiv oder Negativ sichtbar ist. Da die Verfahrenstechnik giftige Substanzen wie Quecksilber und Zyankalilösungen verwendet, gefährdeten sie die Gesundheit der frühen Fotograf*innen, was zu vorzeitigen Todesfällen unter den Anwender*innen führte. Die entstandenen Bilder sind zwar äußerst scharf, aber auch sehr empfindlich auf Berührung und chemische Einflüsse, weshalb sie heute nur selten ausgestellt werden. Die Daguerreotypie verbreitete sich vor allem in Europa und Nordamerika und wurde besonders für kleine Porträts von Einzelpersonen oder Gruppen verwendet. Sie knüpft an die Tradition der Porträtmalerei an. Um das Bild zu schützen, wurde es oft hinter Glas und in einen dekorativen Rahmen eingefasst. Manchmal wurden die Bilder nachträglich von Hand koloriert.
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Hochformat, Unikat, Doppelporträt in Passepartout. Das gelblich-braune Passepartout mit ovaler Aussparung hat am Rand und um das Oval rot aufgedruckte Verzierungen. Am oberen rechten Rand des Passepartouts mit Bleistift vermutlich der Preis "7.50" notiert. In das Passepartout eingelegt eine Ferrotypie, die zwei Männer mittleren Alters sitzend zeigt. Sie sitzen auf zwei Stühlen, wobei der eine Mann seinen rechten Unterarm auf die Armlehne stützt. Dieser sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen da und blickt frontal in die Kamera. Er trägt eine lange, dunkle Hose, deren Hosenbeine unten umgeschlagen sind, einen Mantel aus (vermutlich gechintztem) Stoff, darunter eine zugeknöpfte Strickjacke sowie darunter ein legeres Hemd mit offenem Kragen. Seine Hände liegen in seinem Schoß und sind zum Teil von seinem Knie verdeckt. Am Ringfinger seiner rechten Hand ist vermutlich ein Ring zu erkennen. Er trägt einen dunklen Filzhut und einen gepflegten Vollbart, im Mundwinkel ist eine Tabakpfeife. Vom Passepartout verdeckt ist sein rechter Fuß, an dem ein Wollsocken und Schnürstiefel zu erkennen sind. Zu seiner rechten leicht hinter ihm der zweite Mann. Er hat eine ähnliche Sitzposition inne mit übereinandergeschlagenen Beinen. Er trägt eine dunkle Hose sowie einen Strickpulli mit Rollkragen, auf Brusthöhe eventuell eine Sicherheitsnadel angebracht. Am rechten Fuß sind grobe Stricksocken aus heller Wolle sowie Stiefel zu erkennen. Seine linke Hand ruht auf der rechten Schulter des anderen Mannes, am Ringfinger der rechten Hand ist ein Ring zu sehen. Ein Gegenstand, den er zwischen Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand trägt, ist nicht zu identifizieren. Auch er schaut den Betrachter frontal an, hat volles Haar, das seitlich gescheitelt ist und trägt einen kleinen Schnurrbart. Der Hintergrund ist eine gemalte Studiokulisse, am rechten Bildrand sind gemalte Blumen zu erkennen, am linken Bildrand eine gemalte Säule. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist typisch für seine Zeit und ist auf Grund der Kleidung eher in den legeren Freizeitbereich zu verorten. Der gemalte Studiohintergrund ist typisch für die Zeit, passt jedoch besser bei repräsentativen Fotografien und steht hier im Kontrast zur Kleidung der Dargestellten. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
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Hochformat, Unikat, Porträt. Die Ferrotypie zeigt einen älteren Mann mit Hut auf einer Bank sitzend. Er trägt eine helle Hose, sowie ein langes Jackett, ein weißes Hemd mit Stehkragen und Halsbinde sowie eine dunkle Weste. Er blickt die Betrachter*innen frontal an. Seine linke Hand ruht auf seinen überkreuzten Beinen. Sein rechter Arm ist leicht angehoben. Auf seiner rechten Hand sitzt ein Papagei im Profil. Zu seiner linken sitzt - ebenfalls auf der Bank - ein kleiner Hund. Auch dieser blickt die Betrachter*innen frontal an. Der Boden ist auf der Fotografie nicht zu erkennen. Eine schlichte Wand dient als Hintergrund. Während das Gesicht des Mannes scharf ist, sind sowohl der Hund als auch der Papagei leicht unscharf. Die Ferrotypie ist in ein zeittypisches Passepartout mit roten Verzierungen eingefasst. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist typisch für seine Zeit – Porträts mit Haustieren wie Hunden und Katzen sind auch in anderen Sammlungen erhalten (vgl. Anthony Cabo (2022): Love Immortal. Antique Photographs and Stories of dogs and their people.). Dass sowohl Papagei als auch Hund leicht unscharf sind, liegt an der relativ langen Belichtungszeit: Beide Tiere haben sich während der Aufnahme leicht bewegt. Anders als bei vielen Porträts dieser Zeit fehlt ein gemalter Studiohintergrund. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
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Hochformat, Unikat, Porträt. Die Ferrotypie zeigt einen Mann, der auf einem Stuhl sitzt. Er schaut die Betrachter*innen frontal an. Seine Beine sind übereinandergeschlagen, die Arme vor der Brust verschränkt. Er trägt einen Strohhut mit breiter Krempe, dunkle kurze Haare sind zu erkennen. Er trägt ein dunkles Hemd mit weißen Applikationen an Kragen und im Brustbereich, am rechten Ellenbogen ist ein Ellenbogenschoner appliziert. Darüber trägt er eine Latzhose mit Streifen sowie Stiefel. Die Wangen sind leicht rötlich koloriert. Er sitzt in einem Innenraum, neben seinem Stuhl ist noch das Ende einer gepolsterten Bank zu erkennen, hinter ihm ein Gesims mit Blumenvase sowie ein Foto in einem Bilderrahmen. Der Fußboden ist von einem Teppich mit floralem Muster bedeckt. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist typisch für seine Zeit: Auf Grund der Diskrepanz zwischen der Kleidung, die auf körperliche Arbeit hinweist und der gehobenen Ausstattung des Innenraums ist davon auszugehen, dass die Aufnahme in einem Fotostudio entstanden ist. Der Innenraum sieht deshalb häufig repräsentativer aus, als es die tatsächlichen Lebensumstände der Porträtierten erlaubte. Auch die partielle Kolorierung der Wangen in rot war durchaus gebräuchlich, um die Fotografien lebendiger erscheinen zu lassen. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
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Hochformat, Unikat, Porträt in Etui. Das dunkelbraune Etui ist auf Vorder- und Rückseite mit geprägtem Muster verziert. An der linken Seite zwei Messingscharniere. Im aufgeklappten Zustand auf der linken Seite mit violettem Samt bezogen, in den Rocailles eingeschnitten sind. Auf der rechten Seite eingelegt die Ambrotypie mit einem goldenen, ovalen Passepartout, das mit floralen Elementen geschmückt ist. Die Ambrotypie zeigt das Halbfigurporträt einer Frau, die sitzend dargestellt ist. Sie trägt ein dunkles, langärmeliges Kleid. An den Ärmelausschnitten sowie am Halsausschnitt ist ein heller Kragen bzw. üppige Ärmel einer weißen Bluse zu erkennen. Um den Hals trägt sie eine Kette mit großem Anhänger. Die Haare sind mittig gescheitelt und fallen in kleinen Locken auf die Schultern. Die Frau schaut direkt in die Kamera. Ihre Hände sind im Schoß aufeinandergelegt, am Ringfinger der rechten Hand ist ein Ring zu erkennen. Der Hintergrund ist monochrom. Die Ambrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist ein klassisches Porträt seiner Zeit: Häufig wurden diese in Fotostudios aufgenommen. Ein gemalter Hintergrund fehlt in diesem Fall. Das fotografische Verfahren der Ambrotypie (von ambros, gr. „unsterblich“) wurde 1851, d.h. 12 Jahre nach der Erfindung der Fotografie in Großbritannien von Frederick Scott Archer erfunden. Hierfür wird auf eine Glasplatte als Untergrund eine brom- oder jodsilberhaltige Kollodiumschicht (Kollodiumwolle, Ether und Alkohol) aufgebracht. Die so behandelte Platte wird anschließend ohne Lichteinfall in eine Lösung mit Silbernitrat gelegt und noch feucht in die Kassette einer Kamera eingelegt. Die Belichtung erfolgt direkt und umgehend auf die feuchte Platte, weshalb man auch von einem Kollodium-Nassverfahren spricht. Dies bedeutete auch, dass die Handhabung insbesondere außerhalb von Fotostudios schwierig war. Nach der Belichtung wurde die Glasplatte erneut im Dunkeln mit einer Eisensulfatlösung behandelt, wodurch die belichteten Partien der Glasplatte weißlich/silbrige wurden. Anschließend wird noch auf der Kollodiumschicht befindliches Silberiodid bzw. Silberbromid mit einer Natriumthiosulfatlösung ausgewaschen. In der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) zeichnet sich in der Ambrotypie auch hell ab. In der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) erscheinen erst dann dunkel, wenn man die entwickelte Glasplatte mit einer Schicht aus schwarzem Samt oder Papier hinterlegt. Das Verfahren erzeugt Unikate. Abzüge sind nicht möglich. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da das Glasnegativ durch die Unterlegung mit einem schwarzen Hintergrund als Positiv erscheint. Ambrotypien können als Vorreiter der Ferrotypien verstanden werden, deren Untergrund Eisenblech statt Glas ist. Um 1852 betrug die Belichtungszeit einer Ambrotypie circa 10 Sekunden.
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Hochformat, Unikat, Gruppenporträt. Die Ferrotypie zeigt drei kleine Mädchen im Alter von circa 8-10 Jahren auf einer Holzbank sitzend. Alle tragen langärmelige Kleider, die etwas länger als knielang sind. An der Taille jeweils ein Zierband, der Brustbereich gefältelt und an Kragen und Schultern Spitzenkrägen. Die Hände sind jeweils in den Schoß gelegt. Alle tragen die Haare offen mit kleineren Zöpfen mit Schleifen. Das Mädchen zur rechten trägt eine Brille. Alle schauen die Betrachter*innen frontal an. Der gemalte Hintergrund deutet eine Landschaft mit Bäumen an (am rechten Bildrand ev. ein Gebäude?), am oberen Bildrand sieht man die Aufrollung des Hintergrunds. Die Sitzbank ist rustikal aus Ästen gezimmert. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Gruppenporträt ist typisch für seine Zeit: gemalter Hintergrund sowie die rustikal anmutende Sitzbank waren typische Ausstattungsmerkmale früher Fotostudios. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
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Hochformat, Unikat, Gruppenporträt. Die Ferrotypie zeigt vier Frauen. Eine Frau sitzt auf einem Stuhl. Eine Frau sitzt auf einem hohen Hocker und zwei Frauen stehen. Alle tragen dunkle Kleider mit auffälligen Knopfleisten. Die sitzende Frau trägt einen weißen Spitzenkragen. Bis auf die sitzende Frau tragen alle Hüte; der Hut der sitzenden Frau liegt zu ihrer Rechten auf dem Boden. Der Untergrund ist als Rasen zu erkennen, als Hintergrund dient eine gemalte Landschaft, bestehend aus verschiedenen Bäumen und Palmen. Die untere und obere linke Ecke der Blechplatte ist jeweils beschnitten. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Gruppenporträt ist typisch für seine Zeit: Reisende Ferrotypisten fotografierten auch im Freien (deshalb die Rasenfläche). Der Hintergrund ist typisch für frühe Portätfotografie gemalt. Er ist häufig repräsentativer, als es die tatsächlichen Lebensumstände der Porträtierten erlaubte. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
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6/2015,a: Hochformat, Unikat, Porträt in punziertem Messingblechrahmen mit ovalem Bildausschnitt. Der Rahmen ist am Rand mit Rocaillen verziert, um die ovale Aussparung eine geprägte Zierlinie. Eingelegt die Ferrotypie, die das sitzende Ganzkörperporträt eines Kleinkindes zeigt. Das ca. 1-2 Jahre alte Kind sitz auf einem Stuhl, über den eine Decke gelegt ist. Das Kind trägt ein helles Kleid mit kurzen Ärmeln sowie Schuhe. Es blickt frontal in die Kamera, auf der Stirn ist eine Locke zu sehen. Der Hintergrund ist monochrom. 6/2015,b: Punzierter Messingblechrahmen mit ovalem Bildausschnitt. Der Rahmen ist mit Rocaillen und Blumen verziert. Die dazugehörige Ferrotypie fehlt. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist ein klassisches Kinderporträt seiner Zeit. Die Messingblechrahmen sind typische Rahmen für Ferrotypien. Sie sind als Massenprodukte im Umfeld der Ferrotypie verkauft worden. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Museum Europäischer Kulturen
Hochformat, Unikat, Porträt in Etui. Das dunkelbraune Etui ist auf Vorder- und Rückseite mit geprägtem Muster verziert. An der rechten Seite mittig eine Schließe. Im aufgeklappten Zustand auf der linken Seite mit rotem Samt bezogen, in den florale Muster sowie Rocailles eingeschnitten sind. Auf der rechten Seite eingelegt die Ambrotypie mit einem goldenen Rahmen, der mit floralen Elementen geschmückt ist. Die Ambrotypie zeigt das Porträt einer Jugendlichen, die sitzend an einem Tisch dargestellt ist Sie trägt ein dunkles, langärmeliges Kleid mit enganliegendem Oberkörper und sehr weit ausgestelltem Rock. Am Hals ist ein kleiner, heller, gefältelter Stehkragen zu erkennen. An Ihrer rechten Hand ein Armband. Sie trägt ihr langes Haar mittig gescheitelt und am Hinterkopf mit einer Haarspange festgesteckt. Sie blickt frontal in die Kamera. Ihr rechter Arm ruht in ihrem Schoß, der linke Unterarm liegt auf dem Tisch, der mit einer mit Ornamenten verzierten Tischdecke versehen ist, auf. Die Wangen des Mädchens sind leicht rötlich koloriert. Der Hintergrund ist monochrom. Das fotografische Verfahren der Ambrotypie (von ambros, gr. „unsterblich“) wurde 1851, d.h. 12 Jahre nach der Erfindung der Fotografie in Großbritannien von Frederick Scott Archer erfunden. Hierfür wird auf eine Glasplatte als Untergrund eine brom- oder jodsilberhaltige Kollodiumschicht (Kollodiumwolle, Ether und Alkohol) aufgebracht. Die so behandelte Platte wird anschließend ohne Lichteinfall in eine Lösung mit Silbernitrat gelegt und noch feucht in die Kassette einer Kamera eingelegt. Die Belichtung erfolgt direkt und umgehend auf die feuchte Platte, weshalb man auch von einem Kollodium-Nassverfahren spricht. Dies bedeutete auch, dass die Handhabung insbesondere außerhalb von Fotostudios schwierig war. Nach der Belichtung wurde die Glasplatte erneut im Dunkeln mit einer Eisensulfatlösung behandelt, wodurch die belichteten Partien der Glasplatte weißlich/silbrige wurden. Anschließend wird noch auf der Kollodiumschicht befindliches Silberiodid bzw. Silberbromid mit einer Natriumthiosulfatlösung ausgewaschen. In der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) zeichnet sich in der Ambrotypie auch hell ab. In der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) erscheinen erst dann dunkel, wenn man die entwickelte Glasplatte mit einer Schicht aus schwarzem Samt oder Papier hinterlegt. Das Verfahren erzeugt Unikate. Abzüge sind nicht möglich. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da das Glasnegativ durch die Unterlegung mit einem schwarzen Hintergrund als Positiv erscheint. Ambrotypien können als Vorreiter der Ferrotypien verstanden werden, deren Untergrund Eisenblech statt Glas ist. Um 1852 betrug die Belichtungszeit einer Ambrotypie circa 10 Sekunden.
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Hochformat, Unikat, Porträt. Die Ferrotypie zeigt einen jungen Mann stehend. Zeigt einen jungen Mann, der vor einer schlichten, am unteren Rand stuckierten Wand steht. Sein linker Arm ist angewinkelt, die linke Hand in die Hüfte gestemmt. Sein rechter Unterarm ruht auf einer Balustrade mit Stuckverzierungen. Er trägt eine dunkle Hose, eine dunkle Weste, ein helles Hemd mit dunkler Fliege, sowie ein dunkles Jackett, dessen Rand mit einer Paspel eingefasst ist. Er blickt leicht schräg aus dem Bild heraus, seine Haare sind seit gescheitelt. Über der Weste ist vermutlich eine Uhrenkette zu erkennen. Die Wangen sind leicht rot koloriert. Die Ferrotypie ist in ein zeittypisches Passepartout mit ovalem Bildausschnitt und geprägten floralen Elementen eingefasst. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist typisch für seine Zeit. Anders als bei vielen Porträts dieser Zeit fehlt ein gemalter Studiohintergrund, dafür ist die Balustrade, auf der der rechte Arm des Mannes ruht, repräsentativ. Die partielle Kolorierung der Wangen in rot war durchaus gebräuchlich, um die Fotografien lebendiger erscheinen zu lassen. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Museum Europäischer Kulturen
Hochformat, Unikat, Porträt in Etui. Das ovale Etui ist außen mit blauem Samt überzogen und hat an der rechten Seite eine Messingschließe. Im aufgeklappten Zustand auf der linken Seite mit weißem Stoff überzogen. Auf der rechten Seite eingelegt die Ferrotypie mit einem goldenen, ovalen Rahmen, um den eine weiße Zierbordüre geführt ist. Die Ferrotypie zeigt das Halbfigurporträt eines Mannes. Er trägt ein dunkles Jackett, ein weißes Hemd mit Klappkragen sowie eine dunkle Krawatte. Er trägt die Haare seitlich gescheitelt und hat einen ausgeprägten Backenbart. Der Hintergrund ist monochrom. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist ein klassisches Porträt seiner Zeit: Häufig wurden diese in Fotostudios aufgenommen. Ein gemalter Hintergrund fehlt in diesem Fall. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Museum Europäischer Kulturen
Hochformat, Unikat, Porträt in Passepartout. Das rötlichbraune Passepartout mit ovaler Aussparung hat am Rand und um das Oval goldene Verzierungen. Darin eingelegt eine Ferrotypie, die ein circa 10 Monate altes Kind zeigt, das in einem Kinderwagen sitzt. Vermutlich handelt es sich um ein Mädchen, da die Bekleidung ein helles Kleid mit kurzen Ärmeln zu sein scheint. Auf den Schultern jeweils eine Schleife aus dunklerem Stoff. Das Kind schaut frontal in die Kamera, es hat noch sehr wenige Haare. Die rechte Hand liegt auf dem rechten Bein, die linke Hand hält einen Ledergurt, der das Kind im Wagen sichert. Im Rücken des Kindes ist ein dunkles Kissen, das die sitzende Position des Kindes unterstützt. Die Füße des Kindes werden von der Fußstütze des Kinderwagens verdeckt. Der Kinderwagen aus dunklem Material hat vorne kleinere, eng beieinanderstehende Räder, hinten große, weiter auseinanderstehende Räder. Das Verdeck befindet sich im Rücken des Kindes, dahinter ist auch die Schiebestange, so dass das Kind beim Schieben in Fahrtrichtung sitzt. Der Hintergrund ist eine monochrome Studioleinwand (nur zu sehen, wenn man das Foto aus dem Passepartout entnimmt). Der Wagen steht auf einem Dielenboden (nur zu sehen, wenn man das Foto aus dem Passepartout entnimmt). Auf der Rückseite ist mit Bleistift vermutlich der Preis "7.50" notiert. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. DaDas Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Museum Europäischer Kulturen
Hochformat, Unikat, Gruppenporträt in schwarzem Etui mit eingestanzter Ornamentik auf der Vorder- und Rückseite, die Höhen vergoldet. An der rechten Seite oben und unten je eine Schließe. Geöffnet auf der linken Seite ein Inlay aus gelbem Samt, in das Rocailleverzierungen eingeschnitten sind. Auf der rechten Seite in einem ovalen, goldenen Passepartout mit floraler Ornamentik das Gruppenporträt, welches drei Jugendliche zeigt. Mittig einer sitzend, die Hände verschränkt im Schoss, die Knöpfe der dunklen Jacke bis auf die obersten zwei geöffnet. Der Jugendliche schaut frontal den*die Betrachter*in an und trägt einen kleinen Hut. Die Beine sind überkreuz, die Schuhe vom Passepartout verdeckt. Er sitzt auf einem Stuhl, dessen Sitzfläche gepolstert und mit Stoff bezogen ist, die Lehne aus Holz ist geschnörkelt. Ihm zur linken ein Jugendlicher in heller Hose, heller Weste und dunklem, langem Jackett; sein rechter Arm ist auf die Stuhllehne des sitzenden Jugendlichen gestützt. Zur rechten des sitzenden Jugendlichen ein weiterer Jugendlicher in dunklem Anzug, seine Gesichtszüge sind leicht unscharf. Seine Haare liegen in Wellen und sein länger als jene der Anderen. Seine rechte Hand steckt leger in der Hosentasche. Monochromer Hintergrund. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Museum Europäischer Kulturen
Hochformat, Unikat, Doppelporträt. Die Ferrotypie zeigt einen Mann und eine Frau auf einer Holzbank sitzend. Der Mann hat sein rechtes Bein über das linke Bein gelegt. Sein linker Arm umarmt die Frau, seine rechte Hand hält die linke Hand der Frau. Er trägt eine dunkle Hose, ein helles Hemd sowie eine aufgeknöpfte Weste. Er schaut den Betrachter frontal an, trägt kurzes Haupthaar sowie einen sehr langen Vollbart. Zu seiner linken sitzt vermutlich seine Frau. Diese trägt ein dunkles, bodenlanges Kleid, welches teilweise durch Applikationen und Falten geschmückt ist. Mit ihrer rechten Hand hält sie einen Hut auf dem Schoß, ein weißer Kragen liegt über dem Kleid. Ihre Haare sind mittig gescheitelt und streng anliegend. Ein schlichter Dielenboden sowie eine schlichte Wand dienen als Unter- bzw. Hintergrund. Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist typisch für seine Zeit. Anders als bei vielen Porträts dieser Zeit fehlt ein gemalter Studiohintergrund. Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Museum Europäischer Kulturen
Miniaturfotoalbum im Querformat mit rotbraunem Ledereinband und goldgeprägtem Druck „GEM ALBUM“ auf Vorder- und Rückseite sowie Blumenornamentik. Auf dem Buchrücken die goldene Prägung "ALBUM". An der rechten Seite eine Schließe aus Metall. Innen pro Seite jeweils 2 ovale Aussparungen, darin jeweils ein Studioporträtfoto (Kopf oder Schulterporträt) von diversen Personen unterschiedlichen Alters (Männer, Frauen, Kinder). Auf der letzten Seite ist auch eine Person of Color abgebildet. Insgesamt befinden sich 48 Porträts in Album, somit ist es vollständig gefüllt. Teilweise sind die Fotografien nachträglich coloriert (rote Wangen). Auf der letzten Seite ein eingeklebter, brauner Zettel mit der handschriftlichen Notiz „Uella Buckler“. Rechts oben auf der gleichen Seite mit Bleistift die Buchstaben VD. Das Fotoalbum stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Der auf der letzten Seite eingeklebte Name könnte ein Hinweis auf die ursprüngliche Besitzerin sein. Solche Miniaturalben wurden extra für Ferrotypien im kleinsten Format, auf Englisch „Gem“ genannt (dt. Gemme), angefertigt. Bereits 1863 wurde von James E. Treat in Boston, MA das erste Patent für ein solches Album eingereicht. Das hier vorliegende Album stammt von Abraham Taber & Brothers, einem Unternehmen in New Bedford, MA, das sich auf Kunstdrucke, Lichtdrucke sowie Zubehör wie Bilderrahmen und Fotoalben spezialisierte. Für diese Miniaturalben ließ man eine Serie an Porträts anfertigen mit einer speziellen Kamera, die mehrere Linsen besaß. Nacheinander wurde so jeweils ein Porträt in Serie gemacht, so dass die Porträts einer Serie leicht variieren, siehe ein Bogen mit tintype/Gem-Porträts im National Museum of American History, https://americanhistory.si.edu/collections/object/nmah_1325530 ). Diese kleinen Porträts auf einem Blechbogen konnten dann ausgeschnitten werden. Als Blech-Ferrotypien waren sie jeweils Unikate. Sie waren sehr kostengünstig (oftmals 1, bzw. 2 cent pro Bild) und somit für viele Menschen und Jugendliche erschwinglich. Sie wurden von Erwachsenen, vor allem aber auch von Kindern und Jugendlichen untereinander getauscht und in solchen kleinen Alben aufbewahrt. Ihr besonderer Reiz liegt in ihrer geringen Größe, die auch an Miniaturporträtmalerei (u.a. für Schmuckstücke) erinnert.