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Object type: Weihrauchfass
Deckel eines Weihrauchfasses (?)
Kunstgewerbemuseum
Die Schale ist in vier bogenförmige Felder gegliedert, die mit gravierten und durchbrochenen Darstellungen von Vogel- und Drachenpaaren gefüllt sind. Die Komposition der ineinander verflochtenen Tiere, die Art der Augenbildung und die charakteristische Schraffur der bandförmigen Leiber weisen das Werk dem Jelling-Stil zu. Dessen Hauptwerk, ein kleiner Silberkelch im Kopenhagener Nationalmuseum, stammt aus dem 958/959 errichteten nördlichen Grabhügel in Jelling nahe der Ostküste Jütlands. Die ursprüngliche Herkunft des Berliner Werkes ist dagegen unbekannt. In die Stege zwischen den Ornamentfeldern wurden Nietlöcher sowie rundbogige und vierpassförmige Öffnungen eingebracht, die – anders als die schräg gemeißelten Durchbrüche an den Tierfiguren – senkrechte Kanten aufweisen. Durch diese Veränderungen wurde die bislang ungedeutete Inschrift E[.]SVM[.]NE verstümmelt, zu der wohl auch das gravierte gleicharmige Kreuz im Scheitelpunkt gehört. Direkt darüber steht ein löwenartiges Tier mit zurückgewendetem Kopf, das vermutlich eine Ringöse im Maul hielt. Das an der Brust ebenfalls mit einem Kreuz bezeichnete gegossene Figürchen besteht aus anderem Kupfermaterial als die getriebene Schale. Dieser Befund lässt sich so deuten, dass ein Artefakt unbekannter Zweckbestimmung durch das Hinzufügen von Rauchöffnungen, das Annieten von vier jetzt wieder fehlenden Ösen für Zugketten und die Ergänzung der Tierfigur mit einer Öse für die Führungskette zum Deckel eines Schwenkrauchfasses umfunktioniert wurde. Die nachträglichen Perforierungen erinnern an eine Gruppe von Weihrauchfässern aus dem 11. und 12. Jahrhundert mit ähnlichen geometrischen Durchbrüchen. Allerdings können weder die Funktion als Deckel eines Turibulums noch der Zeitraum der Umarbeitung als gesichert angesehen werden. Die wohl zum originalen Dekor zählende Kreuzdarstellung im Scheitel erhebt das Werk jedoch auch unabhängig von seiner – möglicherweise erst späteren – Funktion als Altargerät zu einem wichtigen Zeugnis für den christlichen Einfluss in Dänemark in der Zeit vor der Taufe König Haralds I. (* um 910, † 987) um 960. LL
Rauchfass aus Bronze
Kunstgewerbemuseum
Das Rauchfass zählt zu einer Gruppe von 13 bekannten Werken gleichen Typs (Westermann-Angerhausen 2014, Typ II k), die nach einem im Lütticher Musée Curtius befindlichen Exemplar als „Lütticher Folge“ bezeichnet wird. Ihre Entstehung im Maasgebiet darf auf Grund von stilistischen Eigenheiten, insbesondere in der Gestaltung des fleischigen Palmettenornaments, als gesichert gelten. Allerdings stammen die meisten erhaltenen Rauchfässer dieses Typs aus Kirchen in Skandinavien, ein Beleg für den weiträumigen Export derartiger Bronzegusswerke im hohen Mittelalter. Auch das Exemplar im Berliner Kunstgewerbemuseum war weitab seines Herstellungsortes beheimatet, es stammt aus der Kirche von Cröchern in Sachsen-Anhalt (Landkreis Börde), wohin es bereits im 12. Jahrhundert gelangt sein könnte. Der Brauch, bei der katholischen Messe und bei anderen liturgischen Handlungen den Altar, das Altargerät, die Opfergaben sowie den Priester und die Gemeinde mit Weihrauch einzuräuchern, zu inzensieren (lat. incendo, anzünden), steht in der langen Tradition jüdischer und antiker Rauchopfer. Nach anfänglicher Ablehnung als heidnisch fand die Inzensation im 5. Jahrhundert Eingang in den christlichen Kultus. Im 9. Jahrhundert war sie allgemein üblich, wie eine Bestimmung der Generalsynode von Rouen im Jahr 878 erkennen lässt, der zufolge jeder Priester über ein Rauchfass und Räucherwerk verfügen sollte. Für die Funktion von Rauchfässern sind drei oder vier an der Feuerschale befestigte Ketten zum Tragen und Schwingen sowie eine mit der Oberschale verbundene Zugkette zum Anheben des Deckels erforderlich; am Exemplar aus Cröchern sind die Ketten leider nicht mehr erhalten. LL
Rauchfass
Kunstgewerbemuseum
Das Rauchfass zählt zu einer Gruppe von 37 Rauchfässern (Westermann-Angerhausen 2014, Typ II o), die durch markante dreieckige Vorsprünge charakterisiert sind. Ihre Entstehung in Italien wird auf Grund von stilistischen Eigenheiten, insbesondere in der Gestaltung des Pflanzenornamentes sowie der Tiermotive und Fabelwesen angenommen. Ketten, Kettenhalter und Fuss dieses Exemplars sind nachmittelalterliche Ergänzungen. Der Brauch, bei der katholischen Messe und bei anderen liturgischen Handlungen den Altar, das Altargerät, die Opfergaben sowie den Priester und die Gemeinde mit Weihrauch einzuräuchern, zu inzensieren (lat. incendo, anzünden), steht in der langen Tradition jüdischer und antiker Rauchopfer. Nach anfänglicher Ablehnung als heidnisch fand die Inzensation im 5. Jahrhundert Eingang in den christlichen Kultus. Im 9. Jahrhundert war sie allgemein üblich, wie eine Bestimmung der Generalsynode von Rouen im Jahr 878 erkennen lässt, der zufolge jeder Priester über ein Rauchfass und Räucherwerk verfügen sollte. LL
Rauchfass
Kunstgewerbemuseum
Das Rauchfass zählt zu einer Gruppe von 37 Rauchfässern (Westermann-Angerhausen 2014, Typ II o), die durch markante dreieckige Vorsprünge charakterisiert sind. Ihre Entstehung in Italien wird auf Grund von stilistischen Eigenheiten, insbesondere in der Gestaltung des Pflanzenornamentes sowie der Tiermotive und Fabelwesen angenommen. Ein anderes Exemplar für welches wahrscheinlich das gleiche Model für die Gestaltung des Medaillonmusters Verwendung fand, befindet sich in der Ermitage in St. Petersburg. Der Brauch, bei der katholischen Messe und bei anderen liturgischen Handlungen den Altar, das Altargerät, die Opfergaben sowie den Priester und die Gemeinde mit Weihrauch einzuräuchern, zu inzensieren (lat. incendo, anzünden), steht in der langen Tradition jüdischer und antiker Rauchopfer. Nach anfänglicher Ablehnung als heidnisch fand die Inzensation im 5. Jahrhundert Eingang in den christlichen Kultus. Im 9. Jahrhundert war sie allgemein üblich, wie eine Bestimmung der Generalsynode von Rouen im Jahr 878 erkennen lässt, der zufolge jeder Priester über ein Rauchfass und Räucherwerk verfügen sollte. LL
Rauchfass
Kunstgewerbemuseum
Das Rauchfass zählt zu einer Gruppe von 26 Rauchfässern (Westermann-Angerhausen 2014, Typ II g), die durch ihre schlichte Kugelform ohne reliefierten Dekor charakterisiert sind. Ihre Entstehung in Italien wird angenommen, wobei eine Reihe von Exemplaren nach Katalonien und über die Alpen nach Norden exportiert worden sind. Der Brauch, bei der katholischen Messe und bei anderen liturgischen Handlungen den Altar, das Altargerät, die Opfergaben sowie den Priester und die Gemeinde mit Weihrauch einzuräuchern, zu inzensieren (lat. incendo, anzünden), steht in der langen Tradition jüdischer und antiker Rauchopfer. Nach anfänglicher Ablehnung als heidnisch fand die Inzensation im 5. Jahrhundert Eingang in den christlichen Kultus. Im 9. Jahrhundert war sie allgemein üblich, wie eine Bestimmung der Generalsynode von Rouen im Jahr 878 erkennen lässt, der zufolge jeder Priester über ein Rauchfass und Räucherwerk verfügen sollte. LL
Rauchfass
Kunstgewerbemuseum
Das Rauchfass zählt zu einer kleinen Gruppe von 9 Rauchfässern (Westermann-Angerhausen 2014, Typ II h), die durch ihre im Verhältnis zum Gefäßkörper kleinen und weit oben sitzenden architektonischen Bekrönungen und fast halbkreisförmigen durchbrochenen Rankenfelder charakterisiert sind. Die Exemplare dieser Gruppe sind offenbar unterschiedlicher Herkunft, das Berliner Stück ist wohl ein Hildesheimer Produkt. Der Brauch, bei der katholischen Messe und bei anderen liturgischen Handlungen den Altar, das Altargerät, die Opfergaben sowie den Priester und die Gemeinde mit Weihrauch einzuräuchern, zu inzensieren (lat. incendo, anzünden), steht in der langen Tradition jüdischer und antiker Rauchopfer. Nach anfänglicher Ablehnung als heidnisch fand die Inzensation im 5. Jahrhundert Eingang in den christlichen Kultus. Im 9. Jahrhundert war sie allgemein üblich, wie eine Bestimmung der Generalsynode von Rouen im Jahr 878 erkennen lässt, der zufolge jeder Priester über ein Rauchfass und Räucherwerk verfügen sollte. LL