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Object type: Ziegel (Gründungsbeigabe)
Grundsteinziegel mit umlaufender hieroglyphischer Inschrift
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Fayenceziegel trägt eine umlaufende hieroglyphische Inschrift. Sie beginnt mit zwei horizontalen Zeilen auf der Vorderseite, gefolgt von zwei weiteren auf der Rückseite. Die Inschrift lautet: „Ich habe gemacht für den König von Ober- und Unterägypten Hedj-cheper-Re setep-en-Re, den Sohn des Re, Herrn der Kronen Schoschenq, geliebt von Amun, möge (ihm) Leben gegeben werden wie Re, nämlich der Königssohn des Ramses, Vorsteher der Truppe und Vorderster der Fußsoldaten Djed-Hor-anchef, Bruder (Gemahl) der Königstochter Djed-in-nebu-iues-anch.“ Da in der Inschrift zwei Kartuschen mit dem Thron- und Eigenname des ersten Königs der 22. Dynastie (Dritte Zwischenzeit) Schoschenq I. vorhanden sind, lässt sich das Objekt in dessen Regierungszeit datieren. Leider ist der Fundkontext des Fayenceziegels unbekannt. Aufgrund des Materials ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um ein Objekt aus den Grundsteinbeigaben, die im Rahmen der Gründungszeremonien im Fundament eines ägyptischen Heiligtums niedergelegt wurden, handelt. In der Regel wurden vier Modellziegel in die Gründungsgruben gelegt, die die Ziegel nachbilden sollten, die der König an den vier Ecken eines Heiligtums verlegte. Ein anderer Fayenceziegel mit einer sehr ähnlichen Inschrift und ähnlichen Maßen, der sich heute im British Museum befindet (EA26811), könnte aus dem gleichen Kontext stammen. (I. Liao)
Grundsteinziegel mit der Kartusche des Königs Ramses II.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Den rechteckigen, hellbeige glasierten Ziegel ziert auf der Oberfläche eine in schwarzer Schrift aufgetragene Namenskartusche Ramses’ II. Form, Farbe und Beschriftung charakterisieren das Objekt als Gründungsbeigabe, wobei nicht geklärt werden kann, zu welchem Bauprojekt des Königs die Exemplare gehörten. Ähnlich unseren heutigen Grundsteinlegungen stifteten die königlichen Bauherren auch im Alten Ägypten anlässlich des Baubeginns großer Tempel sogenannte Gründungsbeigaben, die während des Gründungsrituals u. a. an den vier Ecken eines Gebäudekomplexes oder in spezielle Gruben beigegeben wurden. Durch die Erwähnung des Namens des Stifters wird die eindeutige Identifikation mit dem Bauherrn gewährleistet und häufig noch zusätzlich durch zahlreiche im aufgehenden Mauerwerk verbaute, gestempelte Ziegel unterstrichen. Während die Grundsteinbeigaben einen rituellen Hintergrund haben, hat die Stempelung der Ziegel einen praktischen Zweck und diente bei der Produktion der Nilschlammziegel der Kennzeichnung der einzelnen Lieferungspakete, weshalb die Stempel auch nicht auf jedem Exemplar auftauchen. Der grafisch sehr ansprechend gestaltete Ziegel zeigt in symmetrischer Rahmung die Namenskartusche Ramses’ II. mit der Nennung seines Geburtsnamens, wobei die Abfolge der Hieroglyphen nicht exakt der Lesung entspricht, sondern aus Ehrfurchtsgründen die beiden erwähnten Gottheiten, Re (oder Ra) und Amun, sich gegenseitig anblickend oberhalb der profaneren Zeichen positioniert wurden. Die vollständige Lesung lautet Rames-su/meri-Amun – Ramses, geliebt von Amun. Die Hieroglyphen sind von einer, zu einer Schen-Schlaufe gebundenen, ovalen Kartusche eingefasst, die für Dauer und unendliche Wiederkehr der zyklisch gedachten Zeit steht. Unterhalb der Kartusche befindet sich das Zeichen für „Fest“ – Heb, das durch eine halbrunde Alabasterschale symbolisiert wird. Oberhalb wird die Kartusche von einer Sonnenscheibe mit Doppelfedern bekrönt. Rechts und links der Namenskartusche sieht man zwei lange, nach oben zur Mitte gebogene Palmrispen, die für das Wort „Jahr“ stehen und in Kombination mit den auf zwei Schen-Ringen hockenden Kaulquappen – dem Zahlzeichen für 100 000 – den Wunsch auf unendliche Dauer der Herrschaft des Königs ausdrücken. (F. Seyfried)