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Objektbeschreibung

Seine Sommerferien verbrachte Klee 1923 an der Nordsee. Auf der Insel Baltrum entstanden einige Aquarelle, welche in ihrer farbräumlichen Gestaltung an die Bildfindungen der Tunisreise anschlossen. Die Bildstruktur wurde nun allerdings wesentlich stärker systematisiert. Leuchtend farbige Quadrate und Rechtecke schließen sich zu einem bildparallelen Muster zusammen, das an eine Mauer aus Feldsteinen denken lässt. Zwischen zwei großen grauen Blöcken, die an den Seiten aufgesetzt sind, öffnet sich der Ausblick auf eine hohe, begrünte Düne. Deren An- und Absteigen bildet das einzige diagonale Element und verleiht dem Bildaufbau besondere Spannung. Das Aquarell entstand zu einer Zeit, in der Klee einerseits versuchte, im Rahmen seines Unterrichts das Zusammenwirken der Farben als Gestaltungsmittel kombinatorisch zu analysieren, und andererseits anfing, musikalische Parameter wie Takt, Rhythmus, Harmonie und Klang in streng geordnete Farbkompositionen umzusetzen bzw. diese in ihnen spürbar werden zu lassen. Das vorliegende Blatt ist die überarbeitete Fassung einer Skizze nach der Natur, die Klee unter der Ordnungsnummer 1923, 139 in sein Werkverzeichnis aufnahm. Die ursprüngliche Version ist zeichnerisch freier und nicht ganz so blockhaft geschlossen wie das spätere Blatt. | Dieter Scholz