Paisaje con peñasco, edificios y árboles
Objektbeschreibung
Die „Landschaft mit großem Felsen, Gebäuden und Bäumen“ ist eine der wenigen Landschaftsdarstellungen im Œuvre Goyas, in dem Natur eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die beliebten Elemente der Landschaftsgrafik um 1800 wie subtile Lichteffekte, die Auflockerung durch Staffagefiguren und Architektur sowie das überbreite Querformat übernahm Goya in seinen wenigen grafischen Naturdarstellungen. Zunächst scheint es sich hier um eine einfache Landschaft zu handeln, bei näherer Betrachtung aber wird der konturlose Fels zum Fremdkörper und erhebt sich bedrohlich wie eine dunkle Wolke hinter den vom Wind gekrümmten Bäumen. Winzige Staffagefiguren wie das grasende Maultier und eine kleine Gruppe von Menschen am linken unteren Bildrand sowie die durchlässige Architektur am rechten oberen Bildrand unterstreichen das Erhabene der Natur. Damit wird zudem deutlich, dass Goya hier keine reale Landschaft beschreibt. Vielmehr nutzt er die Technik der Radierung mit deutlichen, kurzen und die Richtung wechselnden Strichen, um eine dramatische Stimmung hervorzurufen, die in starkem Kontrast zu dem mit flächiger, weicher Aquatintatechnik gestalteten Hintergrund steht. | Melanie Wilken